Archiv des Monats “August 2016

Little hamster in a basket
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Minimalismus & Hamsterkäufe

In den letzten Tagen habe ich lange nicht mehr so gelacht, wie die über die Stilblüten, die das Wort Hamsterkäufe durch das Netz getrieben hat. Gestern konnte ich noch guten Gewissens im Postilion lesen, dass ich wohl aufgrund meines erhöhten Körperfett Anteils save bin.

Bei der allgegenwärtigen Lebensmittelverschwendung, bin ich der festen Überzeugung, dass viele Haushalte jetzt schon einen mehr als ausreichenden Vorrat zur Verfügung haben. Aber Spaß beiseite. Ich bin froh in einer Generation aufgewachsen zu sein, die mit dem Thema Krieg, bis jetzt nur am Rande in Berührung gekommen ist und hier in Deutschland nie die schlimmen Zustände und Erfahrungen erleben musste, wie noch Generationen vor mir. Trotz der erhöhten Gefahrenlage durch terroristische Anschläge fühle ich mich sicher. Es gibt viele Länder auf dieser Erde, wo man dies nicht kann.

Die Empfehlungen für einen Sicherheitsvorrat variieren von Land zu Land wirklich sehr stark, von nicht vorhanden bis hin zu speziellen Anbietern die Notrationen anbieten, die 20-30 Jahre haltbar sind.  In der öffentlichen Diskussion wird oft angeführt, dass die Empfehlungen gerade zu einem ungünstigen Zeitpunkt veröffentlicht worden sind und diese die Angst der Menschen weiter vergrößern könnten. Ironischerweise geht es genau um das Gegenteil. Ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln in Form von Besitz.

Jeder der sich mit Minimalismus ein wenig beschäftigt hat, weiß, dass wenn die Grundbedürfnisse gedeckt und ein gewisses Einkommen erreicht ist, nicht automatisch mehr Glück mit mehr Geld einhergeht.

Ich persönlich neige auch bei einigen Produkten zum hamstern. Dies hat eher praktische Gründe, dennoch habe ich mich aufgrund der Debatte einmal mehr gefragt, ob dies wirklich nötig ist. Deswegen werde ich bis ende des Jahres einige meiner „Vorräte“ aufbrauchen und schauen wirklich nur noch mit 1 Stück im Vorrat + 1x in Benutzung auszukommen. Konkreter gesagt sind es bei mir Produkte wie Haargel, Rasierschaum, Rasierklingen, Spülmittel, Waschmittel, meine Lieblings Sneaker und ein paar Sachen mehr.  Die meisten dieser Dinge werden bis Ende des Jahres locker reichen. Meine Idee dahinter ist, dass ich mir nun über die Anschaffung eine lange Zeit keine Sorgen mehr machen muss. Außerdem ist sichergestellt, dass ich diese Dinge tatsächlich benutze und nichts davon dem Verfallsdatum zum Opfer fällt.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch eine Kehrseite des ganzen, das ist der verbrauchte Platz. Glücklicherweise habe ich genug Möbelstücke um die Vorräte zu beherbergen, aber von Zeit zu Zeit hinterfrage ich auch diese. Da mein Internetanschluss Anfang Januar ausläuft und ich noch nicht vor habe, direkt wieder einen neuen Vertrag anzufangen, hinterfrage ich aktuell meinen Fernseher sowie den Schrank, in dem dieser steht. Ich konsumiere Filme meist über Streaming (Apple TV / AmazonPrime) und das klassische Fernsehen interessier mich immer weniger.

Hamstern ist für mich eine negative Ausprägung von zu viel sowie einer Illusion eines Sicherheitsbedürfnis. Es muss bessere Wege geben die Versorgung intelligenter zu gewährleisten (> googelt mal nach Transition Town) und Sicherheit in den Köpfen wiederherzustellen.

 

Welche Meinung habt ihr zum Thema Hamstern? Haltet ihr gewisse Produkte in einer größeren Menge vor? Was sind eure Beweggründe dafür? Weniger Verpackungsmüll? Sicherheit? Einfachheit? Ich freu mich auf eure Kommentare

Kaffeebecher Macbook und Notizbuch auf einem Schreibtisch
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Beim Bloggen geht es um Dich

Ich lese immer wieder Fragen zum Thema bloggen, die darauf abzielen Mehrwert für den User zu generieren. Texte werden SEO optimiert, gestylt und mit Keywords versehen, damit auch noch die Suchmaschine ihre helle Freude hat.
Ich finde diese Überlegung grundsätzlich falsch. Die ursprüngliche Idee eines Blogs ist immer noch ein online Tagebuch, in dem Du Dinge festhälst, die Dir persönlich passiert sind.

Wenn ich einen Blog lese, will ich durch die Zeilen den Menschen sehen. Mitfühlen, miterleben, mit dabei sein, ungefilterte Emotionen, Erkenntnisse, Umbrüche, Höhen und Tiefen.
Ich will etwas Ehrliches.

Ehrlichkeit ist selten geworden in einer Welt, in der es darauf ankommt, welchen BMI man hat, welche Klamotten man trägt und welchen Lifestyle man pflegt.

Das heißt natürlich nicht, dass alles auf dem Blog egal ist und es nur auf die geschriebenen Wörter ankommt. Ich freue mich darüber, wenn ein Blog klar strukturiert ist. Wenn sich jemand Gedanken über das Design, die verwendeten Farben, die Menüstruktur und seine Social Media Kanäle gemacht hat.
Zu wider sind mir diese ganzen anderen Überlegungen. Meld dich jetzt an für meinen Newsletter und du erhälst mein Ebook XY in 10 Schritten zu mehr … bla bla….

Ich sehe diese verschiedenen Kanäle immer nur als Angebot, die Inhalte über einer anderen Platform nutzen zu können. Ähnlich wie das bereit stellen eines RSS Feeds. Du willst die Seite nicht immer ansurfen? Dann Aboniere sie, dort wo du bist. Egal ob als E-Mail. Facebook Seite, TwitterAccount oder bei google+ .

Angebote wie Pinterest und Instagramm sehe ich als Erweiterung an. Hier geht es nicht darum nur dein Artikelbild zu pushen, sondern weitere Einblicke zu geben. In dein Leben, deine Interessen und passend zu Themen, die dich interessieren.

Was für Blogs lest ihr gerne und wie seht ihr massive Werbung und zu starke Optimierung?

Full Length Rear View of Female Hiker Wearing Backpack Pausing on Trail to Admire View of Lush Green Mountain Valley on Bright Sunny Day
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Glück durch Weniger

Man kann Minimalismus aus zwei Richtungen begegnen. Aus der einen Richtung geht es um das Weglassen von etwas. Es geht um Beschränkung, Entsagung und das Führen eines einfaches Leben. Aus der anderen Richtung geht es darum zu identifizieren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Es geht darum zu einem Kern vorzudringen und auf diesem Weg Unnützes zu Eleminieren.
Wir reden hier aber eigentlich von zwei Seiten der gleichen Medaille.

Unser Alltag ist voll von Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
Dabei werden Entscheidungen schon, bei so einfachen Dingen, wie dem Einkauf von Lebensmitteln, immer komplexer. Es gibt immer neue Produkte und vielfältigere Kriterien, nach denen wir auswählen können. Egal ob Produktionsbedingungen, Inhaltsstoffe, Herstellungsregion, Zubereitungsart und Preis, es ist, ein ständiges Für und Wider in unserem Kopf.

Experimente haben gezeigt, dass eine zu große Wahlmöglichkeit uns tatsächlich überfordern kann.
Wenn unser Leben schon an der Kühltheke kompliziert ist, wie sieht es dann mit Arbeit, Beziehungen zu anderen Menschen und Freizeit?

Ich glaube viele Minimalisten empfinden Glück durch die Vereinfachung von Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten. Wer nur noch 10 T-Shirts besitzt, muss sich um das tägliche Outfit keine großen Gedanken mehr machen.
Wer nicht in 10 Sozialen Netzweken ist sondern nur bei Facebook, der weiß, wo er sich einloggen wird, wenn er etwas bei seinen Freunden lesen möchte, oder etwas teilen will.

Das alles sind wirklich befreiende Entscheidungen, die einem das Leben insgesammt einfacher machen.
Man schafft es dadurch sich an den kleinsten DIngen zu freuen und eine unglaubliche Befriedigung daraus zu ziehen.

Welche Erfahrungen habt ihr im Bereich Glück und Minimalismus gemacht?
Teilt sie gerne in den Kommentaren!