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Gastbeitrag: Woran Nachhaltigkeit schon scheitert

Als ich das erste Buch zum Thema Nachhaltigkeit in der Hand hielt, wurde mir bewusst, dass die nachhaltige Forstwirtschaft ein eigenes Studium ist. Nachhaltige Forstwirtschaft betrifft zwar nicht jeden, aber nachhaltige Stromerzeugung schon eher. Es ist offensichtlich, dass die Frage, ob nachhaltige Stromerzeugung in Deutschland möglich sei, davon auch abhängt wie viel erzeugt werden kann und wie groß der Bedarf ist.

Der erste Schritt (den jeder gehen könnte) wäre zum Beispiel, dass man sich informiere wie viel nachhaltiger Strom überhaupt nach aktueller Lage jeder Person in Deutschland zur Verfügung stehen würde, denn dann könnte man zu mindestens in Erfahrung bringen, ob der eigene Verbrauch von dieser Stromerzeugung aktuell gedeckt werden kann. Sollte dies nicht der Fall, so kann man zum Beispiel seinen Konsum überdenken oder es sich ganz einfach machen und hoffen, dass in Zukunft der Konsum gedeckt werden kann. Die erste Entscheidung wäre mit Vernunft begründbar, aber die zweite eben nicht. Sollte man aber glauben Strom nachhaltig zu verbrauchen, dann sollte man folgendes bedenken: Solarzellen und Windräder erzeugen zwar Strom, aber sie speichern ihn nicht! Wem dies nicht klar ist, der könnte seinen Verbrauch erneut hinterfragen: Kann man zum Beispiel den größten Teil vom Strom verbrauchen, wenn die Sonne strahlt oder der Wind weht? Dies würde die Speicherproblematik erleichtern. Einfache Überlegungen und einfache Schritte, nichts Wildes. Unvernünftig wäre es erneut, wenn man glauben würde, dass in der Zukunft alles besser sein wird und man sein Verhalten nicht ändern muss. Dann kann man auch alles mit einem Gott begründen, der sich irgendwann mal zeigen wird. Das Thema Elektroauto und deren Batterieproblematik lasse ich an dieser Stelle mal weg.

Als Mathematiker möchte ich auf zwei Personen der Mathematik verweisen: David Hilbert und Alexander Grothendieck. Hilbert hat den Ruf (noch vor Gauß und Newton!) der größte Mathematiker aller Zeiten zu sein und nicht weit davon folgt ihm Grothendieck. Beide verbindet, dass sie eine nachhaltige Veränderung anstreben wollten. Hilbert nutze seine Bekanntheit aus um die Mathematik nachhaltig zu reformieren. Er setzte sich für strenge Beweisführungen, exakte Definitionen und allgemein akzeptierte Axiome ein. Dies war nämlich zu der Zeit von Gauß nicht so, was zu falschen Beweisen führte. Hilbert hatte Erfolg und bis heute profitieren Mathematiker von seinem Programm. Der Erfolg von Hilbert war nicht unrealistisch. Er hatte zu seiner Zeit den höchsten Ruf. Sollte sich sein Programm durchsetzen, so hätte man leichter zu lesende Artikel und weltweit die gleichen Definitionen sowie Axiome. Die Mehrheit der Mathematiker sah ein, dass diese Reformation vernünftig wäre.

Der Nobelpreisträger Bertrand Russel wirkte an dieser Reformation mit und kommentierte dies mit dem Satz: „Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch.“ Nach David Hilbert stach der Mathematiker Alexander Grothendieck heraus. In den 60’ern (nach seinen Verdiensten in der Mathematik) wollte Grothendieck seine Bekanntheit ausnutzen um auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen. Er war unter anderem so konsequent gegen Atomstrom, dass er den Strom komplett in seinem Haus abschaltete. Auch wies er auf die Gefahr hin, dass der Einsatz von Antibiotikum resistente Keime hervor bringen könnte. Grothendieck hatte die Hoffnung, dass er die Mathematiker gewinnen kann sich einer Umweltbewegung anzuschließen, da sie doch Logiker sind. Trotz seiner Argumente blieb das Interesse aus.
Jeder Versuch einer Bewegung mit Vernunft die Gegenseite zu überzeugen, muss scheitern, wenn die Gegenseite den Argumenten nicht folgen kann. Selbst wenn die Gegenseite den Argumenten folgen kann, kann sie immer noch sagen „Mir egal“ oder auf eine bessere Zukunft hoffen. Was spricht dagegen nur noch Fleisch zu essen, was aus Tierhaltungen stammt, welche kein Antibiotikum einsetzen umso die Züchtung von resistenten Keimen zu verhindern? Sachliche Gegenargumente begegneten mir nie, aber durchaus Desinteresse oder der Glaube, dass es immer bessere Behandlungsformen geben wird. Vielleicht werden die Bilder von sterbenden Kindern, die sich bei dem Verzehr von Hamburgern mit super resistenten Keimen angesteckt haben, alle wach rütteln. Vielleicht! Sollte dies eintreffen, dann werden manche diese Maßnahmen ergreifen. Es wäre dann weniger ein Sieg mittels Vernunft, sondern einer mittels Gefühlen und Emotionen. Wir sollten uns vor Augen halten, dass solche Methoden funktionieren können, selbst wenn das rationale bzw. vernünftige Denken etwas anderes sagt.

Die Preise mancher Produkte sind ja auch nicht mit dem Preisleistungsverhältnis rational begründbar, dass sie aber trotzdem Absatz finden, ist dem Umstand geschuldet, dass die Produkte unsere Gefühle ansprechen und man uns Wissen vorenthalten will. So planen manche Modemarken bewusst ein, dass ihre Produkte überteuert angeboten werden, damit Käufer glauben, dass sie ein Schnäppchen machen können, wenn die Preise reduziert werden. Gefühle können das rationale Denken zur Seite schieben und daher werden sie gerne angesprochen, aber man darf nicht vergessen: Gefühlsmethoden können sich abnutzen (egal ob man damit gutes oder falsches bezwecken möchte), aber 1 + 0 = 1 gilt immer. Man solle sich nun keine Hoffnung machen, falls die Psycho- und Gefühlspolitik gescheitert ist, dass am Ende die Logik und die Vernunft übrig bleiben werden. In einer relativierten Welt wie wir sie leben, ist die Logik und Vernunft eh längst relativ. Angela Merkel kritisierte Gerhard Schröder einst dafür, dass er gegen den Irakkrieg sei, weil er damit die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass der Krieg tatsächlich eintreten würde.

Danke Chris für deinen Beitrag

Cashewnüsse aus dem Vorrat
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Gastbeitrag: Was fehlt dem Minimalisten noch zu seinem Glück?

Oder wie ein Minimalist wohl eher sagen würde: Was habe ich noch zu viel zu meinem Glück?
Stellt euch mal vor, in eurem Badezimmer liegt statt einer Shampooflasche, einer Duschgelflasche, einer Handwaschseife, einer Flasche Rasierschaum und einer Gesichtsreinigungslotion nur ein einziges Stück Seife. Klingt das nicht wie ein minimalistischer Traum?

Es sind ja schließlich nicht Dinge, die einen Minimalisten glücklich machen, sondern viel mehr, sich von unnötigen Dingen zu trennen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Was aber bleibt, wenn die Wohnung ausgeräumt ist und alle Schränke entrümpelt sind? Der Unort des reduziertesten Haushaltes ist versteckt unter der Spüle in der Küche – der Hausmüll. Denn selbst der konsumreduzierteste Mensch wird sich in unserer Gesellschaft in mindestens zwei Bereichen weiterhin versorgen müssen: Körperpflege und Lebensmittel. Und diese zwei Bereiche reichen aus für ein völlig unkontrolliertes Chaos in der Tonne. Einmal einkaufen und der Mülleimer ist wieder voll. Die wirkliche, minimalistische Vollendung kann also nur finden, wer auch diesen Ort unter Kontrolle bringen kann.

Zero Waste ist das Stichwort. Zero Waste macht nicht nur vor, wie man im Badezimmer aus fünf Plastikflaschen Eins machen kann, sondern auch wie Vorräte von Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchenrolle und Frischhaltefolie der Vergangenheit angehören. Solche Einwegprodukte durch Mehrwegprodukte auszutauschen spart neben Müll auch Geld, Einkaufsaufwand und Platz in der Schublade. Alleine dadurch wird der Mülleimer schon ein ganzes Stück übersichtlicher.

Bei Lebensmittel ist es die Verpackung, die den Unterschied macht. Betrachtet man die Verpackung selbst als Produkt, so hat dieses Produkt einen klaren Nutzen, wie die Plastiktüte an der Kasse. Ihre Lebensdauer ist aber so gering, dass sie ökologisch nur schwer zu rechtfertigen ist. Wieso also die Verpackung nicht einfach selber mitbringen? Bei Obst, Gemüse, Käse, Brot und auch Kaffee ist das kein Problem. Spätestens auf dem Wochenmarkt oder in der Kaffeerösterei ist alles lose erhältlich und geht in die eigenen Stoffsäckchen, Dosen oder Gläser. Milchprodukte und Getränke nutzen ihre Verpackung einfach mehrmals, im Pfandsystem. Nur die trockenen Lebensmittel wie Reis, Linsen, Nudeln und Co haben es in sich. Paradoxerweise würde man denken, dass solche Lebensmittel am wenigsten Verpackung benötigen, aber genau sie sind es, die am meisten Kunststoff oder Aluminium mit sich bringen. Im normalen Einzelhandel haben wir da keine Chance.

Wie gut, dass endlich auch durch Deutschland eine Welle schwappt, die diesen Wahnsinn beenden kann und den Einzelhandel rück-revolutioniert. In bereits mehr als 20 sogenannten „Unverpackt-Läden“ gibt es alles lose aus großen Lebensmittelspendern zum selber abfüllen in die eigenen mitgebrachten Gefäße und Beutel. Kiel hat es vorgemacht und Berlin und viele andere folgten dem Beispiel. Nur wir in Köln sitzen in unserer Wohnung immer noch auf 25 Kilo Lebensmittel-Pappsäcken. Der minimalistische Teil meines Herzens wird durch dieses Hamsterverhalten immer wieder auf die Probe gestellt. Der umweltbewusste Teil aber kann nicht mehr zurück zur Kunststoff-Kleinpackung aus dem Bioladen.

Deshalb machen wir nun endlich Schluss mit dem entscheiden und eröffnen den Unverpackt-Laden für Köln jetzt selbst Mit „Tante Olga“ werden wir noch diesen Spätsommer eröffnen. Ohne fremde Hilfe schaffen wir dieses ambitionierte Ziel aber nicht und haben ein Crowdfunding gestartet, um Spenden zu sammeln. Das tolle am Crowdfunding ist, niemand muss viel Geld haben, aber wenn viele wenig Geld haben und nur ein bisschen davon abgeben, können solche tollen Projekte Realität werden. Deshalb rufe ich jedes minimalistische Herz dieser Nation auf: Unterstützt unsere Kampagne mit einem noch so kleinen Beitrag auf www.tante-olga.de und teilte sie mit möglichst vielen Menschen.

Über die Autorin:

Olga Witt lebt mit ihrem Mann Gregor Witt seinen drei Kindern und bald erwartetem weiteren Nachwuchs so müllfrei wie es ihnen möglich ist. Seit mehreren Jahren bloggt die Kölnerin über ihr Leben mit Zero Waste (www.zerowastelifestyle.de) und gibt Workshops und Vorträge zu dem Thema, um es anderen Menschen näher zu bringen und eine wirkliche Veränderung in der Gesellschaft anzustoßen. Um auch selbst an unverpackte Lebensmittel, als letzten fehlenden Baustein ihres müllfreien Haushaltes zu kommen, eröffnet sie mit ihrem Mann und ihrer Partnerin Dinah Stark im Sommer 2016 den 1. Kölner Unverpackt-Laden (www.tante-olga.de).

Feeling free in nature.
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Gastbeitrag: Wie das Gefühl der Dankbarkeit dein Leben verändern kann

Empfindungen und Emotionen haben zweifelsfrei einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden. Dankbarkeit gehört dabei zu den schönsten Gefühlen, die wir erleben können! So steigert bewusst gelebte Dankbarkeit die Lebensqualität innerhalb weniger Augenblicke und relativiert negative Gedanken sofort. Um von den Vorzügen einer dankbaren Grundhaltung profitieren zu können, bedarf es allerdings einiger Übung…

Warum wir die Tugend der Dankbarkeit verlernt haben

In unserer westeuropäischen Kultur fristet das Gefühl der Dankbarkeit leider ein Schattendasein. Demzufolge stößt man mit Bekundungen der Dankbarkeit nicht selten auf Unverständnis: „Ich bin dankbar für meine Wohnung.“ – „Aber dein Balkon ist doch so klein!“, „Ich komme mit meinem aktuellen Gehalt hervorragend aus.“ – „Aber du verdienst doch viel weniger als der Durchschnitt!“ Wir halten fest: Wer seine Dankbarkeit für den Ist-Zustand zum Ausdruck bringt, muss sich häufig dafür rechtfertigen!

Aber woher kommt diese irritierte und fast schon ablehnende Haltung gegenüber Dankbarkeit und Zufriedenheit? Eine große Rolle spielt hier vermutlich unsere Erziehung. So werden wir in Industrienationen wie Deutschland oft bereits in jungen Jahren zum permanenten Streben nach Verbesserung erzogen. Darüber hinaus beherrschen Leitsätze wie „Stillstand ist Rückschritt“ unsere Wirtschaft und Arbeitswelt. Aufgrund dieser gesellschaftlichen und sozialen Prägung erfordert es regelmäßiges Training, um unser Gehirn wieder auf eine dankbare Grundhaltung zu „programmieren“.

Wie du Dankbarkeit als festen Bestandteil in dein Leben bringen kannst

Viele Menschen verstehen Dankbarkeit lediglich als ein Ritual der Höflichkeit. Das klassische „Danke!“ benutzen wir regelmäßig beim Empfang von Wechselgeld im Supermarkt oder in anderen Alltagssituationen. Dieser häufig bedeutungslose Ausspruch hat aber nichts mit einer dankbaren Lebenshaltung zu tun. Dementsprechend müssen wir ein wenig Disziplin aufbringen, um unser Leben mit dem „echten“ und wohltuenden Gefühl der ehrlichen Dankbarkeit zu bereichern: Im Idealfall richtest du dir zu diesem Zweck einen fixen Zeitraum ein, in dem du dich immer wieder bewusst auf Dinge konzentrierst für die du dankbar bist. Durch diese Übung wirst du Schritt für Schritt dankbarer für das Leben im Hier und Jetzt, wodurch du dem ungesunden „Dauerdrang“ nach Verbesserung aktiv entgegen wirkst.

Momente der Dankbarkeit sind erfüllend und machen glücklich!

Selbstverständlich kann man in fast allen Lebenssituationen das bekannte „Haar in der Suppe“ finden. Mit einer positiven und somit auch dankbaren Grundeinstellung lebt es sich aber definitiv gesünder und angenehmer! Das heißt keinesfalls, dass du nichts mehr hinterfragen sollst oder keine Pläne für die Zukunft machen darfst. Es bedeutet ganz einfach nur, regelmäßig den Blick auf die Dinge zu richten, die schon heute dein Leben bereichern! Das können sowohl immaterielle als auch materielle Dinge sein: Mach dir zum Beispiel bewusst, wie wertvoll deine sozialen Kontakte sind und wieviel Spaß dir deine Hobbys bereiten. Auch für scheinbar selbstverständliche Dinge wie dein gemütliches Bett oder die große Auswahl an leckeren Bio-Lebensmitteln im Supermarkt um die Ecke kannst du dankbar sein!

Sich einfach mal zurücklehnen und Dankbarkeit für das empfinden, was genau jetzt in unserem Leben ist, bringt eine spürbare Steigerung der Lebensqualität mit sich. Studien zufolge reagieren dankbare Menschen zudem gelassener auf Stresssituationen, fühlen sich körperlich wohler und schlafen besser. Wenn du dein Leben immer wieder mit dem Gefühlszustand der Dankbarkeit umrahmst, wirst du somit schrittweise glücklicher und zufriedener! Das ist ein Versprechen!

Du bist neugierig geworden?
Auf dankbar-leben.de findest du regelmäßig frische Impulse und Anregungen für einen dankbaren Lebensstil!

Danke Lennart für den tollen Gastartikel, Thematisch kam er wie gerufen.

Über den Autor:

13231137_593220510853770_553927486_nLennart Grams aus Hannover ist selbständiger Werbetexter und Solopreneur. Neben Textaufträgen für nationale und internationale Unternehmen schreibt er in Form eigener Web-Projekte auch über das Thema Persönlichkeitsentwicklung: Auf seiner Website dankbar-leben.de veröffentlicht Lennart regelmäßig bereichernde Texte, die zu einer positiven Lebenshaltung anregen.

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Gastbeitrag: Zufriedenheit

Minimalismus ist in aller Munde und einige Minimalisten messen sich indem sie die extremste Form ausleben. Sie bewohnen Tiny Homes oder sind digitale Nomaden. Manch eine Wohnung wirkt da schon eher steril als wohnlich.
Ich selber bin an einem Punkt angekommen an dem noch vieles aussortiert werden kann und ein Außenstehender meinen Lebensstil als normal ansehen würde. Minimalisiert habe ich nämlich nicht nur materiell. Es gibt Dekoration und ich will Bilder, Musik, Filme nicht nur in digitalisierter Form nutzen. Viele kreative Menschen mögen schöne Dinge und die Haptik von Material. Daher wird ein extremer Minimalismus nichts für mich.
Natürlich war ich zu Beginn auch angefixt von den Ideen sein Leben sehr frei gestalten zu können und sein eigener Chef zu sein. Ich war zu dem Zeitpunkt eh unzufrieden mit meinem Leben aber manchmal sind eben diese Ideen nur eine Art Fluchtgedanke und verbessern das Leben nicht, weil die eigentlichen Probleme nicht angegangen werden.
Heutzutage wird der Neid und das Vergleichen durch schöne Bilder auf Social Media Seiten geschürt. Aber man muss sich immer klar machen, dass das Leben jener Menschen auch seine Schattenseiten hat. Es läuft nicht alles perfekt und das Gras ist bestimmt nicht grüner auf der anderen Seite. Im hier und jetzt zu leben und sich hin und wieder seine Hirngespinste zu hinterfragen, ist der beste Weg sich wieder zu erden und Zufriedenheit in seinem Leben zu finden.
Ich will euch ein paar Beispiele aus meinem Leben nennen…

Ich reise furchtbar gerne. Aber möchte ich nur auf Reisen sein mit immer fremden Menschen um mich herum? Immer in Hotels schlafen und die Erlebnisse allein genießen anstatt die Freude zu teilen? Nein. Ich habe meine kleine Homebase hier im Sauerland. Ich liebe die Wälder, Berge und Seen. Natürlich gönne ich mir auch mal einen Tapentenwechsel in Form von Reisen in andere Länder. Aber die Art des Reisens ist für mich wichtiger geworden. So kann ich zu Fuß viel mehr von der Umgebung wahrnehmen und entschleunige mein Leben indem ich alles was ich brauche in einem Rucksack bei mir habe. Es muss auch nicht Übersee sein, denn in Europa gibt es genug für ein ganzes Leben zu entdecken.

Ja, so ein Wohnwagen auf einer grünen Wiese mit kleinem Nutzgarten wäre schon was feines… aber ich müsste die Finanzen haben und die Zeit. Ich hatte das Glück im Elternhaus eine kleine Wohnung einrichten zu können und vielleicht wird es irgendwann auch eine größere in selbigen. Warum soll ich mich auf extrem kleinen Wohnraum beschränken und finanzieren, wenn mir der Raum zur Verfügung steht… dazu noch ein Garten und unendlich viel Wald hinter dem Haus.

Ich bin sehr kreativ … tanze, male, schreibe, musiziere… Es ist natürlich ein Traum Kreativität zum Beruf zu machen aber dazu müsste ich mich auf eines festlegen. Das will ich nicht und ich weiß wie furchtbar schwer es ist auf Punkt kreativ zu sein. So kann es von Woche zu Woche schwanken ob ich mich mehr auf Tanz, Malen oder Schreiben konzentriere. Ich lebe in einem kreativen Flow von dem ich mich treiben lasse. Setze ich mich unter Druck blockiert mich das, deshalb gehören sogar kreative Auszeiten zu meinem Leben und ich konzentriere mich dann mehr auf andere Dinge, wie Ernährung, Sport etc.
Das gute an einer normalen geregelten Arbeit ist auch, dass ich meist pünktlich Feierabend machen kann und mich danach auch nicht mehr mit dem Job beschäftige. Als Selbständiger ist man ständig in Kontakt mit Kunden und nach dem Tagewerk muss auch noch die Buchhaltung erledigt werden.

Zufriedenheit kann man nicht erzwingen aber man kann sie sich Stück für Stück zurück holen indem man sich klar macht was einem wirklich wichtig ist. Nicht Trends oder Traumschlössern zu erliegen, sondern die Dinge auch anzuerkennen, die hier und jetzt glücklich machen anstatt neidisch auf das Leben anderer zu sein. Es kann inspirieren aber jeder Mensch ist anders und nicht jeder ist für dieses andere Leben geschaffen.

Danke Mareike für deinen Gastbeitrag.
Schaut doch mal auf Ihrem Blog vorbei:  „Weggefährte | ein Blog von Pilgern für Pilger

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Gastbeitrag: Wir sollten Maximalisten sein

happy family

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Wir haben uns mit unserem vergangenen Konsum an den ungünstigsten Ausgangspunkt manövriert: Einen Startpunkt mit Überfluss und unheimlich viel Zeug. Dann haben wir angefangen die Kleiderhaken umzudrehen, unliebsame Bekanntschaften aussortiert und in minutiöser Selektion eine CD nach der anderen wegminimalisiert. Wir haben gelernt, mit dem Trennungsschmerz umzugehen, den Verzicht zu lieben und das einfache Leben zu schätzen. Wir haben einen Ausgabenstopp ausgerufen, eine Konsumauszeit genommen … und sind danach wieder in die alten Kaufmuster zurückgefallen. Mit dem Unterschied, dass wir jetzt nachhaltig kaufen, regional, minimalistisch, plastik- und fleischfrei. So dass die nächste Runde des Aussortierens noch schwieriger wird, denn wir haben uns jetzt mit wohl überlegten, ganz bewusst gekauften Produkten umgeben. Die kloppt man nicht einfach in die Tonne. Von diesem Startpunkt aus quälen wir uns zum Ziel hin, von dem wir oft nicht einmal genau wissen, wie es aussieht. Nur irgendwie weniger.

Dabei ist dieser Minimalismus, ausgehend vom Überfluss, nur Materialismus mit umgekehrtem Vorzeichen, so wie das Schweigen eine Form von Kommunikation ist. Wir beschäftigen uns beim Aussortieren genau so intensiv mit Dingen, nur dass wir weniger statt mehr davon wollen. Wir lassen weiter zu, dass die Dinge unser Leben und unser Denken beherrschen, ob wir nun aussortieren oder ansammeln. Der Unterschied ist marginal. Statt Konsumterror dominiert kompetitive Asketenästhetik. Wir können nichts unbegründet lassen, wir können nicht einfach loslassen und genießen, können nicht einfach sein. Unsere kulturelle Programmierung lautet: Ohne Fleiß kein Preis. Also zählen und reduzieren wir, unterwerfen uns Challenges und subtrahieren so mühselig Stück für Stück vom Vorhandenen.

Steht da eine Philosophie dahinter wie bei Thoreau, eine Annäherung an Gott, wie bei schlicht lebenden Mönchen, oder was bezwecken wir mit dem Minimalisieren? Die Hoffnung auf ein besseres Leben? Unser Leben findet nicht irgendwann in ferner Zukunft statt, sondern heute. Hoffnung auf ein besseres zukünftiges Leben ist Verschwendung kostbarer Lebenszeit.

Schluss damit! Es wird Zeit, dass wir anfangen, zu addieren statt nur zu subtrahieren. Dass wir uns überlegen, was wir in unserem Leben haben wollen, nicht, was wir nicht haben wollen. Wie unser Leben aussehen soll, nicht, auf was wir noch verzichten könnten. Wir sollten die Perspektive wechseln. Uns nicht mehr darauf konzentrieren, was wir haben und loswerden wollen, sondern darauf, was wir tatsächlich brauchen. Von Null anfangen und alles in unser neues Leben packen, was wir zum glücklich sein brauchen. Nur das, aber das alles.

Wir sollten Maximalisten sein: Ein Leben anstreben, dass maximal angefüllt ist mit Abenteuern, Glücksmomenten, Aufregung, Spaß, Liebe und ganz viel *HACH-ist-das-Leben-schön*. Wir sollten ein erfülltes Leben anstreben, auf das wir mit Stolz und Freude zurückblicken können, ein Leben, dass wir MAXIMAL erlebt haben und in dem wir auf nichts verzichtet haben, was uns wichtig ist. Materialismus war gestern. Her mit dem schlichten aber wilden, dem einfachen aber wertvollen Leben als Maximalist.

10522905_925163784163417_3720430630602475151_nSandra bloggt auf It´s your Life über Ideen zum Leben.  Wie kann man  glücklich leben? Itsyour.life bietet dazu Gedanken an: Mal philosophisch, mal praktisch geht es um Ideen zum Leben – weil jeder Tag zählt!

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Gastartikel: Minimalismus als Königsdisziplin des nachhaltigen Konsums

hands holding growing on coins

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Jeder der sich ernsthaft für einen umweltfreundlichen Lebensstil interessiert kommt am Thema Minimalismus nicht vorbei. Minimalistisch zu leben bedeutet nicht, nicht zu konsumieren. Es steht viel mehr für einen bewussten und deutlich reduzierten Konsum, ohne auf etwas verzichten zu müssen, das einem wichtig ist. Unterscheiden zu können, was man tatsächlich benötigt um ein zufriedenes Dasein zu führen, und was einen eher daran hindert, ist die Basis worauf Minimalismus aufbaut. Die Königsdisziplin des nachhaltigen Konsums benötigt Selbstvertrauen, denn der Verzicht auf materielle Statussymbole ist in unserer Gesellschaft ungewohnt und provoziert. Nicht diejenigen werden bewundertet, die durch einen einfachen Lebensstil unseren Planeten nicht überfordern, sondern diejenigen die durch verschwenderischen Konsum Erfolg ausstrahlen.

Glücklicherweise gibt es heutzutage für nahezu jedes Bedürfnis eine nachhaltige Alternative. Sich für ein nachhaltiges Produkt bzw. eine nachhaltige Dienstleistung zu entscheiden, ist das, was viele unter nachhaltigen Konsum verstehen. Doch dies ist nur ein Bruchteil dessen was verantwortungsbewusstes Konsumieren ausmacht. Den Aspekten: Reparatur, Zweite Hand und Teilen, sollte eine weitaus höhere Bedeutung zu Gute kommen als der Neukauf nachhaltiger Produkte. Beispielsweise ist ein Smartphone nicht defekt nur weil die Batterie nachgibt. Der Austausch der Batterie ist weit nachhaltiger als der Kauf eines neuen Fairphones.

Der Begriff „Verzicht“ wird in unserer Gesellschaft als Unwort behandelt. Die über uns allen unausgesprochene aber latent vorhandene Botschaft lautet: Wer konsumiert unterstützt unser Wirtschaftssystem und schafft Arbeitsplätze. Nach dieser Logik dürften Raucher nicht aufhören zu rauchen, da sonst Arbeitsplätze in der Tabakindustrie verloren gehen würden. Wir leben in einem wirtschaftlichen System, das auf Wachstum ausgerichtet ist. Doch endloses Wachstum in einer Welt mit endlichen Ressourcen ist nicht möglich. Die Glücksforschung hat erfreulicherweise längst bewiesen, dass wir in den Industrieländern für ein erfülltes und glückliches Leben keine wachsende Wirtschaft benötigen. Ein erhöhter Konsum führt nicht zu wachsender Zufriedenheit. Im Gegenteil, denn eine große Menge von materiellen Gütern will gepflegt und genutzt werden und verursacht dadurch Stress.

Die internationale Wissenschaft hat sich darauf geeinigt eine Erderwärmung über 2°C t zu vermeiden um einen für unseren Planeten bedrohlichen Klimawandel zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen dürfte jeder Erdenbürger jährlich nur noch 2,7 t CO2 produzieren. Im Jahre 2013 lag die jährliche Pro-Kopf-Emissionen eines Deutschen bei 11,5 t CO2. Wir  übersteigen demnach unser CO2-Budget um das Vierfache. Die freiwillge Konsumreduktion auf ein für die Umwelt verträgliches Mass, ist gelebte Klimagerechtigkeit.

Gastbeitrag von Christian Holeksa. Er betreibt eine Informationsplattform zum nachhaltigen Konsum www.unterfluss.de. Auf spielerische Art und Weise kann hier sein Wissen in Bezug auf Nachhaltigkeit getestet und erweitert werden.

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Gastartikel: Gesunde Ernährung leicht gemacht?

© Aaron Amat - Fotolia.com

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Dann und wann kommt es mir so vor, als sollte eine gesunde Ernährung so einfach sein: Bereits im Kindergarten werden wir damit konfrontiert. Jeder von uns hat die Ernährungspyramide zig Mal im Schulunterricht gesehen und im Internet finden sich zahllose kostenlos Tipps und Ratgeber, was denn nun gut sei und was nicht. Wir wissen also genau, was unserem Körper gut tut und was nicht. Ist es wirklich so simpel? Als Kinder schmecken uns die meisten gesunden Sachen überhaupt nicht. Im Jugendalter ist die Familie froh, wenn man anstelle von Alkohol Softdrinks trinkt und als Erwachsener dient die süße Sünde häufig als Ausgleich für die sonst so knappe Freizeit, als Seelentröster. Und wer kennt nicht das Gefühl nach dem Stück Schokolade, das man gerade so gebraucht hat?

Tatsächlich beeinflusst unsere Ernährung nämlich nicht nur unsere körperliche Gesundheit, sondern auch unsere seelische.
Ich setze mich selbst sehr viel mit Ernährung auseinander und versuche, sie mit meinem Minimalismus in Einklang zu bringen. Außerdem betrachte ich sie als einen Grundpfeiler für ein langes, selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Wie ich all das unter einen Hut bekomme, ohne an Lebensqualität einzubüßen, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Droge Zucker 

Vor ein paar Monaten während eines längeren Aufenthalts in Israel, fastete ich für einen Monat Zusatzucker. Dabei wurde mir schnell bewusst, wie süchtig Zucker macht. Schnell wird das Verlangen danach immer größer und ich nehme mehr Zucker zu mir, als ich eigentlich möchte. Der Haken an jeder Challenge – auch dieser Fastenaktion – ist, dass ich schnell in alte Muster verfalle. So schaffte ich mir zwar während der Fastenzeit ein Bewusstsein für Signale meines Körpers auf Zucker und wurde im Alltag umsichtiger, bemerkte jedoch auch hin und wieder, dass ich einem Heißhunger nachgebe. Damit befinde ich mich in einem Konflikt, denn einerseits möchte ich mich gesund ernähren und weiß, wie ungesund Zucker ist. Andererseits mag ich Süßes und backe auch gern Kekse, Kuchen und Torten. Wie gehe ich also damit um?

1. Ich kaufe keine Süßigkeiten.
Das gelingt mir selbst nicht immer, doch wenn ich keine Süßigkeiten zu Hause habe, esse ich auch keine.

2. Ich verwende Obst, wo es nur geht.
Ich esse keinen gezuckerten Joghurt, sondern verwende Naturjoghurt und verfeinere ihn mit frischem Obst. Statt Apfelmus esse ich Apfelmark (denn das ist ungezuckert und schmeckt allein wegen des Fruchtzuckers der Äpfel bereits süß). Und ich verwende Datteln vielfältig, sogar zum Süßen von Keksen.

3. Nüsse als Snack
Ich liebe Nüsse und gesund sind sie auch noch! Deshalb werfe ich mir lieber eine Hand voll Nüssen als eine Tafel Schokolade ein und kann mich im Anschluss auch noch viel besser konzentrieren.
Die Ausnahmefalle
Es gibt immer wieder diese Momente, in denen ich mir sage, dass diese doch eine Ausnahme seien. Sind sie aber nicht wirklich. Gelegenheiten, um sich ungesund zu ernähren, bieten sich jeden Tag. Überall lauern die Ausnahmesituationen und warten nur darauf, dass ich nachgebe. Sei es, dass
ich Süßigkeiten geschenkt bekomme, Mutti Kuchen bäckt, der Caterer ein tolles Dessert auftischt oder gerade ein besonderer Anlass stattfindet. Süßigkeiten lassen sich praktischer Weise mit anderen teilen, zu gemeinsamen Abenden mitnehmen oder gar verschenken. Und der Caterer bietet jeden Tag ein tolles Dessert an. Ganz sicher, ich spreche aus Erfahrung. Doch natürlich möchte ich weder Mutti noch Geburtstagskinder vor den Kopf stoßen. Zumal ich ja Kuchen auch mag.

Alle vier Fälle sind eine Frage der Priorität: Was ist mir wichtiger? Mich gesund zu ernähren? Oder einen Moment etwas Leckeres essen, für das ich mich hinterher schlecht fühle, weil ich mir zu viel genommen habe? Ich finde es wichtig, nicht zu hart mit sich selbst zu sein, möchte aber gleichzeitig auch konsequent bleiben. Wann erlaube ich mir also Ausnahmen? Und wann nehmen diese Überhand?

Zur Zeit probiere ich eine für mich neue Methode aus: 1 (in Worten: EINE) Ausnahme pro Woche. Wenn ich montags bereits Dessert esse, gibt es am Wochenende keinen Kuchen. Ich kann keine Ausnahmen “aufsparen” und gebündelt verwenden. Wie gut das für mich funktionieren wird, weiß ich noch nicht. Momentan klingt es für mich aber nach einem guten Zwischenweg. Und ich werde natürlich in Kürze berichten, wie es bis dahin läuft.

Die bösen Fette
Zu Fetten gibt es schon seit Längerem Diskussionen. So sind Light-Produkte schon längst nicht mehr nur zucker- sondern auch fettfrei. Ganz so einfach ist es aber nicht. Die meisten verarbeiteten Lebensmittel, die als “Light” beworben werden, enthalten entweder
a) kein Fett, dafür aber Unmengen an Zucker, oder
b) kein Zucker, dafür aber Unmengen an Fett, oder aber
c) weder Zucker, noch Fett, dafür aber jede Menge künstliche Geschmacksstoffe und -verstärker.

Dabei ist Fett a priori gar nicht schlecht. Eine gesunde Ernährung enthält sogar Fette. Wichtig ist nur die Auswahl der richtigen. Für mehr Verständnis empfehle ich diesen Beitrag.
Die unsichtbare Gefahr
Das Miese ist, dass ein Lebensmittel nicht unbedingt den Eindruck, ungesund zu sein, erwecken muss, um es auch zu sein. Lebensmittelhersteller sind Meister darin, zu verschleiern, was ihre Produkte tatsächlich enthalten. Wer im Biologieunterricht aufgepasst hat, weiß: Organische Zucker enden auf -ose: Glucose und Fructose sind nur zwei davon. Und auch Sirup ist nichts anderes als Zucker. Honig, Agavendicksaft und Zuckerkülor übrigens auch nicht.
“Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht.” Wir sind alle keine Bauern. Sonst würden wir von den meisten Lebensmitteln die Finger lassen. Unzählige davon, enthalten auf der Inhaltsstoffangabe Namen, mit denen die meisten von uns, nicht im Geringsten etwas anfangen können. Oder weißt du, was sich hinter E405 und Propylenglykolalginat verbirgt? (Lösung: Beides der gleiche Stoff, welcher als Verdickungsmittel und Emulgator verwendet wird. Emulgatoren ermöglichen die Vermischung von zwei nicht miteinander vermischbaren Flüssigkeiten. Wikipedia ist deine Freund und Helfer.)

Zum Glück gibt es ein paar einfache Mittel, um genau diese zu umgehen:

1. Ich kaufe möglichst unverarbeitete Lebensmittel. Dazu gehören neben hauptsächlich Obst und Gemüse, Reis, Mehl, Eier, Butter, Milch, Joghurt und Käse. Ich verarbeite meine Zutaten am liebsten selbst. Puddingpulver brauche ich nicht. Das geht mit Stärke ebenso gut.
2. Ich kaufe möglichst verpackungsfrei. Mich stört Plastik und seine Auswirkungen nämlich immens. Deshalb versuche ich, es möglichst zu vermeiden. Ein
angenehmer Nebeneffekt ist, dass ich gesünder esse. Denk mal darüber nach: Welchen ungesunden Lebensmittel fallen dir auf Anhieb ein? Und wie viele davon sind unverpackt?

Das richtige Maß
Schon die Griechen lehrten, dass Tugenden das richtige Maß zwischen zwei Extremen sind. Denn so ziemlich alles kann schädlich sein, wenn wir es damit
übertreiben.

Im Fall von Essig ist das bereits ein Esslöffel am Tag. Praktischer Weise mag ich Essig überhaupt nicht gern. Aber auch mit allen anderen Lebensmitteln ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren. (Wir erinnern uns: Die Pyramide!) Deshalb stelle ich ungesundes Essen gern wortwörtlich hinten an. Ich beginne den Tag, indem ich 750ml Wasser trinke. So komme ich auf den Tag verteilt auf 3l. Tue ich das nicht, trinke ich schnell zu wenig, weil ich vergesse, meinem Körper genügend Wasser zuzuführen. Dann trinke ich erst, wenn ich Durst verspüre. Doch das ist bereits zu spät! Wenn mein Körper ein Signal für Durst aussendet, ist er bereits unterwässert. Das ist übrigens auch nicht gut für’s Hirn. Ebenfalls morgens esse ich gern schon vielfältig und herzhaft, gepaart mit Obst und
Nüssen. Entsprechend viel Zeit benötige ich für mein Frühstück. Doch das ist es mir wert. Auf diese Weise lege ich schon eine Grundstein für den ganzen Tag. Lasse ich das Frühstück aus, passiert es mir nämlich oft, dass ich vergesse, zu essen, bis ich mir IRGENDETWAS einverleibe, damit ich überhaupt etwas gegessen habe. Im Allgemeinen bevorzuge ich viele “kleinere” Mahlzeiten über den Tag verteilt, anstatt drei Mal riesige Portionen zu essen. Außerdem vermeide ich es, mich proppevoll zu essen. Hier gilt das Gleiche wie für Durst: Gibt mir mein Körper ein Signal, ist es schon zu spät. Dann habe ich mich nämlich schon übergessen. Und das macht mich träge und bremst mich aus.
Minimalismus im Speiseplan
Ich esse nicht wenig. Und ich esse auch nicht immer das Gleiche. Aber ich baue auf einen Grundstock an Lebensmitteln auf, den ich vielseitig einsetzen kann.
Entsprechend variiert mein Speiseplan nicht allzustark und ich bin weniger anfällig für Impulskäufe. Diese bewirken nämlich häufig, dass ich ein Sonderlebensmittel kaufe und anschließend überhaupt nicht verwende. Salz- und Kräuterbutter gibt es bei mir also nicht. Wenn, mache ich sie selbst. Darüber hinaus kaufe ich immer nur für ein bis zwei Tage ein. Ich genieße es, Lebensmittel in gut sortierten, weniger überladenen Geschäften zu kaufen. Ich kaufe zwar öfter ein, dafür aber frischer und weniger gehetzt. Und es verdirbt nichts, weil ich es vorher esse.

So long…
Diese Kleinigkeiten mögen jetzt in der Summe etwas zu viel auf einmal wirken, helfen mir aber, mich gesünder zu ernähren. Das zeigt sich auch nach außen. Andere Menschen stellen mir gegenüber fest, dass ich mich gesund ernähre. Ich hingegen bin auf jede “Sünde” meinerseits geeicht und finde, dass da noch jede Menge Raum nach oben ist. Wie geht es dir mit gesunder Ernährung? Fällt es dir schwer? Oder hast du noch weitere Tipps?

Alles Liebe,
Philipp

photoPhilipp

Philipp Drehmann ist nomadischer Filmemacher. Auf seinem Blog Wo ist Philipp?  schreibt er über seine Erlebnisse, Ernährung, Fortbewegung zu Fuß und Minimalismus.

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Gastartikel: Wenn die Freiheit mal frei hat!

Freiheit Bergbesteigung Gipfel

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Eigentlich bin ich durchaus ein selbstbewusster Mensch und bin auch immer davon ausgegangen selbstbestimmt zu handeln. Wir sprechen oft von Freiheit. Ich möchte frei sein. Damit verbinden wir meist nicht den Wunsch zeitnah aus der JVA entlassen zu werden, sondern fokussieren uns auf richtige Luxusprobleme. Ich hätte gerne mehr Zeit für Dinge, die mir wichtig sind, ich möchte mehr Geld verdienen oder endlich die berufliche Selbständigkeit erreichen.

Oberflächlich betrachtet geht es hierbei auch um gewisse Freiheiten, aber ich denke, dass man erst wirklich frei ist, wenn man glaubhaft ein Bewusstsein entwickelt, das einen in die Lage versetzt, niemanden mehr beeindrucken zu wollen, außer sich selbst. Freiheit ist deshalb für mich auch ein Stück weit Minimalismus.

Meine Freiheitsliebe hat letztendlich auch dazu geführt, dass ich die Löschung meiner Facebookseite beantragt habe. In kurzer Zeit hatte ich 3.000 Likes angesammelt. Täglich habe ich mehrere Stunden auf Facebook verbracht und erfolgreich am Wachstum der Seite gearbeitet. Allerdings habe ich dabei zwei Dinge verwechselt: Reichweite und Menschen erreichen sind zwei völlig unterschiedliche Angelegenheiten. Mit 3.000 Likes habe ich mich schon ziemlich groß gefühlt, aber wie groß muss sich der Mode-Discounter KiK erst fühlen, mit über 300.000 Likes? Absurdes System!

Insbesondere auf Facebook zeigen sich die Schattenseiten des Minimalismus sehr deutlich. Viele Menschen scannen nur noch Überschriften, anstatt tatsächlich zu lesen. Für jemanden wie mich, der Texte mit ca 1.000 Wörtern schreibt, ist dieser minimalistische Ansatz eine Katastrophe. Digitales Schulterklopfen durch einen Klick auf  “Gefällt mir” ist vielleicht für einen Moment befriedigend, aber langfristig kann das keine reflektierten Reaktionen auf das Gelesene ersetzen. Der Zeitgewinn, den ich durch den Verzicht auf die aktive Teilnahme an “sozialen” Netzwerken eingestrichen habe, ist beachtlich. Täglich zwei bis drei Stunden mehr für nachhaltige Freizeitbeschäftigungen wie z.B. Sport oder Schlagzeug spielen.

Beim Thema Freiheit werde ich zum Maximalist

Es klingt wahrscheinlich zunächst einmal paradox, wenn ich behaupte, dass ich in Teilbereichen meines Lebens durch Minimalismus ein Maximum an Freiheit erreiche, aber das ist durchaus möglich. Ich habe jetzt wieder mit dem “intermittierenden Fasten” begonnen. Mir geht es dabei gar nicht so sehr um Gewichtsreduktion (das geschieht “en passant”), sondern vielmehr um den gewonnenen Freiraum. Ich nehme 16 Stunden keine feste Nahrung zu mir und habe dann ein Zeitfenster von ca. 8 Stunden, um eine oder zwei Mahlzeiten zu mir zu nehmen. Ich will nicht zu technisch werden, aber durch einen sehr konstanten Insulinspiegel verspüre ich wenig bis keinen Hunger und bin so in der Lage einen gesamten Arbeitstag ohne Essen leistungsfähig zu bleiben. Das ist eine wahnsinnige Freiheit! Und es ist amüsant die unterzuckerten Kollegen bei der hektischen Nahrungssuche zu beobachten. Durch den Wegfall des Frühstücks und eine geschickte Zusammenstellung der Lebensmittel verringert sich auch der Zeitaufwand für den Einkauf und die entsprechende Zubereitung. Diese Form der Ernährung ist sicher nicht für jeden geeignet, aber immer einen Versuch wert.

Für das Jahr 2016 hat mir mein Arbeitgeber ein dreimonatiges Sabbatical genehmigt. In der “Ansparphase” arbeite ich die ersten 9 Monate in Vollzeit und bekomme dafür 75% Prozent meines bisherigen Gehaltes. In den letzten drei Monaten des Jahres bin ich freigestellt und schau mir die Welt an. Ich bekomme aber weiterhin 75% meines Gehaltes ausgezahlt. Fairer Deal! Ein Hinweis an diejenigen unter Euch, die diese Idee großartig finden, das aus einem bestimmten Grund jetzt aber nicht machen können. Ich habe alle diese Gründe schon gehört und sie sind alle völliger Quatsch. Der richtige Zeitpunkt ist immer genau jetzt. Natürlich ist dieser finanzielle Rückschritt auch mit materiellen Einschränkungen verbunden. Aber selbst hier ist ein weiterer Gewinn an Freiheit zu verzeichnen. Durch den wirtschaftlich erforderlichen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel stehen mir jetzt täglich zwei Stunden zur Verfügung in denen ich endlich ungestört die Bücher lesen kann, die mich schon seit langer Zeit traurig aus dem Regal angeschielt haben. Den staubedingten Dauerstress vermisse ich bisher nicht. Damit ist kein effektiver Zeitgewinn verbunden, aber die Lebensqualität erhöht sich spürbar.

Wie frei bist Du?

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Mein Name ist Axel Löwenstein. Als freier Autor schreibe ich humorvolle Kurzgeschichten. Darüber hinaus gibt es Themen, die mich sehr bewegen und zu denen ich auch gerne Stellung nehme. Minimalismus ist so ein Thema. Da es hier bei Michael mit sehr viel Hingabe und Respekt behandelt wird, ist das auch der geeignete Ort für einen Gastbeitrag.

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Gastbeitrag: 7 Tipps, wie Du der Reizüberflutung im Internet entgehst

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Hast Du Dich schon einmal dabei erwischt, direkt nach dem Aufwachen sofort zum Smartphone zu greifen, auf dem schon zahlreiche Benachrichtigungen warteten? Hast Du Deine E-Mails schon mal mehr als fünf Mal am Tag gecheckt? Warst Du schon mal mehr als zehn Stunden online?

Bist Du inzwischen genervt vom Überangebot der Informationen und der allgegenwärtigen Werbung im Netz? Bist Du vielleicht sogar häufiger unausgeglichen, unkonzentriert oder gar überfordert, bekommst schneller Kopfschmerzen und hast ein höheres Stressempfinden? Ich glaube, wir müssen reden!

Die Schattenseiten des Internets

Informationen prasseln insbesondere in den digitalen Medien wie Fernsehen oder Internet beständig auf uns ein. Gerade letzteres hat sich als allmächtige Wissensquelle etabliert, obwohl die Richtigkeit der Informationen manchmal eher zweifelhaft ist. Schnell können wir einer unerträglichen Reizüberflutung ausgesetzt werden.

Wer seine Zeit tagtäglich vor den Rechner verbringt, kann sich nicht nur die Augen und den Rücken verderben.

Der dänische Forscher Jakob Nielson bemerkte bereits 1997 eine Veränderung im Lesefluss der Menschen im Internet. Anstatt wie in einem Roman jeden einzelnen Satz wahrzunehmen, scannen wir nur noch die wichtigsten Textstellen und suchen nach »Stoppern« wie Zwischenüberschriften, Listen oder markierten Wörtern.

Betsy Sparrow von der Columbia University entdeckte dann 2011 den so genannten Google-Effekt. Durch die ständige Erreichbarkeit von Informationen trainieren wir unserem Gedächtnis an, nur noch zu wissen, wo man sie nachschlagen kann, anstatt sie bewusst abzuspeichern.

Inzwischen hat selbst die Werbewirtschaft entdeckt, dass überfüllte Webseiten und blinkende Banner sich durch die permanente Reizüberflutung negativ auf die Markenwahrnehmung auswirken.

Selbst beim heute vorherrschenden Flat-Design und schon fast minimalistischen Seitenstrukturen vieler Anbieter lässt sich vermuten, dass der Wunsch nach Einfachheit auch im Netz sehr groß ist.

In kleinen Schritten dagegen wirken

Natürlich muss man deshalb noch lange nicht das Internet verteufeln. Auch wenn die geballte Ladung an negativen Punkten erschreckend wirkt, stellt sie lediglich die Kehrseite der Medaille dar.

Das Smartphone durch ein Festnetztelefon zu ersetzen und dem Computer den Stecker zu ziehen, wäre hier genauso fatal:

Wir müssen bei weitem nicht gegen den Fortschritt sein, um mit dem Fortschritt sinnvoll umzugehen.

In vielen Situationen ist die Verwendung von Technik und Internet auch gesellschaftlich oder sogar rechtlich erforderlich. Und diejenigen, die online arbeiten, wollen ja schließlich auch nicht gleich ihren Job verlieren.

Mit ein paar kleinen und einfachen Methoden kannst Du aber der Reizüberflutung entgegen wirken. Das betrifft natürlich nicht nur das Internet ansich, sondern auch die Technik, mit der wir arbeiten.

1. Finde einen Ruhepol

Der erste Tipp zur Stressprävention lautet ja immer, sich einen Ausgleich zu suchen. Baue also regelmäßig Pausen ein, um Deinen Informationskonsum zu unterbrechen. Hier hilft beispielsweise ein Pomordoro-Timer, der Dich immer nach 25 Minuten zu 5 Minuten Pause anhält.

Da die Reizüberflutung im Internet ja vor allen Dingen die visuellen und auditiven Reize betrifft, solltest Du auch hier ansetzen: Entspannende Hintergrundbilder bzw. Bildschirmschoner und Stille (z.B. durch Noise-Cancelling-Kopfhörer) können hier wahre Wunder verbringen.

2. Minimalisiere Deine Interessen

Insbesondere kreative Menschen haben häufig das Problem, ständig von neuen Ideen und Interessen, die durch Internet-Recherche enstehen, überrollt zu werden. So hastest Du schnell von einem Thema zum nächsten, lässt Dir aber für keines wirklich Zeit.

Gehe einmal alle Deine Interessen durch und frage Dich, ob sie Dich weiterbringen und glücklich machen. Eliminiere Zeitfresser, mit denen Du Dich nur halbherzig beschäftigen möchtest. So kannst Du Dich auch viel mehr auf das Wesentliche konzentrieren.

3. Lerne wieder, langsam zu lesen!

Wenn Du viele News- oder Blogartikel liest, solltest Du auch hier reduzieren. Überfliege dazu alle Artikelüberschriften Deines News-Readers und speichere (z.B. in Pocket) nur die ab, die Dich wirklich interessieren.

Suche Dir dann eine feste Zeit am Tag, an der Du Dich nur dieser Artikel widmen kannst und lese sie langsam und aufmerksam. Nutze dazu ablenkungsfreie Reader oder den Reader-Modus Deines Browsers. Möglicherweise kannst Du Deinen täglichen Nachrichten-Konsum auch auf Deinen E-Book-Reader bringen.

4. Konfiguriere Deine Benachrichtigungen

Die größten Störenfriede der Technik und des Internets sind die zahlreichen Benachrichtigungen. Insbesondere auf dem Smartphone und Tablet können sie von den Dir wichtigen Aufgaben ablenken.

Konfiguriere deshalb jede Benachrichtigung, insbesondere für die sozialen Netzwerke, Newsreader und den E-Mail-Client. Entferne aber auch ungenutzte Apps, die Dich weiterhin mit Benachrichtigungen nerven. Aktiviere den »Nicht stören«- und VIP-Modus, um zu bestimmten Zeiten gar nicht mehr belästigt zu werden.

5. Schränke Deine Kommunikation ein

E-Mails, Messenger, SMS und Telefonanrufe können ebenso nervtötend sein. Reduziere Deine vorhandenen E-Mails auf ein Minimum (Stichwort »Zero-Inbox«) und entferne alle Konversationen, die abgeschlossen oder lange Zeit unbeantwortet geblieben sind.

Bestelle nach und nach alle Spam- und Werbe-Nachrichten ab und ersetze Newsletter durch RSS-Feeds. Richte Dir außerdem feste Zeiten ein, an denen Du Nachrichten beantwortest und arbeite dann alle ab, bis keine mehr übrig bleibt.

6. Reduziere Deinen Internet-Konsum

Mal Hand aufs Herz: Wieviele Webseiten nutzt Du wirklich regelmäßig? Beschränke Dich auf diese wenigen, anstatt das ganze Netz nach neuen Informationen zu durchforsten. Frage Dich auch immer nach dem Nutzen, bevor Du eine neue Webseite hinzufügst.

Lösche auch die Bookmarks auf Deinem Rechner und in der Cloud, um nicht wieder daran erinnert zu werden. Melde Dich unbedingt von allen Plattformen ab, die Du mal ausprobiert hast und nur noch ab und an darüber stolperst.

7. Logout

Natürlich sollte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass Du auch die Zeit, die Du im Internet, am Computer, auf dem Smartphone oder Tablet verbringst, ebenfalls minimieren kannst.

Manche schränken sich hier einfach etwas ein und gehen lieber in die Natur oder unter Menschen. Besonders spannend ist aber auch ein internet- oder sogar technikfreier Tag pro Woche.

Was auch immer Du davon ausprobierst – gehe es langsam an und probiere Schritt für Schritt, welche Dinge für Dich funktionieren und welche nicht.


Mirko

Mirko Schubert schreibt auf digitaler-minimalismus.de über das reduzieren des digitalen Lebens auf ein Minimum. Außerdem ist er in Musik, Pädagogik und einigem mehr bewandert. Schaut doch einmal auf seinem Blog vorbei oder startet eine Diskussion in der dazugehörigen Facebook Gruppe. Ich habe heute zum Start seines neuen Blogs auch einen Artikel beigesteuert (Abschied vom Apple Kosmos).

 

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Gastartikel: Loslassen

A young woman is sitting on the grass in a park and is meditating at sunset

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Es gibt Dinge, von denen wir uns ganz leicht trennen können. Das sind zum Beispiel Stifte, Werbegeschenke oder alte Zeitschriften. Dann gibt es aber auch Dinge, bei denen es uns sehr schwer fällt. Der Hauptgrund liegt darin, dass wir eine emotionale Beziehung zu unseren Besitztümern aufgebaut haben – der eine mehr, der andere weniger:

1 Wir identifizieren uns mit unserem Besitz

Ein Eigenheim kann zum Beispiel dafür stehen, was wir schon alles erreicht haben. Je mehr wir uns mit unseren Besitztümern identifizieren, desto mehr haben wir das Gefühl, sie auch zu brauchen, um zu wissen, wer wir sind oder um von anderen wertgeschätzt zu werden. Es fällt uns schwerer loszulassen und es kann sogar soweit führen, dass wir uns persönlich abgewertet fühlen, wenn jemand unseren Besitz abwertet. So kann sich eine innerliche Leere breit machen, obwohl wir von vielen Dingen umgeben sind.

Lass einfach los! Du bist nicht was du hast! Hast du weniger Besitz, bist du deshalb nicht weniger Wert. Trenne dich also getrost von all den Dingen, die du nicht wirklich brauchst, die nicht zu dir passen und die du nur besitzt, um andere zu beeindrucken. So löst du die emotionale Beziehung zu deinen Besitztümern langsam auf. Du machst dich unabhängig von ihnen und bist freier, weil du dir selbst genügst. Ohne diese Dinge, kommt zum Vorschein, wer du wirklich bist. Und wer sich seiner selbst bewusst ist, ist selbstbewusst – auch ohne materiellen Besitz.

2 Wir leben unsere Träume durch unseren Besitz

Manche Dinge nutzen wir dazu, um der Realität zu entfliehen. Wir träumen mit ihnen davon, jemand anderes zu sein oder etwas anderes zu tun. Ein Reiserucksack kann in uns zum Beispiel die Hoffnung wecken, irgendwann als Backpacker die Welt zu bereisen, anstatt unsere Tage im Büro zu verbringen. Diese Art, seine Träume zu leben, bleibt aber auf Dauer unbefriedigend, wenn wir sie nicht in die Tat umsetzen. Und diese Dinge erinnern uns daran. So fällt es uns schwer, sie loszulassen, weil wir damit akzeptieren müssen, dass das, wovon wir geträumt haben, durch sie nicht real geworden ist.

Lass einfach los! Du brauchst keine materiellen Dinge, um von einem anderen Leben zu träumen. Trenne dich von all den Dingen, die du mal gekauft hast, um dich besser oder anders zu fühlen, obwohl du sie eigentlich nicht brauchst. Sie halten dich nur davon ab, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Materielle Dinge machen uns nicht besser, verändern unser Leben nicht und erfüllen unsere Träume nicht. Nur du selbst kannst das, indem du es einfach tust.

3. Unser Besitz ist ein Teil unserer Vergangenheit

Dinge, die an unsere Vergangenheit erinnern sind zum Beispiel Sportpokale, ein Schuljahrgangsbuch oder eine Hose, die nicht mehr passt. Davon loszulassen fällt schwer, weil sie uns daran erinnern, wer wir einmal waren. So ist es zum Beispiel nicht nur der Abschied von einer Hose, die nicht mehr passt, sondern auch der Abschied von der Figur, die wir einmal hatten und der Hoffnung, irgendwann doch wieder hineinzupassen.

Lass einfach los! Diese Dinge halten dich in der Vergangenheit fest. Was zählt ist aber dein Leben, wie es jetzt gerade ist und was du noch daraus machen kannst. Alles Wichtige, was vergangen ist, ist bereits in dein jetziges Ich eingeflossen in Form von Erfahrungen und Lernprozessen. Die schönsten Momente bleiben dir in deinen Erinnerungen erhalten. Lass Vergangenes, was keine Bedeutung mehr in deinem Leben hat, einfach los und schau nach vorn. So schaffst du Platz für neue Erfahrungen. Das kann zum Beispiel auch eine neue Hose sein, die nun viel besser zu dir passt.
4. Wir fühlen uns anderen gegenüber verpflichtet, etwas zu behalten

Oft freuen wir uns über Geschenke oder über Vererbtes. Manchmal gehen sie jedoch völlig an unseren Wünschen vorbei, sodass sie ein trauriges Dasein als Staubfänger in unserem Zuhause fristen oder uns ungewollt an sich binden, wie zum Beispiel eine vererbte Immobilie. Dennoch fühlen wir uns dem Menschen gegenüber verpflichtet, der sie uns geschenkt oder vermacht hat und halten daran fest. Diese Dinge können schnell zur Last werden, da wir uns ständig um sie kümmern müssen, wenn wir das nicht wollen.

Lass einfach los! Lass dich von Geschenken und Vererbtem nicht verpflichten. Die Autorin Marie Kondo schlägt in ihrem Buch „Magic Cleaning“ vor, diese Dinge wegzugeben, da sie in dem Moment des Schenkens, ihren Zweck bereits erfüllt haben, nämlich dir eine Freude zu bereiten. Dann kannst du es mit gutem Gewissen im Laden umtauschen und dir etwas anderes davon kaufen oder anderweitig weggeben. Verfüge frei über alles, was in deinen Besitz übergegangen ist. Nur du entscheidest über dein Leben. Wenn du etwas verschenkst oder vererbst, lasse auch anderen die Freiheit, damit zu tun, was sie für richtig halten.

5. Wir haben Angst, den Gegenstand doch nochmal gebrauchen zu können

Oft fällt es uns schwer, uns von Dingen zu trennen, weil wir Angst haben, sie doch noch gebrauchen zu können. Dahinter verbirgt sich die Angst, ein zukünftiges Bedürfnis mal nicht befriedigen zu können. Das fühlt sich natürlich nicht gut an. Wenn du jedoch alles für den Fall der Fälle behältst, wirst du nicht loslassen können und immer wieder von Gegenständen umgeben sein, die du nicht wirklich brauchst. Die Feng-Shui Beraterin Karen Kingston vergleicht sie in ihrem Buch „Feng Shui. Gegen das Gerümpel des Alltags“ als unerledigte Aufgaben, die stets eine Forderung an uns stellen. So fühlst du dich in deinem eigenen Zuhause schnell überfordert und unwohl.

Lass einfach los! Ich sage dir aus Erfahrung, dass du es nicht bereuen wirst, wenn du innerlich wirklich losgelassen hast. Denn dann ist jede Entscheidung bewusst und gut von dir durchdacht. Die emotionale Beziehung zu den Gegenständen ist aufgelöst. Falls du einem Gegenstand doch einmal hinterhertrauern solltest, dann frage dich einfach wieder, warum du dich davon getrennt hast, zum Beispiel weil ein Kleid nicht richtig gepasst hat. So lässt du innerlich noch einmal los. Außerdem ist in einer Überflussgesellschaft immer mehr als genug da. Das meiste wirst du jederzeit wieder beschaffen können.

6. Das, was in unserem Besitz ist, hat für uns einen größeren Wert

Es gibt Gegenstände, die wir offensichtlich nicht brauchen, wie zum Beispiel eine analoge Spiegelreflexkamera, die nicht mehr zeitgemäß ist. Dennoch fällt es schwer, uns davon zu trennen, da sie für uns einen viel höheren Wert hat als für andere, zum Beispiel weil wir viel Geld dafür ausgegeben haben. Potenzielle Käufer sind aber nicht dazu bereit, den von uns verlangten Preis zu zahlen. Bezeichnet wird dies als Endowment-Effekt.

Lass einfach los! Fakt ist: Du hast bereits dein Geld dafür ausgegeben. Das kannst du nicht mehr rückgängig machen. Verkaufe oder verschenke den Gegenstand, wenn du ihn nicht mehr brauchst. So hast du eine Verpflichtung weniger im Leben. Und wenn du es für weniger Geld hergibst, ist es immerhin besser als nichts dafür zu bekommen und darauf sitzen zu bleiben.

7. Wir haben viel Arbeit und Zeit in die Gegenstände investiert

Loslassen fällt ebenso nicht leicht bei Gegenständen in die wir viel Arbeit und Zeit investiert haben. Das können zum Beispiel selbst gemalte Bilder sein oder selbst Genähtes. Auch in unsere Studien- oder Schulunterlagen haben wir viel investiert. Sie haben daher einen hohen emotionalen Wert für uns.

Lass einfach los! Deine Schul- und Studienunterlagen haben ihren Zweck erfüllt. Auch eine selbst gehäkelte Mütze hat ihren Zweck erfüllt. Wenn du sie nicht mehr brauchst, gib sie weg. Du selbst hast von ihnen längst in deiner Schaffensphase profitiert.

LOSLASSEN. Wenn du loslässt, verändert sich die Beziehung zu deinen Gegenständen. Du löst die emotionale Bindung zu ihnen auf und siehst sie wieder als das was sie sind, nämlich als Gegenstände – nicht mehr und nicht weniger. Das verändert auch dich, weil du nicht mehr an deinen Besitztümern haftest. Du bist nicht mehr abhängig von ihnen sondern frei. Mit jedem Gegenstand den du loslässt, wird dir bewusst, wie sehr das Streben nach materiellen Dingen dein Leben in Anspruch genommen hat, indem sie deine wertvolle Lebenszeit, deine Energie und dein Geld beansprucht haben. So veränderst du den Fokus in deinem Leben von mehr Haben zu mehr Sein.

Noch ein Tipp zum Abschluss: Setz dich nicht zu sehr unter Druck. Loslassen soll befreien und nicht mit Verlust verbunden sein. Lass nur Dinge los, wenn es sich für dich auch gut anfühlt. Du wirst auch nicht nur einmal loslassen sondern immer wieder. Betrachte es als einen minimalistischen Lebensweg, den du gehst. Manche Gegenstände kannst du erst nach einigen Jahren loslassen. Manche nie. Wichtig ist, zu erkennen, was du selbst für ein gutes Leben brauchst.

http://minimalkonzept.de/

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Auf ihrem Blog MinimalKonzept schreibt Huong über Minimalismus.

Es geht nicht nur um das Entrümpeln sonder auch darum, sich seine eigene Freiheit zurück zu erobern. Minimalismus als Weg. Außerdem hat Sie das Buch „die Minimalismus Diät“ geschrieben. bei Facebook findet ihr sie hier.