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du bist reich

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Ich stelle diese Aussage einfach einmal in den Raum und du wirst dich sicherlich fragen, wie ich dies annehmen kann, ohne dass wir uns kennen und ich so gar nichts von dir weiss, außer, dass du diesen Blog Beitrag liest.
Aber ich weiß mehr von dir, als du zum jetzigen Zeitpunkt denkst.

Es wird sehr wahrscheinlich sein, dass du dich in Deutschland, Österreich oder der Schweiz aufhälst.
Außerdem ließt du diesen Blog weil dir jemand einen Artikel empfohlen hat oder du über einen anderen Blog oder eine Suche mit Stichworten wie Minimalismus dich hierher geführt haben.

Du hast einen Computer, oder ein Handy, vielleicht aber auch ein Tablet. (Es kann natürlich auch sein, dass du nur den Zugang zu einem Computer hast, der dir nicht gehört)

Wenn wir die Fakten bis hierher zusammen ziehen, unterscheidest du dich, weltweit gesehen, schon von sehr vielen Menschen.

Sehr viele Menschen von uns haben genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf, Kleidung, eine eigene Wohnung, sind durch Bahn, Fahrrad oder Auto mobil. Wir müssen uns keine Gedanken um Energie, Wasser oder Nahrungsknappheit haben und es gibt eine Grundversorgung, die uns den Zugang zu diesen Dingen und so gar noch der Krankenversicherung ermöglicht.

Ich spreche hier nicht von Vermögensreichtum, der Gemessen wird an dem was du auf der hohen Kante hast, sondern davon, dass alleine diese Dinge ich ich eben aufgezählt habe so viel wert sind.

Ich habe so viele Menschen getroffen, die Glücklich waren, Zufrieden und Reich mit dem was Sie hatten.
Viele von uns schauen nicht zunächst auf sich selbst, sondern auf andere und empfinden, teils zu recht, teils zu unrecht, Neid über den Reichtum andere. Aber wir können uns selber nur als Reich empfinden, wenn wir uns davon lösen. Sonst sind wir gefangen in der Abhängigkeit zum Konsum.

Wenn ich aber nur noch mich habe, zuwenig Geld, kein Dach über dem Kopf, keinen eigenen Besitz außer die Kleidung die ich habe, dann kann ich doch nicht reich sein?

Natürlich ist dies ein extremes Beispiel, aber man kann auch dann reich sein. Man kann jeden Morgen dankbar sein, dafür, dass man lebt. Das es einem gesundheitlich gut geht und dass man ein selbstbestimmtes Leben führt.

Ich freue mich auf Deine Kommentare. Warum bist du reich?

4 Kommentare

  1. Also wir, meine Frau und ich, waren schon einmal arm, sehr arm (wochenlang Aldi-Spaghetti mit Margarine, zum Hochzeitstag 2 Hühnerschlegel aus dem Sonderangebot). Diese Zeit möchte ich nicht mehr erleben! Wirklich nie, nie mehr. Damit das nicht mehr passiert habe ich vorgesorgt.

    Wir haben damals keine Transferleistungen von irgendeinem Amt bezogen, haben aber mit Jobs, weit unter unserem Können überlebt. Uns hätte es damals nichts genützt, ja hätten es als sehr verletzent empfunden, wenn uns jemand gesagt hätte, wir wären reich. Oder auch nur der Hinweis, dass es anderen Menschen auf dieser Welt noch schlechter geht.

    Armut ist auch ein Gefühl. Und niemand weiß wie jemand fühlt!

    Gelernt haben wir aber auch. Heute wir, dass wir auch mit sehr wenig leben können. Existenzangst haben wir keine mehr! Und das ist sehr gut!

    In einem Aufsatz habe ich das festgehalten:
    http://www.buuss.de/stiftung/download/Kleinstbudget-Management.pdf

    • Diese Antwort hat mich sehr bewegt. Wenn ich mit meinem Artikel Menschen in solchen Lebenssituationen vor den Kopf gestoßen habe, tut mir das sehr leid, dies war keinesfalls meine Absicht. Es ging mir eher darum zu zeigen dass man Reichtum auch empfinden kann, wenn man von aussen, als nicht reich angesehen wird.

      Vielen Dank für deinen Kommentar

  2. Michaela

    Neben den Punkten, die du bereits in deinem Artikel genannt hast, bin ich auch reich weil:
    – ich meine Meinung frei äußern kann,
    – keine Angst um mein Leben oder dass der Menschen haben muss, die mir wichtig sind (Krieg, Verfolgung, leben an Orten mit hoher Verbrechensrate usw.)
    – ich von Menschen ungeben bin, die mich lieben und mich so nehmen, wie ich bin.

    Sicher gibt es noch viele weitere Gründe, warum ich reich bin, aber dies sind für mich die wichtigsten.

  3. Bin ich reich, weil ich den Moment einfach genießen kann? Ich sitze in der Sonne, hab die Augen geschlossen, höre die Vögel zwitschern. Kommentar der Anwesenden, dass es ja fast schon perfekt wäre, aaaaaber jetzt noch ein Stück Kuchen, das wär’s oder einen Pool oder einen viel bequemeren Stuhl, das Ganze in der Südsee… Brauch ich alles gar nicht. Ich bin total entspannt.

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