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Gastartikel: Minimalismuszitate

Eine staubsaugende Mutter ist so abwesend wie der Tod.“     

(Wilhelm Genazino: Ein Regenschirm für diesen Tag)

Ein einziger Satz in einem Roman kann verwundern oder aufrütteln, man kann ihm zustimmen, ihn blöd finden, über ihn lachen oder ihn hinterfragen.

Ich habe vor einer Weile schon mal versucht einen kleinen Text für Michaels Blog zu schreiben, in dem ich deutlich machte, warum ich Zitate so gern hab.

Alles Formulierte klang jedoch ein wenig kitschig, nicht so richtig nach dem, was ich sagen wollte.
Deshalb jetzt kurz, knapp und direkt auf den Punkt: Ich mag Minimalismus. Und ich mag Zitate.

Darum hier für euch gesammelt ein paar Minimalismuszitate, die mir beim Lesen sofort gefallen haben.

Mitch wollte in einem Motelzimmer wohnen. Er wollte in einem Zimmer schlafen, das nichts ausdrückte, weil Räume bedeutungslos sein sollten.“

(Chuck Klosterman: Nachteulen)

„Irgendwo hat er gehört, dass die Nordländer eine Vorliebe für Minimalismus haben, und entsprechend hat er seine Bar auch eingerichtet: Kaffee, Bier, Wein […]“

(Jaroslav Rudis: Vom Ende des Punks in Helsinki)

Sie lebte beinah spartanisch und schien auch kaum Freunde zu haben. Eine völlig andere Naoko als die, die ich aus der Schulzeit kannte, als sie schicke Sachen getragen und sich mit zahllosen Freunden umgeben hatte.“

(Haruki Murakami: Naokos Lächeln)

Die Menschen, die einen großen Wert auf Gärten, Gebäude, Kleider, Schmuck oder irgendein Besitztum legen, sind weniger gesellig und gefällig; Sie verlieren die Menschen aus den Augen, welche zu erfreuen und zu versammeln nur sehr wenigen glückt.“

(Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre)

Irgendwann hatte ich die Einrichtung meiner Wohnung ohne besondere Gründe abgebrochen. Ich hatte keine Lust mehr, in sogenannten kompletten Verhältnissen zu leben.“  

(Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal)

„Es war eigentlich immer das Gleiche: du wolltest etwas anderes, und ich wollte nichts sein. Beides nicht so leicht, wie man denkt.“

(Daniel Kehlmann: Der fernste Ort)

Er hatte einen Bauch und eine Hypothek, eine gestrandete Ehe […]. Er hatte sich seiner eigenen Trägheit hingegeben. Eigentlich sollte er auf einem Dachboden leben, Brot und madigen Käse essen, am Abend sein einziges Hemd waschen, während in seinem Kopf die Wörter glühten.“

(Margaret Atwood: Tipps für die Wildnis)

Und nicht vergessen:

Hinter jedem Einzeiler steckt ein ganzes Leben.“

(Gloria Naylor: Baileys Café)

😉

Wie sieht´s aus, seid ihr auch begeistert von Zitaten? Was ist euer Liebstes?

Danke Verena für diese tollen Zitate. Sie regen zum Nachdenken an und sind einfach anders, wie die üblichen Verdächtigen aus Fightclub und Co.  Verena könnt Ihr beim Stammtisch in Köln treffen.

4 Kommentare

  1. Winona

    „Verdränge die Grundsätze der Menschheit, speziell die Wichtigkeit von materiellem Besitz.“

    „Die Dinge die du besitzt werden letztendlich dich besitzen.“

    „Der Erlöser der meinen Besitz zerstört hat, hat meine Wahrnehmung neu ausgerichtet.“

    „Du bist nicht deine Arbeit. Du bist nicht wieviel Geld du am Konto hast. Du bist nicht das Auto das du fährst. Du bist nicht der Inhalt deiner Geldbörse. Du bist nicht deine scheiß Cargohosen. Du bist der singende und tanzende Abschaum der Welt.“

    „Erst nachdem wir alles verloren haben sind wir frei alles zu tun.“

    „Weißt du was ein Duvet ist? …Es ist einfach eine Bettdecke. Eine einfache Bettdecke. OK, warum wissen Jungs wie du und ich was ein Duvet ist? Ist das wichtig für unser Überleben im Sinne der Welt von Jägern und Sammlern? Nein. Was sind wir dann? Wir sind Konsumenten. Wir sind ein Nebenprodukt der Livestyle Obsession.“

    „Mann, im Fight Club sehe ich die stärksten und klügsten Männer kämpfen, die jemals gelebt haben. Ich sehe all dieses Potential und ich sehe die Verschwendung. Verdammt, eine gesamte Generation zapft Benzin, räumt Tische ab oder sie sind Bürosklaven in Anzügen. Werbung macht uns heiß auf Autos und Klamotten, wir arbeiten in Jobs die wir hassen, nur damit wir Scheiße kaufen können die wir nicht brauchen.“

    „Was willst du? Willst du zurück zu deinem scheiß Job, in deine scheiß Wohnung um Sitcoms zu glotzen? Fick dich, dass werde ich nicht tun.“

    „Weil wir gerade von Konsumverhalten sprechen „Wir sind alle Teil vom selben Komposthaufen.“

    „Wie peinlich…ein Haus voller Zutaten und kein Essen.“ [Eine Synekdoche für eine moderne, vom Verbrauch getriebene Gesellschaft]

    Ansager während er auf eine im Stil von Calvin Klein gehaltene Anzeige am Bus schaut „Sollte so ein echter Mann aussehen?“

    „Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!“

    „Schwing deinen Arsch aus deinem Apartment. Triff dich mit einem Mitglied des anderen Geschlechtes. Hör auf damit so exzessive einzukaufen und zu masturbieren. Kündige deinen Job. Fang an zu kämpfen. Beweise das du am Leben bist. Wenn du deine Menschlichkeit nicht einforderst, wirst du als niemand sterben. Du wurdest gewarnt.“

    „Das ist dein Leben und es endet jede Minute aufs neue.“

    „Verpiss dich mit deinen grün gestreiften Sofa Sets, ich sage: sei nie vollständig, ich sage: hör auf perfekt zu sein, ich sage: entwickeln wir uns, lass die Dinge einfach laufen!“

    Zitate aus „Fight Club“

    http://www.hafawo.at/selbstmanagement-motivation/fight-club-motivationssprueche-25-zitate-die-es-in-sich-haben/

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