Gastartikel: Geschenkpapier

© Alexander Erdbeer - Fotolia.com
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Egal wo wir uns in diesen Tagen aufhalten, das Weihnachtsshopping ist in vollem Gange. Menschen verschulden sich um ihren Liebsten zu zeigen, wie gern sie sie doch haben. Allerorts rennen gestresste Shopper durch die kleinen und großen Einkaufsstraßen. Und überall sind Geschenke in alle Formen und Farben zu sehen.

Neben dem Weihnachtsbaum repräsentiert wahrscheinlich nichts so sehr die Weihnachtszeit wie das Symbol „Geschenk“. Es ist überall zu finden: in Einkaufszentren unter dem Plastikweihnachtsbaum mit Nadelduft, als kleine Dekoration an und in den Verkaufsständen auf den vielen Weihnachtsmärkten oder im TV, wo sich langsam die virtuellen Schleifchen öffnen und uns Preisgeben, warum wir an den Feiertagen lieber fernsehen (und Werbung sehen) sollten, als besinnlich zu genießen.

Eines haben all diese Geschenkesymbole gemeinsam: Sie sind in buntem (und teurem) Papier verpackt. Natürlich sieht dies unter dem Weihnachtsbaum am Heiligen Abend wunderschön aus. Doch leider ist diese Idylle jedoch nur von kurzer Dauer. Vielleicht ein paar Stunden liegt dort alles schön zusammen, bis die große Reißorgie Bescherung beginnt. Nach ein paar Minuten ist alles auch schon wieder vorbei und es bilden sich hohe Berge von Papiermüll aus dem schönen Geschenkpapier. Schnell wird alles zusammengedrückt, gesammelt und in den Abfalleimer vor dem Haus geschmissen, falls dieser noch nicht mit dem Geschenkpapier und Verpackungen der anderen Familien überfüllt ist. Alles in allem eine große Verschwendung von Ressourcen und eine unnötige Belastung für unsere Umwelt.

„Knitter das Papier nicht so! Das kann ich bügeln und wiederverwenden.“

Einen solchen Satz hat vermutlich jeder schon von seiner Oma oder Uroma gehört. Eigentlich eine gute Idee. Aber mal ehrlich: Wer hat das schon einmal gemacht? Oder das Geschenkpapier vom letzten Jahr wiederentdeckt? In unserer schnelllebigen Zeit nimmt sich vermutlich niemand mehr die Zeit um das Papier zu sammeln, zu bügeln (funktioniert das überhaupt?) und bis zum nächsten Jahr zu verwahren.Immer wieder hört man auch von diesen Menschen, die Geschenke in Zeitungspapier einpacken. Aber kennt man im Bekannten oder Familienkreis jemanden, der Geschenke so verpackt oder hatgar selbst schon einmal ein Geschenk in Zeitungspapier bekommen?

Nun, ich out mich: Ich bin seit Jahren so einer. Und es ist gar nicht schlimm und tut keinem beschenkten weh. Ganz im Gegenteil. Verpacken mit Zeitungspapier gleicht schon fast einer kleinen Bastelaktion. Denn zu jedem Geschenk mit muss natürlich auch die Zeitung passen. Nichts ist schlimmer als einem Schalker sein Geschenk in der Sportseite mit dem letzten Dortmunder Sieg, mit schön großem Farbfoto, zu schenken.Ich persönlich nutze die kostenlosen Wochenzeitungen, die sich in unserem Hausflur gerne sammeln. Neben den Farbfotos von singenden Kindern, schönen Weihnachtsmarktkulissen oder dem blau-weißen Sportteil, können auch die Werbebeilagen gut genutzt werden. Auf diesen sind meist sogar Engel oder andere weihnachtlichen Symbole oder Cliparts abgebildet, die sich ausschneiden lassen. Diese dann einfach aufkleben. Damit kann man das in Zeitungspapier verpackte Geschenk sogar noch zusätzlich aufwerten.

Negative Erfahrungen habe ich bis jetzt noch keine gemacht. Nur mein kleiner Neffe schaute etwas komisch, was aber auch verständlich ist. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: die Umwelt und der eigene Geldbeutel werden geschont und die Beschenkten freuen sich über eine kreative Verpackung. Und der arme Müllmann muss etwas weniger Müll zum Wagen hiefen.

Wie geht Ihr mit den Verpackungen unterm Weihnachtsbaum um? Bügeln? Oder verpackt Ihr die Geschenke vielleicht gar nicht?

— Danke an Daniel von Die Entdeckung der Schlichtheit für den Gastbeitrag. Mehr über Minimalismus und einfaches Leben findet Ihr auf seinem Blog unter www.Schlichtheit.com

— Ergänzung: Wenn Ihr mal ein Paket sehen möchte schaut euch die Weihnachtsgrüße von Daniel hier an

  1. Sonja Ninnemann

    Also ich gehöre noch zu denen, die Geschenkpapier wiederverwertet, sofern es hält. Ansonsten geht auch Packpapier, beklebt oder bemalt. Und gerne bunte Geschenktüten, die ja mehrere Runden an Wiederverwendung aushalten, und schneller ausgepackt sind 🙂

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