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Gastbeitrag: Mach’s dir in deiner Komfortzone so richtig gemütlich!

© Alena Ozerova – Fotolia.com

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Kannst du es inzwischen auch nicht mehr hören? Überall liest und hört man, man soll gefälligst seine Komfortzone verlassen, ja, sie „crushen“. Also ich hab’s inzwischen ziemlich satt, mir vorschreiben zu lassen, was ich wann tue! Nein, ich möchte mich nicht in einer Disko auf den Boden legen (wie es tatsächlich eine Übung zum Verlassen der Komfortzone vorschlägt) und ich finde daran überhaupt nichts falsch!

Ich weiß schon, was die Komfortzonen-Vertreter mir daraufhin entgegnen werden: „Aber das ist doch nur eine Übung, damit du deine Ängste und Hemmungen verlierst!“ Natürlich weiß ich, dass es eine Übung ist, das ändert allerdings gar nichts daran, dass ich sie als vollkommen sinnlos empfinde. Ich will meine Hemmungen nicht verlieren! Wenn ich das wöllte, bräuchte ich einfach ein paar Schnäpse.

Das Interessante ist, dass ich mich beinahe weigere, meine Komfortzone zu verlassen und mich dennoch weiterentwickle. Das wird hoffentlich jeder bestätigen können, der mich kennt. Ich tue Dinge, von denen ich früher die blanke Panik hatte, heute mit vollkommener Selbständigkeit. Warum? Weil ich in meiner Komfortzone die Zeit habe, mich selbst zu entdecken, mein dadurch Selbstbewusstsein automatisch wächst und die Komfortzone sich von alleine ausweitet. Nun liegen Dinge, die vorher außerhalb des Kreises lagen und viel Mut erforderten, plötzlich darin. Ich muss nicht kämpfen, muss mich nicht abmühen und über die Komfortzone springen. Ich warte einfach nur ab und bekomme das, was ich wollte, ebenso. Die Komfort-Zone-Crusher werden spätestens jetzt ihren Kopf schütteln und diese Website wegklicken. Du bist noch dabei? Super, vielleicht kann dich ja dann beruhigen: Du musst deine Komfortzone nicht verlassen, um dich zu entwickeln und glücklich zu sein. Und jetzt werde ich ganz frech: In der Komfortzone ist es oft genug viel schöner als draußen. Ich finde sie richtig toll und obwohl überall prophezeit wird, dass man nur außerhalb etwas Besonderes erleben kann, erlebe ich jeden einzelnen Tag innerhalb meiner Komfortzone so wunderbare Dinge, dass sie mir die Tränen in die Augen treiben!

Wenn du die Welt in deiner Komfortzone erkundest, bemerkst du Dinge, die du vor lauter Plänen, sie zu verlassen, ansonsten vollkommen übersehen hättest. Natürlich kann man nach Hawaii fliegen, auch wenn man die eigene Stadt nicht richtig kennt. Aber ist es denn nicht auf seine eigene Art und Weise wunderbar, ebendiese Stadt (neu) zu entdecken? Sind die kleinen, gelben Blumen, die ihre Köpfe durch die Schneedecke stecken, nicht ebenso schön wie die exotischen fleischfressenden Pflanzen im Urwald Papua-Neuguineas? Haben wir sie überhaupt wahrgenommen, obwohl sie jedes Jahr in unserem Garten wachsen?

Ich merke immer wieder, dass die Menschen, die nach Mehr, Schneller, Weiter streben, die Dinge vor ihrer eigenen Nase gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Sie glauben, erst ein lebenswertes Leben geführt zu haben, wenn sie alle 1000 Dinge auf ihrer Liste abgehakt haben, wenn sie die Welt von der Antarktis bis Zentralafrika bereist und sich auf den Boden in der Disco gelegt haben. Oder so ähnlich. Ich muss zugeben, dass auch ich lange diesem Irrglauben hinterhergelaufen bin. Obwohl ich mein Glück im Hier und Jetzt und meinem einfachen Leben bereits gefunden hatte, war ich immer noch der Ansicht, bestimmte Punkte unbedingt tun oder erledigen zu müssen. Ich war einfach nicht in der Lage, mich von den gesellschaftlichen Erwartungen zu lösen, obwohl ich glaubte, es bereits getan zu haben. Ich fühlte, wie eine ständige Spannung zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte, herrschte, die es mir nicht ermöglichte, mich gänzlich in mein Leben hineinfallen zu lassen.

Glücklicherweise habe ich noch rechtzeitig die Kurve gekriegt und auf meine Intuition gehört, die mir ganz laut und deutlich ins Ohr geschrien hat: „Anna! Du hast schon alles! Schau dich um – wo du wohnst, wo du im Leben stehst, wie dein Alltag abläuft! Alles ist einfach nur wunderbar!“ Ja, es hat seine Weile gedauert, aber jetzt mache ich es mir so richtig in meiner Komfortzone gemütlich!

In meinem Alltag mache ich so viele Dinge wie möglich, die sich richtig gut und stimmig für mich anfühlen, vor denen ich keine Angst habe. Diese Dinge geben mir richtig viel Energie. Und mit der Energie fühle ich mich ab und an bereit, meine Komfortzone ein Stückchen auszuweiten oder sie sogar zu verlassen. Dieses Verlassen fühlt sich dann aber so natürlich an, dass es mir gut tut anstatt mir Druck zu machen.

Deswegen: Wenn du keinen Bock drauf hast, deine Komfortzone mit großem Krawall zu verlassen oder gar zu sprengen – bleib einfach darin! Erkunde sie genau, lerne in ihr alles kennen, was dir begegnet. Lerne dich selbst kennen. Lerne deine Umgebung kennen. Vielleicht kommt der Tag, an dem du etwas größere Schritte machen möchtest, aber wenn er nicht oder nicht so schnell kommt, ist das vollkommen okay. Jeder braucht seine Zeit. Und auch, wenn sich etwas für dich wie Stillstand anfühlt, ist das nicht so. Du entwickelst dich ständig weiter – auch wenn du ganz ruhig und in dir bist. Interessanterweise entwickelst du dich genau dann sehr schnell. Oft sogar viel schneller, als jemand, der alleine nach Neuseeland reist und sich mit dem Fallschirm aus atemberaubender Höhe stürzt. Ich glaube, es ist ein Denkfehler, anzunehmen, dass man sich nur durch die riesengroßen Dinge weiterentwickelt.

Ich kann dir nicht sagen, wie du deine eigene Komfortzone erkunden kannst, denn die ist bekanntlich bei jedem anders, aber ich kann dir davon erzählen, wie ich das mache und wie ich dadurch jeden Tag Großartiges erlebe und viel Freude empfinde:

  • Spazierengehen: Durch das Spazierengehen entdeckst du deine unmittelbare Umgebung immer wieder aufs Neue. Ich versuche mir dabei vorzustellen, dass ich die Strecke, die ich eigentlich gut kenne, zum ersten Mal gehe. Was würde jemand aus Afrika über diese wunderschöne Birke denken? Hat er jemals einen Baum mit weißer Rinde gesehen?
  • Aufmerksamkeit: Ich versuche, in meinem Alltag immer sehr aufmerksam zu sein und keine zwei Dinge auf einmal zu machen. Wenn ich esse, esse ich. Dabei schmecke und rieche ich, fühle die Konsistenz, sehe mir genau an, was aus meinem Teller liegt, höre meinen Kaugeräuschen zu. Dasselbe lässt sich mit allen anderen, alltäglichen Dingen praktizieren: Dem Zähneputzen, Staubsaugen, dem täglichen Weg zum Parkplatz,…
  • Stille: Ich liebe es, einfach nur ruhig zu sein und nichts zu tun. Ich habe meine Weile gebraucht, bis ich es wirklich so genießen konnte, wie ich es jetzt tue, aber nun weiß ich: Es lohnt sich! Einfach nur dazusitzen und sich selbst zu spüren regeneriert mich von Grund auf!
  • Alleinsein: Auch das war mir vor ein paar Jahren nicht geheuer, doch jetzt kann ich mir ein Leben in ständiger Action gar nicht mehr vorstellen. Durch das Alleinsein lerne ich mich selbst so viel besser kennen und lieben – für mich ist es zu einem täglichen, kleinen Abenteuer geworden, was ich wohl diesmal über mich selbst entdecken könnte! Denn das weiß man nie!
  • Leidenschaften erwecken: Ein Leben ohne Leidenschaften und Begeisterung kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich brauche keine großen oder fernen Ziele dafür! Ich genieße einfach die Tätigkeiten, die mein Herz zum Brennen bringen. Das kann bei jedem etwas anderes sein, bei mir sind es mehrere Dinge: Schreiben, Lesen, Sport, Musik, Spazierengehen,… Die Dinge, die ich so liebe, liegen alle innerhalb meiner Komfortzone und ich habe einen riesigen Spaß mit ihnen!

Du siehst: Du musst deine Komfortzone überhaupt nicht verlassen, wenn du Neues entdecken willst! Das Glück ist nicht auf einer einsamen Insel vergraben – es ist in uns. Und um es zu finden, müssen wir nichts Besonderes machen oder unternehmen. Im Gegenteil: Durch den Druck, unsere Liste abzuhaken, entrückt es uns immer weiter. Vor allem, wenn es auf der Liste einfach nicht vorangehen will. Deswegen habe ich meine Listen von der Wand gerissen und zerknüllt. Ich lasse mich fortan vom Leben überraschen. In meiner Komfortzone. Denn da mache ich es mir so richtig gemütlich! 🙂

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© www.passionflow.de

 Ich bin Anna und schreibe auf meinem Blog www.passionflow.de über die Begeisterung, die es auslöst, seine eigenen Leidenschaften zu finden und ihnen zu folgen. Obwohl ich mit dem Leben lange Zeit auf Kriegsfuß stand, gelingt es mir jeden Tag ein wenig besser, es voller Hingabe zu leben und die kleinen Geschenke zu genießen, die es mir immer wieder gibt. Denn ich habe gelernt: Die kleinen Dinge sind oft die schönsten und sie können uns unglaublich glücklich machen! 🙂

Danke für den Beitrag Anna.

22 Kommentare

  1. Steffi

    Meine Güte Anna, was für ein unglaublich toller, inspirierender, motivierender und voller Lebensfreude und Weisheit geschriebener Artikel! Ich danke Dir tausend Mal dafür, Du hast so recht!

  2. Hallo Anna,

    ich definiere „Komfortzone“ für mich etwas anders. Dabei geht es für mich nicht um irgendwelche schwachsinnigen Adrenalinkicks in fernen Ländern. [Auf dem Boden einer Disco habe ich schon gelegen, das hatte allerdings andere Gründe 😉 ]

    „Wenn Du immer nur das tust, was Du schon immer getan hast, wirst Du auch immer nur das bekommen, was Du schon immer bekommen hast.“

    Ich denke schon, dass man für eine Entwicklung auch andere Wege gehen muss. Ob das jetzt gleichbedeutend mit dem Verlassen der „Komfortzone“ ist, stelle ich jedem frei.

    Ich finde hier ist eine gewisse Ehrlichkeit gefragt. Wenn man nicht bereit ist sich zu bewegen, sollte man m.E. auch nicht über die traurigen Lebensumstände jammern.

    Deinen Weg finde ich sehr ehrlich und authentisch, da Du die bewusste Entscheidung für betont „langsame“ Schritte getroffen hast.

    Viel Erfolg weiterhin in deiner Komfortzone!

    Bloglose Grüße
    Axel

    • Hallo Axel,
      ich gebe dir vollkommen recht. Man muss auch mal andere Wege gehen. Und ja, vielleicht definieren wir die Komfortzone unterschiedlich. In letzter Zeit kommt es mir nur so vor, dass sie eben oft mit dem großen Bäng definiert wird. Und der muss eben nicht sein, wenn es sich für einen nicht richtig anfühlt. Das Wort „Komfort“ impliziert ja, dass es einem gut geht – auch bei der Entwicklung. Das finde ich das Wichtige: Man kann sich weiterentwickeln, ohne dass es die ganze Zeit unbequem wird. Also das „Ausdehnen“ der Komfortzone ist schon wichtig. Vielen Dank für deine Wünsche! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna

  3. Miss Coolblue

    Der Artikel spricht mir meist aus der Seele. Aber da ich ja bald selber den großen Schritt aus meiner Komfortzone hinaus wage, muss ich es auch ein bisschen anders sehen 🙂 Allerdings habe ich mir Zeit für die Vorbereitungen gelassen und bin nicht von Heut auf Morgen losgezogen. Immer ein Schritt nach dem anderen. Ich habe meine selbst meine Ulraubskomfortzone auf Europa eingegrenzt… ob ich jemals über diese Grenzen hinaus komme, weiß ich natürlich heute noch nicht. Ob ich mir nach der Erfahrung noch mal einen Urlaub im Alleingang vorstellen kann, weiß ich auch nicht…das wird sich zeigen.
    Übrigens liebe ich einsame Spaziergänge… die sind für mich das Größte. Generell breche ich meist nur temporär aus meiner Komfortzone aus. Ich kehre immer dorthin zurück, denn es ist so hyggelig (wie die Dänen sagen würden). Die Komfortzone macht den Alltag auch weniger stressig ,weil man ein Konstante hat auf die man sich verlassen kann.

    LG

    • Hi Miss Coolblue,
      auch ich hüpfe immer wieder aus der Komfortzone – dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden, solange man es selbst als stimmig empfindet. Und wenn du das tust: Go for it! 🙂 Welchen großen Schritt wagst du denn?
      Liebe Grüße
      Anna

      • Miss Coolblue

        Ich gehe im Mai/Juni den Jakobsweg. Meine erste Alleinreise. Ich bin ewiger Single und so langsam gehen mir die Singles aus, mit denen ich gemeinsam verreisen kann. 😉 Also muss ich einmal über meinen Schatten springen. Aber es hat natürlich auch andere Gründe das bei so einer großen Reise zu machen.

        • Das klingt wirklich toll! Ich denke, irgendwann werde ich sowas in der Art auch machen. Mal schauen, wann die Zeit dafür reif ist. 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Spaß und tolle Erkenntnisse auf dem Jakobsweg!

  4. uta

    Absolut wertvoller Beitrag! Danke Dir!
    Hat mir wieder ein wenig mehr die Augen geöffnet…
    Sich zu Dingen zwingen, die noch nicht dran sind, schwächt nur und erzeugt negativen Stress.
    Aber sich mutig hervorwagen, wenn man selbst innerlich soweit ist, das bringt viel neue gute Energie 🙂
    Wirklich toller Artikel, hat mir grade sehr viel gegeben!

    • Vielen Dank, liebe Uta!
      Genau das ist es, was ich meine! Wenn es dich schwächt, die Komfortzone ständig verlassen zu müssen, weil das gerade „in“ ist, ist es einfach nicht das Richtige! Und das ist auch vollkommen in Ordnung! Ich freue mich, dass ich dich ein wenig inspirieren konnte und wünsche dir ganz viel „neue, gute Energie“, wie du so schön sagst! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna

  5. Um mal eine etwas kritischere Stimme der Diskussion zuzufügen, ich denke die Grundannahme von der du ausgehst ist problematisch, nämlich die dass wir unsere Komfortzone verlassen „müssen“.
    Niemand sollte seine Komfortzone verlassen, nur weil jemand anderes es dir sagt. Das sollte aus persönlicher Neugierde sein, oder aus dem Willen sich selbst entwickeln zu wollen, neue Dinge zu sehen die weit jenseits der eigenen Vorstellungen liegen um seinen eigenen Horizont zu erweitern. Nicht weil jemand anderes das von dir erwartet.
    Ich denke ein wichtiger Aspekt ist der Grund warum man in seiner Komfortzone bleibt: Ist es aus Angst oder aus einem anderen Grund? Wenn man sein Leben von Angst bestimmen lässt ist es problematisch, und für mich geht es bei der Komfortzone darum mit dieser Angst umzugehen zu lernen, etwa indem ich neue Dinge ausprobiere die ich noch nie davor getan habe, mit Menschen reden mit denen ich zuvor noch nie geredet habe etc.

    Dass man auch die Dinge im eigenen Umfeld wertschätzt (die Dinge auf der Bulletlist) hat meiner Meinung nach nichts mit Komfortzone zu tun, da haben wir wohl eine andere Definition davon.

    • Liebe Jessica,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich denke, dass wir das mit dem Verlassen sehr ähnlich sehen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir die Komfortzone verlassen müssen – ganz im Gegenteil: Mir ist aufgefallen, dass viele andere das so sehen. Ich finde, ganz genau wie du, dass das Verlassen nur aus persönlicher Neugierde stattfinden sollte. Genauso ist das gerade auch in meinem eigenen Leben.
      Dein Punkt mit dem Grund, warum wir die Komfortzone nicht verlassen, ist sehr wichtig und interessant. Wenn ich mich bewusst dafür entscheide, in ihr zu bleiben und die Dinge in ihr zu entdecken, geht das für mich in Ordnung. Wenn ich es aus Angst tue, sollte ich mir zunächst ein Grundvertrauen in das Leben aufbauen – und dann entscheiden, ob ich die Zone verlassen möchte oder nicht.
      Dass es sehr viele Definitionen von der Komfortzone gibt, ist mir auch schon aufgefallen. Deswegen finde ich es umso wichtiger, dass man sich darüber Gedanken macht, anstatt einfach Konzepte aufzugreifen, die im Internet kursieren. Ich für mich definiere die Komfortzone vielleicht ein wenig anders. Wenn deine eigene Definition dir dient, ist das auch wunderbar! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna

  6. Dagmar

    Hallo Anna,

    danke für den tollen Beitrag. Du fasst mein Gefühl ganz trefflich in Worte!
    Jetzt habe ich artikulierbare Argumente, wenn ich mal weider so Sätze höre, wie „Du musst Dich weiterentwickeln“, „man muss sich was trauen“… Bisher fiel mir nichts mehr ein, wenn ich einen ungläubigen Blick erntete: Ich fühle mich im Hier und Jetzt, mit meinem Sein und Haben sehr wohl!

    Die Komfortzone ist wohl bei jedem anders zu definieren. Sie fängt bei einem selber an, erstreckt sich über das nähere Umfeld, die Hobbies, Leidenschaften und auch mal die notwendigen Übel, die zum täglichen Leben dazugehören… Manchmal ist sie auch flexibel und mobil – wie ein unsichtbare Kokon. Und Achtsamkeit ist eine tolle „Erfindung“.

    Und ja, man kann MIT einem Teil seiner Komfortzone auch die Welt erkunden! Ich bin mit Pferd und Hund (und einer Freundin) 10 Wochen unterwegs gewesen. Was zählt ist der Moment!
    Miss Coolblue – ich wünsche Dir viele schöne Momente auf dem Jakobsweg.

  7. Hey Anna,

    ich finde dein Artikel ist wunderschön und kohärent geschrieben! Deiner Message stimme ich zum Teil zu aber zum Teil auch nicht.

    Ich finde deinen Ansatz insofern sinnvoll, dass man sich erst mal hier und jetzt mit sich selbst wohlfühlen lernen muss. Sich also seine eigene Komfortzone aufbaut. Man sollte sich erstmal bewusst werden, dass man so wie man als Mensch gerade ist absolut „genug“ ist und nicht versuchen irgendwelchen externen Idealbildern nachzulaufen.

    Aus eigener Erfahrung sprechend ist das Problem oft, dass man sich eben in seiner Komfortzone nicht wohlfühlt, weil man sich nicht mit sich selbst wohlfühlt. Dann versucht man durch „krasse Aktionen“ die Komfortzone zu erweitern um eine gewisse „Don’t give a fuck“ Einstellung zu erhalten. Die aber in den meisten Fällen nur gekünstelt ist und nicht wirklich locker ist. Also ist es eher ein Ausbrauch aus dem selbstgebauten Verlies.

    Wenn man aber soweit ist, dass man sich so akzeptiert wie man ist und sich in seiner Komfortzone wohlfühlt, dann macht es Sinn diese progressiv zu erweitern. Irgendwie streben wir ja alle nach persönlichem Wachstum. Und mich haben wirklich die unangenehmen Sachen vor denen ich auch zum Teil gehörig Schiss hatte am weitesten gebracht….und damit meine ich nicht das Liegen auf dem Disco-Boden, sondern einem Freund ganz klar über deine Gefühlswelt zu erzählen (für Männer sehr schwer ;)), dich deiner Freundin komplett zu öffnen und ehrlich zu sein egal wie die Konsequenz aussehen wird, mal um etwas zu kämpfen was man wirklich möchte, etwas was man wirklich möchte einfach los zulassen und zu vertrauen das es gut so ist wie es ist egal ob in Freundschaften oder Beziehungen.

    Jetzt wollte ich eigentlich einen eigenen Eintrag schreiben und kommentiere hier einen Roman 🙂

    Alles in allem aber sehr schöner Artikel, freue mich noch Weitere von dir zu lesen!

    • Hi Daniel,
      Vielen Dank für deinen Roman! 🙂 Ich stimme dir in allem, was du schreibst, vollkommen zu. In meinem Artikel habe ich mich auf ein Extrem des Themas „Komfortzone“ konzentriert, das normalerweise überhaupt nicht beleuchtet wird. Natürlich gibt es noch sehr viele Grauzonen und ich bin mir sicher, dass auch ich immer wieder im Leben meine Komfortzone verlassen oder stark ausweitern werde.
      Du schreibst, dass viele das auf Teufel komm raus machen und dadurch nicht authentisch wirken. Genau dazu wollte ich ein Gegengewicht setzen. Denn zu viel Einseitigkeit ist nie gut. Damit meine ich auch, dass es nicht gut ist, sich auf das Thema, so wie ich es beschrieben habe, zu versteifen.
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  8. Hallo Anna,

    meiner Meinung nach, hängt die Komfortzone sehr stark mit jedermanns eigener Definition zusammen.

    Wenn ich beispielsweise in einer Gegend lebte, in der ich dauerhaft Störgeräuschen ausgesetzt wäre, würde ich früher oder später krank werden davon. Das liegt dann außerhalb meiner Komfortzone. Aber wirklich weiterentwickeln werde ich mich dadurch nicht. Es würde mich zermürben.

    Der Sinn des Komfortzonenverlassens besteht für mich darin, mich mit neuen Situationen auseinanderzusetzen. Das passiert in meinem Fall sowohl bewusst als auch unbewusst. Wenn solch ein Zustand aber eine Zeit lang anhält, erweitert sich meine Komfortzone ja auch. Wo setze ich also für mich eine Grenze? Über eine längere Zeit ist es für mich ein Wechsel zwischen Verweilen in der Komfortzone und dem Verlassen ebendieser; quasi wie eine natürliche Balance.

    „Was dich nicht tötet macht dich härter“, hört man oft. Das sehe ich nicht immer so. Doch letztendlich kann man erst im Nachhinein einschätzen, was bestimmte Erlebnisse und Ereignisse in einem bewirkt haben. Meine Maxime ist „Embrace the change“. Wenn ich keine Lust mehr darauf habe, lasse ich es halt bleiben. Schließlich hat jeder von uns einen Willen geschenkt bekommen.

    Gruß,
    Philipp

    • Hallo lieber Philipp,
      da gebe ich dir absolut recht! Vielen Dank für deine Worte – „Embrace the change“ finde ich einen wirklich wunderbaren Satz. Fast schon zu simpel, dass ich von alleine drauf gekommen wäre. Aber genau das ist es – die Veränderung zu umarmen, mit den Zufällen, die in das Leben treten, zu interagieren, bringt einen voran. Und das jeden so, wie er es mag. Vielleicht in kleinen, vielleicht in großen Schritten. Das klingt sehr gut!
      Liebe Grüße
      Anna

  9. Christoph

    Es ist so schwierig in der heutigen Welt aufmerksam zu sein. Alles ändert sich so schnell und oft. Deshalb ist der Minimalismus so hilfreich. Verlangsamen wir und seien wir aufmerksam!
    Viele Grüsse Anna!

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