Momente

© nito - Fotolia.com
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In der letzten Woche ist mir klar geworden, dass ich in der Zukunft einen großen Teil meiner Zeit in besondere Momente investieren will. Das Leben nimmt immer wieder unbekannte Wendungen sowohl im negativen und positiven. Wir können an vielem nicht festhalten, weder am Geld, an Gegenständen oder Menschen. Was am Ende bleibt, sind die Erinnerungen an besondere Momente.
Diese Momente können einfach alles sein. Ein besonderer Moment, wo sich zwei Menschen tief in die Augen sehen. Ein gutes Gespräch, ein toller Ausflug oder vielleicht auch ein Konzert.
Um diese Momente in Erinnerung zu behalten, habe ich für mich herausgefunden, dass es dazu der richtigen Einstellung bedarf. Man muss in der Lage sein, den Moment bewusst erleben zu können.

Durch die Beschäftigung mit einigen Büchern von Thich Naht Hahn rund um das Thema Achtsamkeit und dem Praktizieren einige Qigong Übungen fühle ich mich deutlich ausgeglichener und aufgeschlossener. 
Wenn du das Gefühl hast, dass die Welt an dir vorbei zieht und jeder Tag dem anderen gleicht, dann halte deine Welt ganz bewusst an. Durch ein Buch, ein Musikstück, Meditation, Sport oder etwas anderes. Ich glaube, dass die bewusste Änderung des gefühlten Lebenstempos eine große Rolle für die Ausgeglichenheit eines jeden Menschen spielt und viele von uns dieses Innehalten nicht mehr regelmäßig praktizieren.

Ich habe in der letzten Woche so viele Eindrücke gewonnen, dass viele Dinge liegen geblieben sind. Sei es ein neuer Blog Artikel. Das hören von abonnierten Podcasts, lesen diverser Blogs und einiges mehr.

Wir kommen damit wieder auf einen Kern des Minimalismus zurück. Reduzieren, um Platz zu schaffen. Das bewusste Erleben von besonderen Momenten ist etwas, was diesen Platz wieder füllt.

  1. Es gibt Momente an denen ich glücklich bin, einfach so. So glücklich, dass ich fast anfange zu weinen.
    Wenn mir wieder klar wird, dass das Leben nicht selbstverstänlich ist. Auskosten und bewusst werden solcher Momente sind Achtung des Lebens gegenüber.
    Dinge und Menschen kommen und gehen, was bleibt sind die Momente.

    Viele meinen diese Momente mit Fotos oder Videos einfangen zu müssen. Doch statt im Hier und Jetzt an dem Momet teil zu nehmen, wird das ganze durch ein Ding gestört. Durch dieses Ding nehmen wir den Moment war. Es schiebt sich zwischen uns und dem Moment. Nur um diesen auf einem Foto zu haben. Als Erinnerungsstütze vielleicht ganz nützlich, doch bräuchte man das, wenn man den Moment auskostet, erlebt und wertschätzt?
    Man produziert ein Ding, ein Gegenstand, ein Bild, welches man uns weg nehmen kann. Erinnerungen jedoch nicht. Sei es irgendwann im Alter…..

  2. Ich versuche auch, Momente zu sammeln und bewusster wahrnehmen zu lernen. Wenn ich auf dem Fußweg zur Chorprobe an der Elbe lang gehe, schaue ich mindestens einmal auch bewusst hin, d. h., ich sage mir: Schau dir doch mal die herrliche Elbe an. Oder ich rieche an den Rosen, die mir vom Wegrand entgegenleuchten.

    Ich habe im Telefon eine Gedächtnisstütze dafür, das Leben mehr zu *leben*, nämlich eine Art To do-Liste – ohne den Zwang, alles erledigen zu müssen – mit Ideen, wobei ich meine Umgebung besser *fühle* (das ist intensiver als „nur“ zu sehen): „Dinge be-greifen“ steht da drauf, oder „Menschen in die Augen schauen“ oder „Monotasking“.

    Meine Schwester verschenkt dieses Jahr zu Geburtstagen und Weihnachten „nur“ noch Erlebnisse – Konzertkarten, idealerweise mit ihr zusammen, z. B. -, keine materiellen Dinge mehr.

  3. Die Logik von Fotos erschließt sich mir auch nicht, Jana. Was soll ich mit einem Foto von dem Moment, den ich verpasst hab? Um mir später anzusehen, wo ich eigentlich war? Lieber erlebe ich den Moment bewusst mit allen Sinnen und die Schönheit des Augenblicks. Je weniger wir uns zuballern mit hektischer Betriebsamkeit, wird uns das gelingen.

  4. Hallo Michael,

    danke für den schönen Artikel. Ich mach’s meistens so dass ich mich beim Essen ganz genau darauf konzentriere, wie das denn nun so schmeckt. Funktioniert super und ich mache mir bewusst, wie wichtig Nahrung für mich und meinen Körper ist, anstatt sie einfach nur so runterzuschlingen um satt zu werden! 🙂

  5. Ein sehr schönes Thema. Obgleich mir es bis heute nicht gelingt, im Hier und Jetzt zu bleiben. Wie schafft man das? Habe jetzt mit Meditation angefangen. Auch dort gelingt es mir nur mühsam, mich auf meinen Atem und damit auf das Jetzt zu konzentrieren. Wie geht das?

    • Mit Geduld. Einfach Tun. Keine Resultate erwarten.

    • Hallo Frank, ich kann mich mit meiner Antwort nur Tim anschließen. Im Tai Chi gibt es den Grundsatz. Eine Stunde Training gibt dir das Resultat von einer Stunde. 1 Tag von einem Tag, ein Jahr von einem Jahr. Es gibt Wege die man nicht abkürzen kann und diese einfach zu gehen, ist schon der Weg. Man sollte Gedanken wie ziehende Wolken haben. Für den Anfang reicht es sich einfach bewusst zu machen, das man an etwas denkt und diesen Gedanken ziehen zu lassen. Ich wünsche Dir viel Erfolg auf diesem Weg. Vielleicht liegt dir ja auch Qigong, Tai Chi, Yoga oder etwas anderes mehr? Einfach dranbleiben. Viele Grüße Michael

    • Hi Frank, es ist gerade das beim Meditieren: Die Übung ist, nichts zu erwarten.

  6. Hallo Michael !
    Ich habe gerade den Bericht im ZDF gesehen und ich finde es gut was du da machst
    gerade in unserer Überkonsum Gesellschaft ich habe es über den Buddhismus erfahren
    das es auch mit wenig Konsum geht bekomme es aber selber nicht so wirklich hin
    Es ist schön zu sehen das es Menschen gibt in unsere Gesellschaft wie Du die es schaffen
    so zu leben
    Liebe Grüße Niels

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