Nein, ich mag keine Möbel kaufen!

Gastbeitrag von Jana. Ihr findet Jana bei JANALOG. Sie hat übrigens das Minimalismus Leben Logo designed 

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Mir ist aufgefallen, dass ich gerade ein ziemlich krummes Verhältnis zu Möbeln habe.

Da ich in den letzten Jahren so viel umgezogen bin und meist möbliert gewohnt habe, musste ich mir darum keine Gedanken machen. Jedoch habe ich mir vor zwei Jahren drei Möbelstücke zugelegt, da ich nur ein unmöbliertes Zimmer gefunden hatte. So gehören inzwischen ein Bett, ein Schreibtisch, Stuhl sowie eine Kommode zu meinem Hab und Gut.

Was für eine Belastung das bei einem Umzug ist habe ich vor vier Monaten gemerkt, als ich meinen mit 700km bisher längsten Umzug hinter mir hatte.

Als die Möbel aufgebaut waren und es an das einrichten ging, merkte ich, dass ich zu wenig Staufläche für mein Füllmaterial hatte.  Ach du weh! Dabei hatte ich schon vor dem Umzug überflüssigen Fotokram verkauft! Doch irgendwie braucht mein Hobby doch das ein oder andere Zubehörteil, da will und kann ich mich nicht durch den Minimalismus beschränken. Ich steh dazu, genau wie zu meinen Büchern. Kein überflüssiges Teil, nur Sachbücher!

Nun habe ich hier kein ein Bücherregal für die Bücher und ich fand mich plötzlich in dem Zwiespalt Möbel oder Unordnung wieder. Mein Zimmer sah trotz seiner fast 20qm und den wenigen Möbeln aus wie ein kleines Schlachtfeld.

Die Tage vergingen und ich stöberte in Kleinanzeigen und Second Hand Möbelgeschäften nach einem Regal oder ähnlichem. Ich fand jedoch nichts, da ich zu feste Regeln habe: Es kommt nix an die Wand. So waren auch Holzkisten oder Regalbretter an der Wand keine Alternative! IKEA? Nicht weit weg, günstig….aber nein. Wenn dann Second Hand.

Mein Gewissen und meine Überzeugungen ringten wirklich tagelang in meinem Kopf miteinander, bis ich Anfing meine kleineren Bücher auf dem Fensterbrett zu stapeln. Zwar kann ich nun das eine Fenster nicht mehr ganz aufmachen, aber egal. Ich hab ja zwei große!

Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung, zudem finde ich es auch schick und ich habe meinen Bestand sehr gut im Blick. Ausgeliehene Bücher finden ihren Platz auf dem anderen Fensterbrett.

Jedoch befanden sich immer noch meine großen Bücher und die Ordner auf meiner Kommode, welche ich eigentlich als kleinen Steharbeitsplatz nutzen mochte. Nach einer Weile fielen mir meine übrigen, schon weggepackten Umzugskartons wieder ein. Nun wurden vier wieder ausgegraben, aufgebaut und jeweils zwei aufeinander gestapelt hinter mein Bett gestellt. Die unteren Kisten sind leer bzw. eine beinhaltet mein Fotolaborzeug, welches ich gerade nicht benötige. In die zwei oberen kamen nun die Bücher sowie Ordner mit dem Rücken nach oben. Somit hat man, nachdem man die Klappen des Kartons aufgemacht hat, gleich eine gute Übersicht und findet schnell was man braucht. Klappe zu und es ist aufgeräumt! Zwar ist das nicht die hübscheste Lösung, doch mir taugts.

  1. Was ist denn in den Ordnern drin? Meine habe ich auf 4 reduziert worin sich aktuelle Quittungen, Rechnungen, Anleitungen sowie Renten- und Arbeitsnachweise etc. befinden und weiß aber auch schon von einigen, die diese Zum Teil digitalisiert haben. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher ab man einen Teil davon besser behält.
    Die Lösung mit der Fensterbank und mit den Kartons ist nichts für mich. Ich glaube auch bis zu einem gewissen Grad an Feng Shui und die Bücher blockieren die Funktion vom Fenster, auch wenn man eine zweite Seite hat und lassen weniger Licht ins Zimmer. Auch die Kartons hinter dem Betthaupt würden mich stören. Die hätten aber generell auch für mich nichts im Schlafzimmer, einen Ort der Ruhe und Entspannung zu suchen.

    • Hey,
      ich kann verstehen, wenn manche nicht so leben möchten. Da ich aber nur einen Raum zur Verfügung habe und regelmäßig umziehe hat das für mich einen eindeutig praktischen nutzen.
      In den Ordnern sind neben den üblichen Unterlagen Lernmaterialien (Studium, Fotografie) sowie meine Negative enthalten. Das kann und möchte ich nicht digitalisieren.

  2. Wichtig ist in meinen Augen, dass Du eine Lösung findest mit der Du gut leben kannst. Als Alternative zu einem gekauften Möbelstück, wäre noch nicht mehr benötigte Bausteine und Bretter holen, um daraus ein Regal zu machen. Falls Du doch mal ein Regal haben möchtest.

    Mit Freude und Respekt
    Ulrich Teichert
    Ich helfe Dir deine Ziele endlich anzugehen

  3. Hallo Jana,

    Fenster muss bei mir immer frei sein. Ecke zum Schlafen ist durch den Karton genommen. Kartons kann ich schon riechen, wenn sie versteckt irgendwo im Zimmer sind. Da würde ich nie was drin lagern. Ich habe meine Ordner auf drei reduziert und mir die schönsten gekauft. Gerade weil ich wenig habe, müssen die Sachen zusammen wirken.

    Liebe Grüße – Tanja

  4. Hallo Jana,
    Ich würde es mir auch so einfach wie möglich machen, wenn ich ständig umziehen müsste. Interessant wären ja auch statt der Kartons vielleicht so alte Koffer oder so grosse Überseekoffer, wenn es sowas noch gibt.

    • Hallo,

      ich ziehe auch häufig um und kann das Problem ganz gut nachvollziehen.

      Ich habe einen solchen Überseekoffer und mag ihn sehr gern. Da ich aber gerade außerhalb Deutschlands wohne, habe ich ihn nicht bei mir. Mein Ziel wäre es, alles auf meinen Rucksack zu reduzieren, aber das ist nur bedingt realistisch.

      Ich glaube nicht, dass ich dir, liebe Jana, einen Ratschlag geben kann, der für dich genau so funktioniert, wie für mich, aber vielleicht entdeckst du mit der Zeit ja, dass dir die Bücher und all die Unterlagen gar nicht so wichtig sind, wie es im Moment der Fall ist.

      Alles Liebe,
      Philipp

  5. Für jemanden, der viel umzieht, kann ich diesen Weg absolut nachvollziehen. Im Zweifelsfall gibt es ja noch (Ebay-)Kleinanzeigen, wo man hin und wieder Regale umsonst bekommen kann, die man anschließend weiterverschenkt. Die Bücher könnte ich jedoch nicht aufs Fensterbrett stellen, weil sie mir da zu schnell ausbleichen bzw. vergilben. 🙂

  6. Tolle Fotos!
    Wenn ich meinen Besitz schon so weit runterreduziert hätte, würde ich die Unterlagen scannen und mir Kisten für die Bücher anschaffen, also mit Deckel, z.B. diese Zarges-Boxen oder sowas. Dann ist das auch für zukünfitge Umzüge bereits gepackt.

  7. Hi. Ich bin Nils. Ich kenne deinen Blog erst seit 2015. Ich bin Programmierer/Designer und bin gerade vor ein paar Tagen umgezogen. Das, und andere große Veränderungen in meinem Leben haben mich (endlich) mal wieder dazu gebracht, mich wieder aktiver mit dem Minimalismus zu beschäftigen. Und ich bin echt froh, dass ich mal wieder die Gelegenheit habe, durch den Umzug, meine Wohnsituation und Umgang mit Besitz komplett zu überarbeiten.

    Geht es dir auch so, dass du es manchmal schleifen lässt? Also hattest du mal eine Zeit in der du dich gar nicht mehr darum gekümmert hast? Mir ging es die letzten 1-2 Jahre so.

    Naja.. jedenfalls habe ich mich (durch deinen Artikel inspiriert) dazu entschieden, die Komode eines Freundes gar nicht erst in die neue Wohnung zu schleppen. Denn wenn ich ehrlich bin, geht es auch so. Und ist sogar gar nicht mal hässlich. Ich habe für meine Umzuge und generell zum verstauen vier schwarze Kisten. Das sieht ein bisschen schicker aus als die Papp-Kisten. Nun habe ich die Kisten mit Öffnung nach vorne über einander gestapelt und habe so einen super Kleiderschrank. Danke also für die Inspiration. Und schön, dass du diesen Blog hier machst!

    Grüße, DerZyklop

    • Danke Nils für deinen Kommentar. Ja, ich denke, jeder der ehrlich zu sich ist, hat diese Momente und Phasen wo er etwas schleifen lässt. Deswegen schreibe ich darüber, ich bin kein Über-Minimalist sondern selbst auf einem Weg der immer wieder neue Wendungen nimmt. Schön das dich der Artikel inspiriert hat.

  8. Die Fotos finde ich auch toll, aber bei mir müsste das Fenster auch frei bleiben.

    Liebe Grüße,

    Birgit

  9. Beim Fenster hätte ich sofort Angst um die Bücher wegen der sich bildenden Feuchtigkeit. Am Glas bildet sich immer Kondenswassser, speziell, wenn die Luft nicht gut zirkulieren kann.

    Da würde ich wirklich sehr aufpassen!

    lg
    Maria

  10. Hallo,
    ein wunderbarer Gastbeitrag. In meinem bisherigen Leben bin ich sieben Mal umgezogen. Kartons haben da einen gewissen Charme, wenn man weiß wie man etwas darin organisiert. Nachdem ich Schrittweise von 19 Regalmeter Bücher auf 2 1/2 Reglmeter meinen Bestand ausgedünnt habe überlege ich auf das System des „Berliner Hocker“ umzusteigen. Es handelt sich dabei um ein Hocker mit mehreren Funktionen, so lässt sich auch ein Regalsytem zusammenbauen, das ohne Schrauben auch einfach umgestellt werden kann, ähnlich LEGO.
    Dies wäre mein Gedankeneinwurf an Dich. Ich bin gespannt jedenfalls wie Du mittlerweile das Problem gelöst hast.

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