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Türchen 20 mentales Gerümpel

© soft_light - Fotolia.com

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Sich auf vielen Ebenen zu lösen, Ballast abzuwerfen und dadurch freier zu werden ist der Kern des Minimalismus und mentales Gerümpel spielt eine wesentliche Rolle dabei.
Ich bin auf viele weisen ein Kopfmensch. Ich denke zu viel nach, betrachte zu viele Möglichkeiten und stecke daher manchmal fest. Ich habe mit der Zeit gelernt Dinge laufen zu lassen und nicht zu hinterfragen, wo die Reise hingeht, sondern schon auf dem Weg die Aussicht zu genießen. Es macht vieles Einfacher und klarer. Natürlich bin ich noch nicht am Ende der Reise angekommen, sonst würde ich wahrscheinlich Selbsterfahrungsgruppen im praktischen Minimalismus unterrichten und wäre ein gefragter Coach im Bereich von Verhaltensänderung und Motivation. Aber Spaß beiseite.

Was ist, wenn ich meinen Job verliere? Warum wird mir nicht die Wertschätzung entgegengebracht, die ich verdiene? Oder im Kleinen: Oh mein Gott, die Silvesterparty steht vor der Tür, wir machen jetzt mal eine Liste, und noch eine … und noch eine.

Ich denke Minimalismus als Lebensweg hat hier eine unglaublich große Überschneidung mit Buddhismus.Ich denke da an die Befreiung vom Leid, das bewusst im Hier und jetzt sein, respektvollen Umgang mit anderen Menschen und das Loslassen insgesamt.Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich ein Buch von Thich Nhat Hanh in die Hand nehme, wie praxisbezogen und weltnah diese Tipps sind. Natürlich muss man schon diese Art von Philosophie mögen, aber ich denke dies ist ein Weg, der sich lohnt, entdeckt zu werden. Minimalismus ist für mich so etwas wie der Weg ohne religiösen Hintergrund. So wie das autogene Training die kleine Meditation für den Alltag sein kann.

Mentales Gerümpel lässt du am besten los, indem du erst einmal ehrlich feststellst, dass dich Dinge in deinem Kopf belasten, dich in deinem Leben einschränken und dir Grenzen ziehen, die du überschreiten willst.

Im nächsten Schritt geht es darum, die Mauern einzureißen. Das muss nicht so plötzlich passieren wie mit der Berliner Mauer. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Wenn du es schaffst, an einer Stelle anzufangen, wirst du damit eine Kettenreaktion lostreten.

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du dich durch die aktive Beschäftigung von mehr mentalem Gerümpel lösen kannst.

 

2 Kommentare

  1. Stefan

    Thich Nhat Hanh ist wirklich eine sehr inspirierende Persönlichkeit. Ich habe auch schon das ein oder andere Buch von ihm gelesen. Für mich hat der Buddhismus meine bisherige Lebensweise als Minimalist total bestätigt und mich in meiner geistigen Entwicklung voran getrieben. Ich bin sehr dankbar darüber, das ich diese Wege in meinem Leben gefunden habe, denn dadurch fühle ich mich viel erfüllter als noch zuvor.

  2. Hallo Michael,
    ich sehe es ähnlich wie du. Mich fasziniert der Zusammenhang zwischen Achtsamkeit (die ja letztlich aus dem Buddhismus stammt – samt der Haltungen, die dahinter stehen) und Minimalismus immer wieder.
    Und das Schönste: Mit der nötigen Ausdauer, Geduld und auch der nötigen Freundlichkeit und Verständnis den eigenen Schwachstellen gegenüber, ist es dann irgendwann nicht mal nötig, irgendwelche mentalen Gerümpelmauern einzureißen. Sie lösen sich irgendwann nach und nach auf.
    Gabi

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