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Weihnachtsmarkt bewusst genießen

© StockPixstore - Fotolia.com

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Eine Sache habe ich ganz besonders in den letzten 5 Jahren gelernt, die ich mich mit Minimalismus beschäftige. Momente bewusst zu genießen.

Ich möchte euch deswegen einige Tipps geben, wie ihr gut über einen vollen Weihnachtsmarkt kommt und euch dabei etwas Regen auch nichts anhaben kann. Mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Fokus werdet ihr Spaß haben, egal ob ihr lange anstehen müsst oder es gerade Hunde und Katzen regnet.

Ich finde es erst einmal wichtig, eine klare Entscheidung zu treffen und sich selbst zu sagen. Ja ich will auf einen Markt, ich möchte die Lichter im dunklen sehen, mit Freunden diesen Besuch bewusst genießen und mich von einer gemütlichen Atmosphäre anstecken lassen, etwas leckeres essen und mich überraschen lassen von neuen Ständen und Ideen.

Gehe langsam, wenn du es eilig hast. In der Langsamkeit steckt so vieles drin. Wir können durch bewusstes langsames Gehen unsere Aufmerksamkeit konzentrieren und Dinge bewusster wahrnehmen. Gestern war ich mit meiner Mutter auf einem Weihnachtsmarkt, der viele Stände mit ganz eigenen Produkten hatte. An einem Stand gingen viele Leute einfach so vorbei. Mir hat der Mann dahinter etwas leidgetan und ich war Neugierig darauf, was er vertrieb. Es war Honig in ganz anderen Geschmacksrichtungen.

Meine erste Frage war: Vertreiben Sie diese Waren oder stellen Sie diese auch selbst her. Mit der Frage hatte ich ins Schwarze getroffen. Nicht ohne Stolz erzählte er mir darauf hin, dass er der Produzent ist und es diesen Honig in so einer Form nicht noch einmal geben würde. Ich habe mich dann entschieden Honig mit Wasabi zu probieren und auch eine kleine Menge mitgenommen. Qualität, Geschmack und Idee stimmten für mich und das nette Gespräch, wird sicher eine Anekdote werden, die ich öfter erzählen werde.
Das wäre mein zweiter Tipp.

Sei neugierig, auch wenn du diesen Markt und viele Stände vielleicht schon kennst. Gehe mit einer Haltung über den Markt, dass dies dein erster Besuch wäre und nimm die Dinge als neue Eindrücke auf.

Wenn es einmal voll wird und sich für einige Meter sehr drängt, mach dir einfach bewusst, dass du mit diesem Gefühl nicht alleine bist und es vielen anderen auch so geht. Nicht jeder kann damit umgehen und fährt vielleicht hier und da die Ellenbogen oder eine Schulter aus. Ich glaube nicht, dass dies nur aus Egoismus passiert, sondern einfach nur aus Angst und einem natürlichen Schutzbedürfnis. Wenn man die Dinge nicht ändern kann, sollte man immer versuchen die Sicht auf die Dinge zu ändern, denn dies haben wir wirklich in der Hand.

Manchmal muss man länger als gewöhnlich anstehen und merkt, wie man gereizt wird. Als Minimalist sollte man da ein wenig gelassener reagieren. Egal ob Crêpe , Reibekuchen oder Räucherlachs. Jedes Produkt hat seine eigene Garzeit und wir wollen auch alle, wenn wir an der Reihe sind, persönlich und freundlich bedient werden und nicht abgespeist . Außerdem ist doch eine lange Schlange auch meist ein Zeichen von Qualität. Ich weiß von einem Stand auf einem Kölner Weihnachtsmarkt, dass er die besten Reibekuchen hat und ich stelle mich dort einfach nur gerne an, weil ich bis jetzt nie enttäuscht wurde. Und nie heißt mehr wie 15 Jahre.

Jeder der diesen Artikel aufmerksam gelesen hat, weiß, das diese Tipps, etwas abgewandelt, auch allgemeingültig sind und Motivation bieten in Situationen, wo ihr die äußeren Umstände nicht beeinflussen könnt. Der Dalai Lama hat, meiner Erinnerung mal über Regen gesagt, dass es egal ist, ob die Sonne scheint oder es regnet, beides ist ein natürlicher Zustand. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Weihnachtsmarktbesuch und ein paar ruhige Stunden.

3 Kommentare

  1. Martin Wehning

    Schöner Artikel, besonders die Verallgemeinerung zum Ende:
    Eigentlich sollte man die Dinge, die man macht (und auch die Arbeit, die Kontakte zu allen möglichen Menschen und Themen) nur dann machen, wenn man sie auch wirklich machen möchte.
    Das heißt für mich nicht, dass man nicht auch _mal_ lustlos z.B. seine Arbeit macht- jeder darf mal einen schlechten Tag haben. Wenn man aber über Monate unzufrieden ist, sollte man über einen Wechsel nachdenken. Und das gilt erst recht für die Freizeit: Ich merke mittlerweile ziemlich gut, wenn ich eigentlich keine Lust habe, aber trotzdem irgendwem zuliebe Dinge mache, die mir schlechte Laune bereiten (“Shoppen gehen”!). Da hat dann meist auch meine Familie keinen Spaß mehr mit mir…

  2. Hallo Michael,
    ein schöner Artikel zur Weihnachtszeit. Viele fühlen sich ja gezwungen zu Weihnachten auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Dein Einstieg hat mir daher besonders gut gefallen, sich nämlich bewusst dafür (oder eben bewusst dagegen) zu entscheiden. Das ist vielleicht eine der wichtigsten Weichenstellungen, und nicht nur zur Weihnachtszeit.

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