Archiv des Monats “März 2012

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Minimalismus VS Mobilität

© Rafael Ben-Ari – Fotolia.com

Seit langer Zeit denke ich darüber nach, wie es sich mit dem Anspruch eines Minimalisten verträgt ein Auto zu besitzen und möchte hier gerne meine Gedanken mit euch teilen.

Hier erst einmal ein paar Fakten.

– ich fahre 32.000 km pro Jahr
– ich verbrauche 250-300 Euro pro Monat für Benzin
– Mein Weg zur Arbeit beträgt mit dem Auto ca 60-75 Minuten
– Das Auto bedeutet die Freiheit spontan größere Strecken ohne Planung zu überwinden
– Ich fahre seit 5 Jahren fast jeden Tag Auto

Dagegen stehen die folgenden Fakten

– eine Monatskarte für 2 Tarifgebiete kostet ca 230 Euro (im Abo 200)
– Mein Arbeitsweg verlängert sich auf 100-120 Minuten
– Ich spare mir die Kosten für Sprit / Reparaturen / Neuanschaffung / ADAC / Versicherung
– Ich bin weniger Mobil

Die Fakten sprechen einfach dafür auf die Bahn umzusteigen, aber trotzdem hat sich in meinem Kopf das Auto als ein Stück Freihit manifestiert, was mir große Möglichkeiten eröffnet, die ich ohne ein Auto nicht habe.
Aber wenn ich meine Gedanken einmal 5 Jahre zurück drehe, sehe ich dass dies nicht stimmt.
Das Auto ist besonders bei meiner Fahrleistung purer Luxus, ja so sehe ich das, bei vielen wird das Kopfschütteln vervorrufen, aber nicht bei mir.
Ich treffe oft Menschen, die mit Ihrem Einkommen, eine Wohnung, eine Familie und ihr Leben finanzieren. Mitgliedschaften im Fitnessstudio sind Luxus und an ein Auto gar nicht erst zu denken.
Das Bahnfahren hätte auch einige positive effekt. Ich würde in dieser Zeit auf jeden Fall wieder mehr lesen. Wenn es je hin und Rückfahrt 30 Minuten sind, dann ist das eine Stunde am Tag 5 in der Woche 20 Stunden im Monat.
Natürlich ist es schwieriger, wenn ich einmal mehr transportieren muss, aber es gibt immer noch diverse andere Möglichkeiten. Ich kann Dinge per Post versenden, oder empfangen, ich habe eine gute Infrastruktur und kann mir so gut wie alles zu Fuß oder mit Bus und Bahn besorgen. Und da wäre noch die Packstation 500 Meter von zu Hause entfernt.
Alles in Allem ist es einfach eine logische Entscheidung.

Was also hält mich davon ab?
Es ist zum einen die Bequemlichkeit, sowie der Fakt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Wenn man 5 Jahre fast jeden Tag Auto fährt, fällt es einem schwer diese Gewohnheit abzulegen.
Natürlich geht es auch darum, dass Auto fahren viel bequemer ist, wie sich auf den Weg zur Bahn zu machen, 2 mal Umsteigen zu müssen und immer wieder an Bahnsteigen zu warten.

Die Entscheidung das Auto abzuschaffen, bzw im Schadensfall kein neues anzuschaffen ist auf jeden Fall gefällt. Bleibt noch die Frage des Zeitpunktes. Ich lege mich nun fest, bis zum 15. August 2012.

Wie sieht es bei euch aus? Habt Ihr euch Gedanken gemacht, etwas an eurer Mobilität zu ändern. Sei es ein Auto abzuschaffen, oder Anstelle der Monatskarte für die Bahn, mit dem Fahrrad zu fahren.
Teilt doch bitte eure Gedanken, Erlebnisse mit mir in den Kommentaren

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Minimalismus und entrümpeln

© Daniel Ernst – Fotolia.com

In den amerikanischen Minimalismus Blogs geht es immer wieder ums entrümpeln und ich kann einfach nur zustimmen, das dies ein wichtiger Prozess ist.
Ich möchte aber einmal klar stellen, dass dies nichts ist, was speziell etwas mit Minimalismus zu tun hat.
Wenn wir uns das ganze in der Praxis ansehen, kennt doch fast jeder diese eine Schublade, dieses eine Zimmer oder klassischerweise den Keller, als Ort wo man endlich mal aufräumen sollte.
Der Minimalist fängt, allerdings meist bei anderen Dingen an. Bücher, DVDs, Cds und danach an die geößeren Dinge und Schränke.
Ich selber habe die DVDs und Cds entsorgt, verschenkt, weggegeben oder verkauft. Nun geht es den Büchern an den Kragen, parallel aber dazu auch meinem Keller. Ich muss sagen, dass sich bei mir nicht so viel angehäuft hat, es beschränkt sich auf Deko Sachen (Weihnachtachen, Karneval, etc) sowie Kleidung die ich zur Zeit nicht trage, sowie alte Kartons (Orginalverpackungen) sowie einer Menge an Tupperware die ich nicht benötige.
Ich denke, dass es für jeden gut ist, sich mit dem zu beschäftigen was irgendwo liegt und nicht gebracht wird.
Andere Menschen können diese Dinge wirklich noch sehr gut gebrauchen, oder man spaart einfach den Platz, Wohnraum ist teuer und wir in Zukunft auch mit Sicherheit noch teurer werden.

Ein anderer Punkt, der bestimmt auch einmal aufgeräumt werden sollte ist der Bereich Geschirr, Porzellan. Viele von Euch haben bestimmt in Ihre erste Wohnung etwas von zu Hause mitgenommen oder gleich 1-2 Komplettausstattungen erhalten.
Bei der Generation meiner Eltern und Großeltern gibt es immer noch das Service für den Fall dass Besuch kommt, oder besondere Tage wie Weihnachten oder Feste wo alles ein bißchen mehr sein muss.
So fristet eine Menge an Porzellan das dasein in Schrönken und wird 2-3 mal im Jahr benutzt! Dafür haben wir 2-3 Regalböden belegt.
Natürlich ist mir klar, dass dieses Porzellan auch einen Wert darstellt. Sei es materiell oder vom Gefühl her. Es ist ein Erbstück oder das gute Meissen.
Ich für mich, möchte gerne Porzellan haben, was ich jeden Tag benutzen kann, falls es dann festlicher sein soll, kann man mit ein bißchen minimalistischer Deko genau den gleichen Effekt bekommen.
Es kann aber auch sein, dass einfach dieser „Wert“ Porzellan in unserer Generation verloren gegangen ist.

Wir sollten uns aber auch immer mal wieder Fragen was danach kommt. Bei Vielen Menschen hat sich so viel angehäuft dass der Prozess des groben entrümpelns oft Jahre dauern wird.

Was passiert aber nun mit dem gewonnen Platz? Ich mache mir jetzt schon gedanken darüber, wie wohl meine Buch, Vitrinen, Fernseh Kombi aussehen wird, ganz ohne Bücher. Wie werde ich den Platz nutzen? Fotos, Porzellan, Vorrat? Oder wird es daraus hinauslaufen eine kleinere Kombi zu besorgen? Wie ergeht es euch mit dem gewonnen Platz, wie kosequent setzt Ihr euch dann kleiner, sei es durch ein neues Möbelstück oder wirklich eine kleinere Fläche.
Ich bin gespannt auf eure Kommentare.