Archiv des Monats “Januar 2016

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Bett aus Pappe

pappbett_fertig

© Michael Klumb – www.michael-klumb.de

Warum überhaupt ein neues Bett?
Ich habe die letzten 6 Jahre die Nacht auf meiner Schlafcouch verbracht. Es war für meine kleine Wohnung die optimale Lösung. Sie hatte ein Lattenrost und eine Kaltschaum Matratze.
Allerdings hat an ihr auch nicht nur der Zahn der Zeit sondern auch mein Gewicht genagt. Es wurde also Zeit für etwas neues.
Ich wollte allerdings nicht so viel Geld ausgeben, weil dieses Jahr noch ein Umzug ansteht und habe nach einer guten Zwischenlösung gesucht. Nur die Matratze auf dem Boden mit einer Sportmatte darunter war keine Alternative, die mir auf Dauer gefallen hat. Aktuell schlafe ich also auf diesem Bett mit 2x 80cm breiten Matratzen. Ein Wort vielleicht nur zur Stabilität. Es hält wirklich sehr gut. Wer sich davon Überzeugen will, kann gerne mal auf YouTube und Co schauen. Dort hüpfen bis zu 20 Leute auf so einem Bett herum.

Warum ein Pappbett?
Ich bin früher schon einmal über Möbel aus Pappe gestolpert und fand das Ganze eine nette Idee. Allerdings hat sich bei mir nie die Möglichkeit ergeben, dass ich ein Möbelstück aktiv ersetzen wollte durch ein neues. Pappe ist in der Form gut recylebar.  Das Bett wiegt nur 20kg. Somit kann man es gut verschieben und bei einem Wiederverkauf oder Umzug geht alles schneller und einfacher als mit einem Bett aus Holz. Der Anschaffungspreis ist im vergleich zu einem Bett aus Holz auch natürlich günstiger

Wie schläft es sich auf einem Pappbett?

Das ist eine gute Frage. Schlafen ist immer etwas sehr subjektives. Ich mag es generell nicht, wenn ein Bett zu weich ist. Deswegen ist das Pappbett genau das richtige für mich. Wer es etwas weicher mag, kann natürlich mit einer Matte oder durch die Wahl einer anderen Matratze diesem Effekt entgegenwirken.

Alternativen

Für mich wäre grundsätzliche auch eine Tatami Matte und ein Futton in Betracht gekommen, aber ich finde es doch schöner nicht direkt auf dem Boden zu schlafen. Außerdem werden die Matratzen ausreichend belüftet, so dass ich hier nicht Morgens meine Matratzen wenden muss.

Das Thema Hängematte möchte ich hier nur kurz ansprechen, weil ich keine Erfahrungen dazu habe. Vielleicht könnt ihr ja ein paar Kommentare hinterlassen, wenn ihr Erfahrungen damit habt.

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Gastbeitrag: Zufriedenheit

© LoloStock - Fotolia.com

© LoloStock – Fotolia.com

Minimalismus ist in aller Munde und einige Minimalisten messen sich indem sie die extremste Form ausleben. Sie bewohnen Tiny Homes oder sind digitale Nomaden. Manch eine Wohnung wirkt da schon eher steril als wohnlich.
Ich selber bin an einem Punkt angekommen an dem noch vieles aussortiert werden kann und ein Außenstehender meinen Lebensstil als normal ansehen würde. Minimalisiert habe ich nämlich nicht nur materiell. Es gibt Dekoration und ich will Bilder, Musik, Filme nicht nur in digitalisierter Form nutzen. Viele kreative Menschen mögen schöne Dinge und die Haptik von Material. Daher wird ein extremer Minimalismus nichts für mich.
Natürlich war ich zu Beginn auch angefixt von den Ideen sein Leben sehr frei gestalten zu können und sein eigener Chef zu sein. Ich war zu dem Zeitpunkt eh unzufrieden mit meinem Leben aber manchmal sind eben diese Ideen nur eine Art Fluchtgedanke und verbessern das Leben nicht, weil die eigentlichen Probleme nicht angegangen werden.
Heutzutage wird der Neid und das Vergleichen durch schöne Bilder auf Social Media Seiten geschürt. Aber man muss sich immer klar machen, dass das Leben jener Menschen auch seine Schattenseiten hat. Es läuft nicht alles perfekt und das Gras ist bestimmt nicht grüner auf der anderen Seite. Im hier und jetzt zu leben und sich hin und wieder seine Hirngespinste zu hinterfragen, ist der beste Weg sich wieder zu erden und Zufriedenheit in seinem Leben zu finden.
Ich will euch ein paar Beispiele aus meinem Leben nennen…

Ich reise furchtbar gerne. Aber möchte ich nur auf Reisen sein mit immer fremden Menschen um mich herum? Immer in Hotels schlafen und die Erlebnisse allein genießen anstatt die Freude zu teilen? Nein. Ich habe meine kleine Homebase hier im Sauerland. Ich liebe die Wälder, Berge und Seen. Natürlich gönne ich mir auch mal einen Tapentenwechsel in Form von Reisen in andere Länder. Aber die Art des Reisens ist für mich wichtiger geworden. So kann ich zu Fuß viel mehr von der Umgebung wahrnehmen und entschleunige mein Leben indem ich alles was ich brauche in einem Rucksack bei mir habe. Es muss auch nicht Übersee sein, denn in Europa gibt es genug für ein ganzes Leben zu entdecken.

Ja, so ein Wohnwagen auf einer grünen Wiese mit kleinem Nutzgarten wäre schon was feines… aber ich müsste die Finanzen haben und die Zeit. Ich hatte das Glück im Elternhaus eine kleine Wohnung einrichten zu können und vielleicht wird es irgendwann auch eine größere in selbigen. Warum soll ich mich auf extrem kleinen Wohnraum beschränken und finanzieren, wenn mir der Raum zur Verfügung steht… dazu noch ein Garten und unendlich viel Wald hinter dem Haus.

Ich bin sehr kreativ … tanze, male, schreibe, musiziere… Es ist natürlich ein Traum Kreativität zum Beruf zu machen aber dazu müsste ich mich auf eines festlegen. Das will ich nicht und ich weiß wie furchtbar schwer es ist auf Punkt kreativ zu sein. So kann es von Woche zu Woche schwanken ob ich mich mehr auf Tanz, Malen oder Schreiben konzentriere. Ich lebe in einem kreativen Flow von dem ich mich treiben lasse. Setze ich mich unter Druck blockiert mich das, deshalb gehören sogar kreative Auszeiten zu meinem Leben und ich konzentriere mich dann mehr auf andere Dinge, wie Ernährung, Sport etc.
Das gute an einer normalen geregelten Arbeit ist auch, dass ich meist pünktlich Feierabend machen kann und mich danach auch nicht mehr mit dem Job beschäftige. Als Selbständiger ist man ständig in Kontakt mit Kunden und nach dem Tagewerk muss auch noch die Buchhaltung erledigt werden.

Zufriedenheit kann man nicht erzwingen aber man kann sie sich Stück für Stück zurück holen indem man sich klar macht was einem wirklich wichtig ist. Nicht Trends oder Traumschlössern zu erliegen, sondern die Dinge auch anzuerkennen, die hier und jetzt glücklich machen anstatt neidisch auf das Leben anderer zu sein. Es kann inspirieren aber jeder Mensch ist anders und nicht jeder ist für dieses andere Leben geschaffen.

Danke Mareike für deinen Gastbeitrag.
Schaut doch mal auf Ihrem Blog vorbei:  „Weggefährte | ein Blog von Pilgern für Pilger

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Gefahren des privaten Outsourcings

© Eugenio Marongiu - Fotolia.com

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die aktuelle Lage

Outsouring ist in aller Munde. Callcenter werden nach Indien oder in Osteuropäische Länder verlagert, Produktionsstätten wandern in die dritte Welt und Krabben werden in Afrika gepult, weil es dort billiger ist. Jeder von uns kennt diese Mechanismen. Es wird durch das Auslagern Geld gespart und der Gewinn maximiert.

Ich möchte hier gar nicht darauf eingehen, welchen Boom es an Personaldienstleistern in Deutschland durch die Harz Gesetze gegeben hat oder welche schlimmen Folgen für viele tausende Beschäftigte dieser Trend hat. Mir geht es darum, dass wir auch ständig im privat Leben outsourcen und so schleichend Fähigkeiten verlieren und immer unselbstständiger werden könnten.

Wir leben in einer Welt von Spezialisten

Die Industrialisierung und die immer schnellere Verdopplung des Wissens der Menschheit hat dazu geführt, dass nicht mehr jeder alles kann. Wir haben uns auf einem der letzten Minimalismus Stammtische in Köln darüber unterhalten, dass man oft Ratlos ist, wenn man einen Jobtitel hört. Der Facility Manager (Hausmeister), ist nur das bekannteste Beispiel. Ich frage dann meist konkret nach, wie ihre Tätigkeit im allgemeinen aussieht. Das verschafft mir ein konkreteres Bild als ein anglizistischer Phantasiename.

Aber wie sieht es nun im privaten aus? Was sourcen wir denn hier alles aus? Eine ganze Menge!

Viele von uns kochen nur noch wenig frisch. Anstatt hier wieder mehr selbst zu tun, suchen wir die Abwechslung zwischen dem China Man und dem Pizza Taxi. Ich hatte ein paar Tage Urlaub und meine Freundin und ich haben viel frisch gekocht und dabei auch einige neue Rezepte ausprobiert. Es kostet schon etwas Zeit, aber die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

Der Schublade des CD Players meiner Mutter fährt nicht mehr raus. Es muss, wie schon die Male zu vor, am Riemen liegen, der für diesen Mechanismus verantwortlich ist. Wir waren dann in einer Kette eines Elektronikfachmarkts, der in der Vergangenheit für einen sehr kleinen Betrag diese Reparatur selbst durchgeführt hat. Leider mussten wir feststellen, dass es diesen Service nicht mehr gibt. Er wurde ausgelagert. Wir könnten den CD Player nun einschicken lassen, müssten mehrere Wochen Warten und der Preis wäre in etwa 5 mal so hoch, wie zuvor. Ich werde daraus ein kleines Projekt machen und mich einmal mit dem Thema Repaircafé auseinander setzen. 

Viele von uns kaufen auch online ein. Es geht schnell, wir sind an keine Ladenöffnungszeiten gebunden, bekommen einen geringeren Preis und die Ware auch noch an unseren Arbeitsplatz gesendet. Eigentlich perfekt, oder?
Leider nein. Wir vergessen die schlechten Arbeitsbedingungen bei vielen Onlinehändlern und im Versandgewerbe. Wer sich einmal 5 Minuten mit einem Fahrer von Hermes, TNT, GLS und wie sie auch immer heißen mögen unterhält, wird feststellen, dass dies wirklich Knochenjobs sind, die wenige von uns bereit wären, für unseren aktuellen Job einzutauschen.
Ein anderer Punkt dabei ist auch, dass die online Einkäufe dazu beitragen, dass kleine Geschäfte sterben. Wir sehen es in den Innenstädten, jede sieht doch fast gleich aus. Fastfoodketten für Burger & Cafés, Modelabels, Mobilfunkanbieter, Kaufhäuser und Elektronikfachmarktketten dominieren das Straßenbild.
Deswegen sollten wir uns immer mal wieder bewusst machen, welchen Preis wir wirklich dafür zahlen, wenn wir etwas Zeit und Geld sparen wollen.

Auswege?

Das Repaircafé ist eine interessante Alternative um elektronsiches Fachwissen zu erlangen und die Lebensdauer eines Produktes zu erhöhen. Außerdem hört sich das ganze, nach einer Menge Spaß an.
Ein weiterer Weg ist es, Dinge einfach mal wieder selbst zu tun. Sei es die Steuererklärung, Kochen, in der Stadt einkaufen (natürlich nicht als Minimalist, da braucht man ja nicht viel…).
Es gibt eine Menge an Anleitungen und Blogs rund um das Thema DIY do it yourself. Von der Einladungskarte über Kleidung bis hin zu Gebrauchsgegenständen, kann man sehr vieles auch selbst herstellen.

Tauschringe sind in den letzten Jahren leider etwas aus der Mode gekommen. Hier geht es darum Arbeitszeit, gegen Arbeitszeit zu tauschen. Jemand kocht gerne Marmeladen ein, braucht aber jemand anderen um eine Wand zu streichen oder den Rasen zu mähen. Es gibt hunderte Beispiele, welche Dinge man in diesem Zusammenhang ertauschen kann, es gibt praktisch keine Grenzen. Somit werden Güter oder Waren eingetauscht ohne Geld.

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WDR4 – die Kunst des Abgeben (Interview)

© antoniobanderas - Fotolia.com

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Im Dezember habe ich ein Interview mit Alexandra für WDR4 geführt. Heute Morgen war die Sendung live im Radio. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachhören. Ab ca 8 Minuten ist mein Part dran. WDR4 Mittendrin MP3.