Eine Frage der Gelassenheit

© Harald Biebel - Fotolia.com
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Die letzte Woche habe ich in Bayern am Ammersee verbracht. Obwohl das Wetter im Süden in der letzten Woche sehr bescheiden war, habe ich viele neue Eindrücke gewonnen und hatte vom Wetter her auch 1-2 schöne Tage.Der Rückweg mit dem Zug hat sich aber als große Geduldsprobe erwiesen.Durch die schrecklichen Regenfälle der vergangenen Tage haben ich schon geahnt, dass es zu Verspätungen kommen wird. Dass es letztlich so eine Odyssee werden wird, war mir aber nicht klar.

Da ich zum Bahnhof noch 40 Minuten mit der S-Bahn einplanen musste, habe ich mir einen komfortablen Puffer von 30 Minuten eingeplant. Am Bahnhof in München hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Eine Nachfrage am Schalter bestätigte dann meinen Verdacht. Der Zug kommt voraussichtlich, durch eine Verspätung aus vorheriger Fahrt 40 Minuten später. Also habe ich die Zeit für einen Snack genutzt und konnte mit 60 Minuten Verspätung starten. Eine Stunde später war diese Fahrt allerdings schon wieder vorbei. Irgendwo im Nirgendwo, mussten wir umsteigen in einen Zug, der nicht unsere Route nahm. Also war in Frankfurt ein weiterer Umstieg in einen Sonderzug nötig. Dieser kam dann auch ausgesprochen pünktlich. Mit ca 1h 50 Minuten Verspätung bin ich dann in Köln angekommen.

Was mich diese Fahrt gelehrt hat, ist, dass man nicht alles planen kann. Es gibt viel zu viele Variablen und ich muss sagen, dass ich die Verspätungen und Umstiege sehr gelassen aufgenommen habe. Andere Fahrgäste waren sehr wütend und verteufelten die Bahn als schlimmstes Verkehrsmittel.
Natürlich denkt man in diesem Moment daran, wie die Reise verlaufen wäre, wenn man ein alternatives Beförderungsmittel gewählt hätte, aber man sollte die Situation einfach gelassen so annehmen, wie sie nun einmal ist.

In den nächsten Tagen werde ich noch einen Artikel online stellen, mit ein paar Gedanken, die ich aus dem Urlaub mitgebracht habe (inklusive einiger Urlaubsbilder).
Ziemlich übernächtigt bin ich nun zu Hause angekommen, wollte aber noch diesen Artikel, der während der Fahrt entstanden, ist online stellen.

Wie geht Ihr mit Verspätungen und Unvorhergesehenem um. Geht ihr in die Luft, oder werdet Ihr zum Buddha (als Sinnbild für Gelassenheit). Eine gute Nacht / einen guten Morgen wünsche ich euch.

  1. Bin gespannt auf Deine Impressionen vom Ammersee.

    Liegt ja quasi bei uns um die Ecke – und das ist paradoxerweise (meistens) auch der Grund, warum man kaum bis nie hinkommt ;-).

    Guten Start in die neue Woche
    M21.

  2. Gelassenheit ist immer eine Frage meiner Verfassung.
    Es gibt Tage an denen ich super damit klar komme und wieder andere da kann ich wegen sowas aus der Haut fahren.
    Grad bei langen Fahrten rechne ich immer einen Zeitpuffer mit ein und nehme es mittlerweile gelassen. Kindle, Zeichenkram und MP3 Player mit Hörbüchern sind immer dabei. Das gibt mir die Gelassenheit zurück, da ich nicht das Gefühl habe nur die Zeit abzusitzen.

    LG
    Miss Coolblue

  3. Michaela

    Hallo Michael,

    ich lese seit kurzem nun auch bei deinem Blog regelmäßig mit – ein schöner Blog :-).
    Bei diesem Thema bin ich leider vorbelastet. Ich denke, wenn ich in meiner Freizeit mit der Bahn verreise, dann bin ich auch sehr gelassen. Was kommt, das kommt. Ich war allerdings um 2 Jahre hinweg Berufspendlerin im ICE zwischen Hannover und Göttingen und brauchte für meinen Weg zur Arbeit 2 ganze Stunden. Wenn da Verspätungen oder Streiks vorkamen, dann war ich auch immer sehr verärgert. Das Problem: Es kam sooo häufig vor. Schlussendlich habe ich diesen Job nicht mehr und würde auch nie wieder so weit pendeln, dafür ist die Bahn zu unbeständig und das Autofahren auf so eine Strecke wäre zu teuer/anstrengend/umweltschädlich.

    Man sollte Leute nicht verurteilen, die sich über sowas ärgern. Wir kennen ja alle nicht ihr Leben, wo sie herkommen und hinwollen. Viele Menschen sind heute unter großem Druck.

  4. oftUnterwegs

    Kommt darauf an, ob sich die Bahn herablässt, die Passagiere umfangreich über den Grund und die voraussichtliche Verspätung zu informieren. 30 Minuten am Bahnhof stehen und nicht zu wissen, warum und wie lange noch gibt ein großes Gefühl der Ohnmacht, das sich dann in Wut äußert. Zu wissen, dass gerade einige Strecken überflutet sind, sich wieder jemand auf die Gleise geworfen hat, oder oder, dass man dies bedauert und damit rechnet, dass in 40 Minuten ein Zug kommt, ist dagegen mit Gelassenheit hinzunehmen. Die Deutsche Bahn ist an sich ja schon sehr zuverlässig und vollbringt eine exzellente logistische Leistung. Fahrgastrechte werden unkompliziert verwaltet, nach nur ca. 2-3 Monaten bekommt man immer sein Geld. Nur in Sachen Informationsfreude gibt es großen Nachholbedarf.

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