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let me entertain you

© vetal1983 - Fotolia.com

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Nein, es geht hier nicht um Popmusik. Oder vielleicht doch ein bisschen. Ich habe mir in den vergangenen Wochen die Frage gestellt, wie viel an Entertainment ich in meiner Wohnung brauche. Ich streame mir Filme auf meinem Fernseher, spiele öfter mal an einer Konsole und höre Musik.

Aber was bringt mir diese Ablenkung wirklich? Bringt Sie mich in meinem Leben weiter, trägt sich wirklich qualitativ zu meiner Erholung bei?
Meine Freizeit von Montag bis Freitag ist momentan, bedingt durch einen langen Weg zur Arbeit, recht begrenzt. Ich habe Abends maximal 3 Stunden Zeit bevor ich mich wieder auf den Weg ins Bett mache. Morgens habe ich je nachdem wie früh ich aufstehe eine halbe Stunde bis maximal eine Stunde Zeit, die ich produktiv nutzen könnte.

Ich denke es gibt gar kein Pauschalrezept in dieser Angelegenheit. Ich höre wahnsinnig gerne Musik und empfinde dies weder als verlorene noch schlecht genutzte Zeit.

Was ich gelernt habe, ist mein Verhalten immer wieder zu hinterfragen und Entscheidungen zu treffen.

Entertainment ist zu eine Droge unserer Zeit geworden. Ich meine damit nicht nur Dinge wie den Fernseher sondern auch Freizeitaktivitäten. Der Kick muss immer größer werden. Auf der Kirmes reicht die Achterbahn nicht mehr aus. Man muss aus 80 Meter fallen um zu spüren, das man am leben ist. Man muss Erlebnisse und Aktivurlaube machen. Was man durch so etwas allerdings auch immer unterstützt ist eine wachsende Industrie.

Sollten wir unser verdientes Geld nicht dafür nutzen, Dinge mit Menschen zu machen. Uns an der Natur un den kleinen Dingen zu freuen. Anstelle unser Geld für Gadgets und Co herauszuwerfen? Wenn eins wirklich nicht zurück kommt, dann ist es die verlorene Zeit. Und man weiß nie, wie lange einem davon noch geschenkt ist.

Ich genieße einen tollen Sonnenaufgang, den Geruch, wenn es lange nicht mehr geregnet hat, tolle Gespräche mit Freunden und die ganzen kleinen Wunder dieser Welt.

Wie siehst du das Thema Entertainment? Was ist für dich ein „must have“ und was überflüssig.

13 Kommentare

  1. Oh, die Themen kenne ich… Bei mir war es so, dass ich in den Zeiten, in denen ich ebf. lange unterwegs war – u.a. auch wegen langer Fahrzeit – sehr viel Musik gehört habe. Ich finde Musik einfach super…
    Ich merke aber jetzt (neue Arbeitsstelle, kürzerer Arbeitsweg, Arbeitszeit reduziert, weniger Stress, mehr Zeit) mein Konsum an Musik und sonstigem Entertainment deutlich nachgelassen hat – obwohl ich dafür mehr Zeit habe. Das alles ganz wie von selbst. Ich geniesse mehr, obwohl ich weniger Entertainment nutze.

  2. Chris

    Hallo.

    Bei der Sachlage würde ich eher überlegen den Job zu wechseln oder umzuziehen. Ganz ehrlich mir wären drei Stunden Freizeit am Tag viel zu wenig. Man arbeitet ja um zu Leben und nicht umgekehrt.

    Um aufs Thema zurück zu kommen. Ich habe mein TV-Konsum auf fast 0 reduziert. Auch Computerspielen habe ich mal für ein Jahr entsagt. Geht alles und man verliert nichts an Lebensqualität.
    Viel schlimmer als die Berieselung finde ich aber, wenn Unterhaltung zum Zwang wird und man sein Leben an den Sendezeiten von Serien ausrichtet oder nicht mehr von der Konsole loskommt. Mir wurde es aus diesem Grund irgendwann zu anstrengend Serien zu gucken. das unterschwellige Gefühl nichts verpassen zu dürfen war einfach nur noch nervig.

    • Hallo Chris, der Umzug ist fest geplant! Ich weiß genau was du mit dem Zwang meinst. Diesen habe ich Gott sei Dank auch schon lange nicht mehr.
      Manchmal ist die Berieselung ja sinnvoll, aber mir ist aufgefallen, dass man schnell in ein Muster fallen kann. Daddeln am Abend oder 3 Folgen Mad Men (übrigens eine hervorragende Serie) und schon ist der Abend gelaufen.
      Ich gucke schon lange kein klassisches Fernsehen mehr und leihe mir Filme aus oder bemühe Mediatheken.

      Danke für deinen Kommentar
      Michael

  3. Interessant finde ich, wie „Entertainment“ definiert wird.
    Lesen hat meiner Erfahrung nach einen hören Stellenwert als Fernseh gucken. Selbst das Internet kommt besser weg als das Fernsehen (oder?). Einige verdaddeln ihre gesamte Freizeit an der Konsole.
    Nur weil jemand lieber daddelt statt ein Buch zu lesen, ist er ja kein schlechter Mensch. Trotzdem wird das immer so vermittelt. Man kann ja auch Schund lesen 😀
    Egal ob an Rosen schnuppern, den Vögel lauschen, Comics lesen oder abfeiern bei einem LARP Gelage – wichtig ist, dass man es bewusst tut. Bei „konsumieren“ von Büchern, Filmen, Internetseiten, Naturbeobachtungen lerne ich immer etwas über mich selbst und das ist ein idealer Anknüpfungspunkt für tolle Gespräche.

  4. Ich dachte auch direkt an Umzug. Pendeln ist verlorene Zeit. Die 3 Stunden würde ich in halbe Stunden einteilen: 1/2 Stunde Musik hören und abschalten, dann Berieselung im Internet, danach kochen und dabei aufräumen. Bleiben noch 1 1/2 Stunden zum Rausgehen und was vom Tag haben.

    Wenn du tagsüber am Bildschirm bist, würde ich den Abend frei halten. Dann braucht der Körper eher Bewegung. Fernsehen und Musikhören hat bei mir Tiefe. Natur nicht. Außer Meer. Balkon würde ich intensiv nutzen.

    • Hallo Tanja, so ungefähr teile ich mir das auch ein. Mal ein Hörbuch, mal ein Musik oder Tech Podcast oder einfach mal aus dem Fenster sehen und den Gesprächen der anderen Leute lauschen.

      Ich versuche mir gerade anzugewöhnen etwas früher auf dem Rückweg aus der Bahn auszusteigen. So habe ich noch ein paar Meter zu laufen und bin auch noch an der frischen Luft

      P.S. sehen wir uns beim #MT14HH

  5. Lieber Michael,

    hiermit lade ich dich recht herzlich zu uns nach Hause ein. Wo das genau sein wird, weiß ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Aber lass uns mal ’ne GrillParty starten.

    Das war mein erster Impuls beim Lesen dieses Posts. Deine Gedanken sind mir einfach sehr sympathisch. Natürlich, Frau DingDong hat irgendwie recht. Es ist seltsam, dass Fernseher und Konsole so schlecht wegkommen. Wenn es bewusst gemacht wird, finde ich es auch völlig unproblematisch. Dennoch glaube ich, dass wir (bspw.) durchs Lesen viel mehr Hirnareale ansprechen, als durchs SerieFilmJunkieDasein. Ich muss immer stutzen, wenn Eltern empfohlen wird, ihr Kleinkind mit AugenPflaster 30min am Tag PCSpiele spielen zu lassen. Das fördere das nicht abgeklebte Auge. Strange.

    Wie gesagt. Das Angebot steht. 😉 Schöne Woche dir!

  6. Ich habe auch ein kleines Heimkino. Es können Filme und Musik gestreamt werden aber auch ein normaler TV-Anschluss ist vorhanden. Ich nutze das ganze unterschiedlich – mal mehr für Musik, mal mehr für Filme oder auch nur zum Fernsehen. Und wenn ich keine Lust habe dann bleibt das Ganz aus!

    Natürlich ist es eine nette Abwechslung sich einfach mal ein wenig berieseln zu lassen aber dauerhaft muss es auch nicht sein. Ganz verzichten möchte ich nicht. Eine geregelter Konsum hingegen ist aber auch nicht verkehrt!

    Gruß Ralph

    • Hallo Ralph,

      super, dass du so bewusst damit umgehst, das kann nicht jeder. Das was du für Filme beschreibst, trifft bei mir für Musik zu 100% zu. Ich habe mir vor kurzem ein paar sehr gute Kopfhörer gekauft und möchte Sie nicht mehr missen.
      Wenn es eine Leidenschaft ist sollte man die Filme weiter genießen.

      P.S. Die alten Kopfhörer waren kaputt 😉 falls jemand Fragen wollte.

      Danke für Deinen Kommentar

      • Komm, du hast sie zerstört. 🙂

        #MT14HH: Kann da leider nicht. 🙁
        Irgendwann sind wir alle besitzlos, haben die Bahncard 100 und treffen uns in der WG (Abteil).

        Danke für’s Mutmachen zum Thema Gewohnheit. Ich verbesser mal meine Koch“künste“.

  7. Jessy

    Das mit dem Fernsehen und zocken ist so eine Sache…

    Ich habe jahrelang so gut wie überhaupt kein Fernsehen geschaut, weil mich die ständige Berieselung (vor allem durch diese Massen an Werbung) so sehr gestresst hat, dass ich spätestens in der 2. Werbepause eines Films den Kasten abgeschaltet habe.
    Jetzt beriesle ich mich wieder mehr, seit ich einen Freund habe und wir uns bisher nur abends sehen. Er schaut sehr gerne fern, aber wenn wir irgendwann zusammen ziehen wird er das öfter alleine tun müssen. Ich finde gerade normales TV Programm ist absolute Zeitverschwendung.
    Ab und an mal Nachrichten ist ok, aber auch die braucht man nicht jeden Tag. Man bekommt sowieso nur Horrornachrichten serviert.
    Auch ein guter Film ist mal eine Art Entspannung. Aber ich kann z.B. Krimis überhaupt nichts mehr abgewinnen. Ich finde wir haben schon so viel Mord und Totschlag in der Welt, da brauche ich das nicht auch noch so realitätsnah wie möglich im TV. Lieber einen Superhelden oder Action Film oder mal was aus einer ganz anderen Sparte, aber nichts, was der Realität zu nahe kommt.

    Ich lese da aber sowieso lieber ein Buch oder gehe mit meiner Kamera (oder auch ohne sie) raus in die Natur.
    Ein bisschen Sport ist auch besser als extreme couching.

    Musik habe ich in der Zeit ohne Fernsehen sehr viel gehört, aber auch das hat sich schlagartig geändert. Der TV-Konsum ist „zwangsweise“ gestiegen und ich habe das Gefühl, dass damit automatisch mein Musik-Konsum zurück gegangen ist. Mich stresst inzwischen schon das ständige gedudel des Radios in meinem Büro. (Aber das auch hauptsächlich wegen Nachrichten, Werbung und den sich ständig wiederholenden, gleichen Liedern)

    Es scheint wohl so zu sein, dass ich eine Gewisse Menge Entertainment-Einflüsse von außen „ertrage“, aber wenn es von einem mehr wird reduziere ich automatisch unterbewusst einen anderen.

    Was das zocken angeht… auf meinem PC sind gar keine Spiele installiert, aber ich besitze 2 Konsolen. Beide habe ich eigentlich nur wegen 1-2 Spielen gekauft und diese nicht mal ganz durchgespielt.
    Ab und an bekomme ich mal einen „Zocker-Flash“. Dann habe ich 1-3 Tage an denen ich Mittags wirklich mal 3-4 Stunden nur zocke. Aber danach stauben die beiden Konsolen wieder mindestens 4 Monate vor sich hin und werden gar nicht mehr verwendet.
    Da merke ich oft, dass es wohl eine Art Flucht aus dem Alltag ist. Meist spiele ich Dinge wie Zelda oder Alice im Wunderland. Fantasiewelten, die bunt sind und kreativ erstellt wurden. Mit realitätsnahen Sport- oder Kriegsspielen kann ich gar nichts anfangen. Das empfinde ich dann als pure Zeitverschwendung.

    Ich würde daher sagen, dass wir in der heutigen Zeit eine kleine Menge Entertainment brauchen. Aber man sollte es, wie Frau DingDong auch schreibt bewusst genießen und sich nicht sinnlos damit „das Hirn zumüllen“.

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