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Minimalismus & Hobbies

© Dudarev Mikhail - Fotolia.com

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Wenn ich ein Hobby betreibe, welches einen großen Materialeinsatz, viele Werkzeuge, Gegenstände und spezielle Kleidung benötige, bin ich dann noch Minimalist? Das Thema Hobby und Minimalismus lässt mich in den letzten Tagen einfach nicht mehr los. Vor allem, weil mich eins meiner Hobbys wieder mehr in beschlag genommen hat.

Eins vor Weg. Hobbys sind wichtig. Sie bilden den Ausgleich zur Arbeit, sind eine Tätigkeit, die uns Spaß macht, die uns Kraft gibt, die nur von uns gewählt worden sind, ohne äußere Einflüsse und die, nur uns gehören.

Ich werde hier den Teufel tun und anderen Menschen vorschreiben, wie Sie ihre Hobbys ausgestalten sollen. Aber trotzdem möchte ich euch alle zum Nachdenken anregen, ob es wirklich so viel sein muss, was Ihr für euer Hobby braucht.

1) Brauche ich das wirklich?
Nehmen wir zum Beispiel Laufen. Ich selbst bin aktuell weit davon entfernt mich Läufer zu nennen, habe aber in der Vergangenheit und auch wieder in der nahen Zukunft Nordic Walking betrieben.
In der Rückschau kann ich nur sagen: das was wichtig war sind: A: gute Schuhe und b: Motivation. Alles andere sind Extras. Ich habe weder für den Anfang funktionale Kleidung, Pulsmesser, GPS Handy, Trinkgürtel oder tolle Musik auf dem iPod gebraucht.
Zum Thema funktionelle Kleidung kann ich nur sagen: Ja, es macht einen Unterschied, aber braucht man das wirklich? Für den Anfang? Ich glaube nicht! Wie hat den Rocky trainiert? In Baumwolle ohne magische Fasern, die aktiv belüften und schneller trocken sind, wie man sie aufhängen kann.

2) Wie viel brauche ich denn?

Wenn ich laufen gehe, brauche ich ein paar Schuhe. Nicht eins für den Wald, eins für den Asphalt und eins für die Berge. Wenn ich Yoga mache, brauche ich bequeme Kleidung und vielleicht eine Matte, aber mehr nicht. Motivation und Wille schlägt professionelles Equipment.

3) Kann ich etwas mit anderen Tauschen?

Natürlich geht das bei dem Beispiel mit den Laufschuhen nicht wirklich, aber wenn Ihr gerne näht, kocht, Musik hört, fotografiert, malt, bastelt, könnt Ihr euch mit anderen Menschen austauschen.
Die angenehmen Nebeneffekte. Ihr braucht beide weniger zu kaufen, habt mehr zur Verfügung und könnt euch aktiv über eure Hobbys austauschen, euch Tipps geben, Fortschritte miteinander Teilen und vielleicht euer Hobby gemeinsam ausüben.

4) Gibt es Alternativen?

In meiner Optikerausbildung hatte ich einen Kollegen in der Werkstatt, der wirklich kreativ war, wenn es darum ging, Alternativen zu finden. Es kommt öfter vor, dass Ersatzteile für Fassungen nach einigen Jahren nicht mehr lieferbar sind und man sich etwas einfallen lassen muss.
Er hat es geschafft, ein Federscharnier an einer Brille durch die Spirale eines Kugelschreibers zu reparieren. Ich bin heute noch fasziniert davon.
Auf Hobbys bezogen gibt es ganz viele Dinge im Bereich DIY (do it yourself) die man selbst a) billiger und b) eleganter lösen kann.
Das suchen nach Alternativen und die Umsetzung gibt noch einen zusätzlichen Kick.

5) Kann ich mein Hobby insgesamt minimalistischer ausgestalten?

Ich habe mich immer sehr intensiv mit Musik beschäftigt. Das hat dazu geführt, dass ich früher einer der ersten Audio CD Brenner von Phillips besaß, das Gerät kostete rund 600 Mark und ich war froh einen Rohling unter 2 Mark zu finden. Zu den mehr als 2000 CDs gesellten sich dann noch Mischpult (DJM 500 von Pionier), stabiles Case, Kopfhörer von Sennheiser, gute Boxen und vieles mehr.
Heute sieht es so aus, dass ich mein Streaming Abo besitze. Ein USB Mischpult an meinem Laptop und einen Kopfhörer für unterwegs und einen speziellen für zu Hause.
Meine Boxen für alles (Raum, Fernsehen, PC, etc.) haben keine 90 Euro gekostet und ich bin extrem zufrieden mit dem aktuellen Setup.

Wie kannst du dein Hobby minimaoistischer ausgestalten? Welche Tipps würdest du anderen Menschen geben, deren Hobbys ausufern?

19 Kommentare

  1. Damit sprichst du einen mehr oder weniger großen Problembereich von mir an. Wenn ich mein Kameraregal ansehe, dann ist das wirklich alles andere als minimalistisch. Doch soll ich die eine besondere Kamera, welche ich nur selten benutze und die am meisten Platz benötigt wirklich verkaufen?
    Zudem braucht dieses Hobby eigentlich auch einen eigenen Raum und sehr viel Zubehör um es ordentlich ausführen zu können. Auch das ist gerade durch mein Lebensstil nicht machbar, doch wird es das irgendwann?

    Ich habe noch keine Antwort darauf gefunden und frage mich, ob ich das überhaut muss?

    • Jens

      Hallo, ich fange gerade erst an mich mit den Thema minimalismus zu beschäftigen und kenne auch den Laster mit Hobbys und Sammeln. Man sollte sich nicht an irgendwelche Regeln stützen welche entscheiden ob man Minimalist ist oder nicht…..ich finde eher der Minimalismus ist eine Lebensrichtung die man aus Überzeugung eingeschlagen hat……..UM AUF DEN KERN DER SACH ZU KOMMEN….Minimalismus bedeutet für mich BEWUSST zu leben…….das man sich nach und nach bewusst von DIngen trennt die überflüssig sind…..aber wen mann etwas sammelt und auch Werkzeug dafür braucht …..dann Sie die Sachen (Kameras, etc.) auf keinen Fall überflüssig…..Wenn Jemand Münzen oder Briefmarken sammelt beschränken die sich doch nicht auf eine Münze oder Marke……Die Vielfalt und die Pflege macht doch erst eine Sammlung aus …..also ist der Besitz vieler Exemplare zwingend erforderlich….und steht daher nicht mit den Minimalismus NICHT im Wiederspruch

  2. Ich bin mir noch nicht sicher, an welche Grenzen mich der neu entfachte Minimalismus in mir führen wird in punkto Hobby. Ich habe meine Hobbies in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt (zu viel gearbeitet) und deshalb bin ich in der Situation, mir einiges neu zulegen zu müssen, wenn ich wieder mehr malen, zeichnen und fotografieren möchte … und genau das empfijnde ich als eine echte Herausforderung: mich in einer für mich akzeptablen Form der minimalistischen Neuanschaffung zu üben. 🙂

  3. Ich brauche nur Tusche + Block, Laptop oder Griffix (LinkshänderSchreibLernstift) und kann mich stundenlang beschäftigen. Ich langweile mich nie und war schon immer so. Manchmal schnapp ich mir meine Jacke und geh auf ein Konzert. Umsonst und draußen. Meine kleine Gartenhacke ist auch Teil meines Lebens. 🙂 Gleich gibt’s Pfannkuchen mit selbstgemachtem Vanillezucker. Neue Keramikpfanne. Ich liebe sie jetzt schon. 🙂 Hatte 1 Jahr keine. Mir immer wieder Dinge wegnehmen ist auch ein Hobby. Komische Menschen, diese Minimalisten.

  4. Maj

    Bei dem letzten Satz von Tanja Heller musste ich schmunzeln. Das ist nämlich auch ein Hobby von mir: mir Dinge immer wieder wegnehmen 😉 Manchmal hatte ich es schon bereut und musste sie nachkaufen, so wie heute. Ich habe mir wieder Farben und eine Leinwand gekauft (meine „Sammlung“ hatte ich verschenkt). Allerdings habe ich mir vorher genau überlegt welche Farben ich für das eine Bild brauche, damit ich ja nicht zuviel habe ;-).

  5. Uta

    Ja, mit den Hobbies ist es so wie mit den Alltagsdingen. Man kann sich auf grundlegende Werkzeuge beschränken oder man kann sich ausgiebiges Equipment für alle möglichen Eventualitäten zulegen.
    Ich finde, es kommt immer darauf an, wie intensiv man sich dem Hobby zuwenden möchte. Wenn man sich jeden Tag etliche Stunden seinem Hobby widmet und Professionalität anstrebt, könnte eine vielseitige und luxuriöse Auststattung sinnvoll sein. Wenn man sich dem aber nur einmal in der Woche für zwei Stunden zuwendet, braucht man in Wahrheit nur die Basisdinge für das, was man tun möchte. Das einzuschätzen liegt bei jedem selbst, und beides finde ich ok.
    Manchmal, bei neuen Hobbies muss man auch erst für sich herausfinden, was man wirklich braucht und was nicht, Werkzeuge ausprobieren. Falls man dann merkt, dass man sie nicht wirklich braucht, kann man sie ja wieder tauschen, verkaufen, verschenken oder was auch immer.
    Zum Beispiel so ein GPS-Pulsmessding braucht man nicht zum Laufen. Aber wenn man gezielt sich auf einen Marathon vorbereitet oder nicht ganz gesund ist, kann es doch sehr nützlich und vereinfachend sein. Und so weiter… 😉 – Wobei man aber auch bedenken muss, dass in jedem Bereich viel unnötiger Schnickschnack angeboten wird, den wirklich kein Mensch braucht 🙂

  6. Chris

    Ein Thema welches mich auch schon länger beschäftigt.
    Es kommt sicher immer auf das Hobby an. Der Läufer kommt sicher mit weniger Gezumpel aus als der Angler oder der Modellbauer. Ich selbst fotografiere sehr gerne und mit allen Kameras, Objektiven und Blitzanlage kommt da schon einiges zusammen. Den ganzen Kleinkram mal nicht mitgezählt. Ich versuche mich dennoch auf das Wesentliche zu beschränken und meine Fotokollegen haben teilweise wesentlich mehr rumstehen, aber Hobby ist halt Hobby und soll in erster Linie Spaß machen. Da will ich mich nicht künstlich beschneiden, obwohl es auch im Fotobereich echte Minimalisten gibt, die versuchen mit der kleinstmöglichen Ausstattung auszukommen. Für mich war das bisher nichts, aber ist vielleicht mal eine Überlegung wert. Problematisch ist halt mitunter auch der Platzbedarf, den das Hobbyzubehör einnehmen kann.

  7. Danke Michael für den tollen Post. Bei mir waren die Hobbys insgesamt zu ausgeufert. Ich wollte Freunde treffen und dieses und jenes machen (Sport, lesen, Essen gehen, selbst ganz viele verschiedene Sachen kochen, nähen lernen, Yoga machen…). Die Masse der Sachen war vor allem zu viel. Hinter Sport stecke Handball spielen, laufen, Fahrrad fahren und Inline skaten. Ich habe zuletzt gezielt überlegt: Was will ich wirklich machen?

    Bei mir kamen heraus: Fahrrad fahren ist lebenswichtig (und da habe ich vor zwei Jahren auch in ein gutes Rad investiert) und Yoga möchte ich ausprobieren.
    Alles nicht wirklich, wirklich, wirklich wichtige für mich habe ich aussortiert.
    Liebe Grüße
    Nanne

  8. Hallo alle zusammen,
    Minimalismus bedeutet für mich nicht zwangsläufig das man nicht viel besitzen darf.
    Im gegenteil besonders Minimalistische Architektur weist oft unnötig große Raumgestaltungen auf. Diese soll die Illusion schüren das die Räume nicht so voll und aufgeräumter wirken.

    Für mich bedeutet der Minimalismus vor allem Verzicht auf dinge die subjektiv gesehen SIN FREI sind.

    Minimal ist doch eine sehr undefinierte Angabe, so kann minimal aus einem Paar Turnschuhen besten, oder eben gleich einem ganzen Bolzplatz sofern man ein eigenes Team hat mit dem man Spielt. Solange etwas nicht völlig sin frei ist wie Beispielweise unzählige Markenlogos an Autos oder ähnlichem kann es auch Minimalistisch sein.
    Und der Preis spielt beim minimalismus wirklich keine Rolle…
    Wieder die Architektur dort Beispielweise sind minimalistische Designkonzepte im Preis Leistungsverhältnis oft wesentlich teurer.

    Pierre

  9. Pingback: Neues Blog startet: Minima Muse › Digital Diary - Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück

  10. Bei neuen Hobbys ist es sicher eine gute Idee, erstmal mit einem Minimum an Ausstattung anzufangen und dann nach einiger Zeit zu schauen, was man wirklich noch MEHR braucht.

    Oft ist es ja so, dass eine Begeisterung für irgend ein Hobby dazu verführt, sich erstmal das ganze Equipment zuzulegen, womöglich viele Bücher zu kaufen, Kurse zu buchen – um dann nach einigren praktischen Versuchen das Ganze wieder aufzugeben, weil es halt doch nicht so wirklich befriedigt. Oder weil die Mühen, die zu investierende Zeit, um einen Level zu erreichen, der den eigenen Ansprüchen genügt, sich als zu groß bzw. zuviel heraus stellen.

    Ich wette, es gibt eine Menge Leute, bei denen das so läuft. Mir ist es mit zwei Hobbys so ergangen und nie wieder werde ich so vorgehen! Sollte ich von etwas fasziniert sein, werde ich lieber versuchen, das kaum oder gar nicht benutzte Hobby-Zeugs gebraucht aufzukaufen, dass bei vielen in Schränken und Kellern auf bessere Zeiten wartet, die nie kommen!

  11. Weil hier im Haus keiner mehr gärtnert, hab ich gerade einer Gärtnerei eine fast neue Gießkanne geschenkt. Sie meinten, ich kann sie auch wieder abholen, wenn wir sie wieder brauchen. 🙂 Ich freu mich, dass sie wieder in Benutzung ist und ich ein Plastikteil mehr los bin.

    Bei den genannten Hobby-Spezialisierungen ist ja immer die Frage, ob man sie wirklich braucht, sie Statussymbol sind oder ob sie irgendwann nur unbenutzt rumliegen. Und wer daran verdient. Mir geht’s mehr um die Umsetzung, die Dinge zu tun, statt die Spitzenausrüstung, wie Michael schon geschrieben hat.

    Die Frage bei Hobbies ist auch, was hängt man sich da ans Bein? Ich will ja mein Leben vereinfachen und keine Dauerbaustellen wie jahrelange Wohnmobilrestauration oder Segelboot muss ständig repariert werden. 🙁 Krieg ich mit im Bekanntenkreis. Hätte ich keine Lust drauf.

  12. Miss Coolblue

    Ich lebe minimalistisch um bei meinen Hobbies nicht minimalistisch sein zu müssen. Daher musste zumindest furs Trekking eine Grundaurustung her. Schlechte Qualität und ein Verzicht auf bestimmte Sachen können bei dem Hobby der Gesundheit schaden. Bei Kunstkram mag ich mich nicht einschränken, aber ich bemühe mich nur Projekt bezogenes Material zu kaufen und gebe auch manche Überbleibsel ab. Ist es denn nicht Ziel des Minimalismus Raum, Zeit und Ressourcen für die Dinge zu schaffen, die uns wirklich Freude bereiten? Daher ergibt sich für mich da nie ein Konflikt.
    LG

  13. Ich musste bei meinem gestrigen Umzug bemerken, dass 80% davon Hobby/Beruf ist. Entsprechende Literatur, Zubehör. Irgendwie ein bisschen beängstigend wie der Kram sich in einem Jahr vermehrt hat.

  14. Ich habe gemerkt, dass ich wieder etwas mehr im Bereich Musik machen wollte und habe für den Zweck einen neuen Podcast ins leben gerufen. Mir war wichtig mit dem nötigsten auszukommen.
    Für das Vorhören nutze ich meinen Spotify Account.
    Die Tracks. die ich im Podcast benutze kaufe ich über Beatport, für das Einsprechen der Texte nehme ich das Mikro für den Minimalismus Podcast und zum Mixen ein USB Mischpult.
    Wirklich das minimale Setup
    Der Podcast ist wegen der Musik natürlich bei der GEMA angemeldet und dort auch gelistet.
    Wer mag, kann ja mal vorbei schauen 😉 http://www.bar-dj.de

  15. Als Minimalisten möchte ich mich nicht bezeichnen. Obwohl ich angefangen habe mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen und mich auch von Dingen und Angewohnheiten zu trennen. Wie hier schon öfters in den Kommentaren geschrieben denke ich auch, dass einer der Ziele des Minimalismus doch die freie Zeit für das bewußte Leben ist. Und hier gehört ein Hobby oder vielleicht auch zwei dazu. Auch befürworte ich, dass gerade bei Beginn eines Hobbys wirklich nur das nötigste an Grundausstattung zu besorgen ist. Gerade im Sport oder Outdoorbereich kann man viel Geld sparen und sich bei den Händlern gegen geringe Gebühren Ausrüstungsgegenstände ausleihen (Sportgeräte usw.). Wer gerne ein Instrument lernen will, sollte sich ein gebrauchtes besorgen oder beim Musikhändler nach einem Leihinstrument nachfragen. Ich leihe mir zum Beispiel für Fotografiesessions beim Händler Objektive und sonstiges Zubehör fürs Wochenende aus. So ist meine Fotoausrüstung nicht wirklich groß. Natürlich kann man nicht für jedes Hobby alles geliehen bekommen, aber zum ausprobieren tut es meist dann etwas Gebrauchtes.

  16. Ich merke in letzter Zeit, dass ein Nachteil am Minimalismus ist: Ich habe nie Material. 🙁 Ziemlich aufwendig. Ich kaufe mir gleich eine Dose Thunfisch. Damit ich eine Seifendose basteln kann.
    Wenn die Gegenstände weg sind, geht es dann eher um Gewohnheiten loswerden? Innere Baustellen? Hat jemand Erfahrung damit? Ich höre die Podcasts gerade wieder. Nach einem Jahr immer noch total toll! Ich höre sie jetzt auch ein bisschen anders.

    • David

      Minimalismus ist schon ein komplexes Thema. Ich bin auch gerade mitten drin. Minimalismus ist weit mehr als eine Reduzierung von Gegenständen. Es geht im Minimalismus z.B. darum, dass man sich Gedanken über sein Leben macht und Dinge hinterfragt und nicht nur blind durchs Leben läuft. Man entwickelt sich weiter, was gut ist. Und um auf deine Frage zurück zu kommen, wenn ich sie richtig verstanden habe, ist, dass du früher eine Seifendose hattest, jetzt durch den Minimalismus keine mehr hast , und wegen dem Minimalismus dir keine mehr anschaffen möchtest und sie deshalb aus einer Thunfisch Dose basteln willst, weil du kein Material mehr hast und dich jetzt fragst, ob es eher darum geht, die Gewohnheit, dass du immer eine Seifendose hattest loszuwerden. Du solltest diese Gewohnheit eine Seifendose zu haben loswerden, wenn, du die Seifendose nicht oder wirklich nicht brauchst. Es geht beim Minimalismus ja auch darum, was ein großer wichtiger Punkt ist, glücklicher zu werden, indem man sich z.B. von dem ganzen Ballast trennt und bewusster lebt, …. Wenn sich dein Lebensgefühl dadurch, dass du keine Seifendose mehr hast verschlechtert, weil alles voll Seife ist und es eine Sauerei ist und du dann immer z.B. alles sauber machen musst, ist es falsch, auf eine zu verzichten. Das ist nicht der Sinn des Minimalismus. Der Minimalismus soll dein Leben natürlich verbessern, es bereichern. Außerdem ist ein Gegenstand ein Gegenstand. ob es nun ein gekaufte Seifendose ist oder eine selbstgebastelte. Natürlich könnte man auch den Gesichtspunkt hinzuziehen, dass du durch eine gebastelte Seifendose einen Gegenstand weniger kaufen musst, was weniger Umweltbelastung bedeutet, usw. Jetzt hab ich aber genug geschrieben. Vielleicht ließt es dir ja mal durch.

  17. Linda Be.

    Mein Mann und ich leben jetzt alleine. Alle Kinder sind aus dem Haus und ich habe auch ein Hobby, wo ich auch schon ausgemistet habe. Ich male Acryl und Aquarell und manchmal Pastell. Ich habe vor über einem Jahr mit Aquarell weitergemacht, weil man nicht wirklich viel braucht. Aber erst kaufte ich zu viele Farben. Jetzt habe ich mir einen leeren Metallkasten gekauft und die verschiedenen Farben da rein getan. Farben, die ich eigentlich nicht brauche nehme ich zum Mischen. Acrylfarben sind nun mal größere Tuben. Ich war schon am überlegen, ob ich sie verschenke, weil ich kaum noch damit malte, aber jetzt bekam ich einen Auftrag, den ich besser mit Acryl malen kann. Also noch behalten…Nun müsste ich nochmal die Pinsel aussortieren…
    Ich habe früher auch gebastelt und hatte von allem was. Habe dann aber überlegt, dass ich lieber male. Die Kinder sind groß und da habe ich viel verschenkt. Man braucht einfach Material und wenn man da minimalistisch wird, dann kann das ein Hindernis sein. Ich hatte auch jahrelang Kisten voll mit Material, ich konnte alles vielleicht mal gebrauchen. Aber wenn man eine gute Idee hat, warum nicht mal Thunfisch essen ;). Besser so, als zuviel horten.

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