Was kann ich für Dich tun?

2 Menschen umarmen sich auf einer Straße
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In der heutigen Welt laufen viele Menschen viel zu fixiert auf sich selbst durchs Leben. Sie sind so voll mit Aufgaben und Ansprüchen an sich selbst, dass Sie ihr Gegenüber gar nicht mehr wahrnehmen. Sie sind gefangen in ihrer kleinen Welt und kommen nicht dazu über den Tellerrand zu blicken. Sie wundern sich, warum der Kollege Maier besser auf neue Menschen zu gehen kann oder scheinbar mit jedem eine positive Ebene findet.

Dabei ist es so einfach, mehr aus sich herauszugehen und anderen Menschen auf eine freundliche Art zu begegnen. Man sollte sich seine innere Perspektive ansehen und diese ändern. Ich kann auf andere Menschen zugehen, indem ich Sie frage, was kann ich für dich tun. Diese Frage muss noch nicht einmal ausgesprochen werden, auch wenn ich sie nur durchdenke, kann ich zu erstaunlichen Schlussfolgerungen kommen. Dem müden Kollegen im Büro einmal ungefragt einen Kaffee bringen, oder dem gestressten Kollegen einfach einmal ungefragt Arbeit abnehmen und aktiv Hilfe anbieten. Das kann die ganze Stimmung in einem Büro aufhellen.

In der Bahn kann ich meinen Sitzplatz aktiv einem Menschen mit Einschränkung anbieten und muss nicht erst darauf warten, bis ich seine Legitimation in Form eines Renten- oder Behindertenausweises zu sehen bekomme.

Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Ich habe mit diesen Kleinigkeiten so viele tolle Erfahrungen gesammelt, dass ich nur jeden dazu ermutigen kann, sich immer wieder die gleiche Frage zu stellen: Was kann ich für dich tun?

Man sollte sich allerdings davor hüten eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Ich finde ein Nicken, ein Lächeln, ein paar nette Worte sind schon Dank genug. Wenn wir dieser Frage regelmäßig nachgehen werden irgendwann auch vermehrt andere Menschen auf uns zu kommen und uns etwas entgegenbringen. Selbst wenn man gar nichts zurück bekommt, kann man sich darüber freuen, einem anderen Menschen geholfen zu haben. Ich kann selbst daraus eine innere Befriedigung ziehen, die mich ermutigt diesen Gedanken aktiv fortzuführen.

Welche positiven Erfahrungen habt Ihr schon in eurem Umfeld mit einem gesunden Interesse an den Bedürfnissen eurer Mitmenschen gemacht? Welche Tipps könnt Ihr Menschen geben, denen es schwerfällt auf andere zuzugehen.

  1. Genauso ist es!
    Hallo Michael, ich habe die Erfahrung gemacht: die Freundlichkeit, die wir verschenken, kommt zu uns zurück. Für unsere Aktion #littleactsoffriendliness im letzten Advent, bei der wir jeden Tag eine andere kleine Freundlichkeit vorgeschlagen haben, haben wir total viel positives und teilweise überraschtes Feedback bekommen. Deshalb kann ich jedem nur empfehlen: einfach mal ausprobieren! Kostet nichts, aber bringt viel.
    Herzliche Grüße, Sandra

  2. Du sprichst mir aus der Seele, wobei ich zugeben muss, dass mir das schwer fällt. Eines meiner Vorhaben ist, dafür einen Sinn zu entwickeln, zu überlegen, was ich FÜR meine Mitmenschen tun kann, anstelle von selbigen genervt zu sein. Ganz so einfach ist das nicht, für mich ist das eher ein Prozess..

  3. Ich denke auch, dass man von seinen Bedürfnissen und Wünschen ruhig mal abrücken kann. Fast immer ist das eigene Ego im Vordergrund. Geben anstatt nur Nehmen hilft einem in der eigenen Entwicklung sowie der ganzen Gesellschaft. Man zeigt seine Bereitschaft zu interagieren und erhält somit an anderer Stelle wieder etwas zurück. Außerdem kocht man dadurch nicht nur in der eigenen Suppe und erfährt ganz andere positive Situationen.

  4. Ich finde, dafür bedarf es auch die Wahrnehmung. Wenn ich in der Öffentlichkeit die ganze Zeit auf mein Handy starre, nehme ich Hilfsbedürftige nicht wahr. Wenn ich die Augen offen halte, sehe ich von selbst, dass jemand Hilfe braucht, beispielsweise weil er sich fragend mit einer Karte in den Händen umsieht.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  5. Ich finde allgemein dass wir in Deutschland sehr zielorientiert und ichbezogen sind. Da bleibt das soziale Miteinander leider viel zu oft auf der Strecke. In anderen Ländern ist das nicht so stark ausgeprägt.

    Oft merken Menschen nicht, dass es ihnen selbst auch besser geht wenn sie anderen helfen und einfach eine andere Einstellung haben. Wie du schon schreibst bekommen wir durchaus eine Gegenleistung dafür, nämlich Glück und Zufriedenheit 😉

    Ich finde Ehrlichkeit ist einer der besten Ansätze um anderen zu helfen. Ich sage mir zum Beispiel wenn ich spät dran bin und jemand vor mir langsam ist, dass es ja schliesslich nicht sein Fehler ist, sondern meiner. Und schon nehm ich dem anderen nichts mehr übel und meine Ungeduld ihm gegenüber verfliegt.

    Wenn wir uns selbst anderen gegenüber öffnen, werden sie meistens das selbst bei uns tun. Gemeinsam erreichen wir einfach so viel mehr als alleine.

  6. Auf meinem letzten Retreat habe ich den Zen Priester gefragt: „Warum sind wir hier?“ Er antwortete einfach nur: „Um anderen zu helfen“. Besser hätte seine Antwort nicht sein können.

  7. So trivial und abgedroschen es auch klingen mag. Vor 2 Tagen habe ich einer Frau über die Straße geholfen. Sie stand am Zebrastreifen und hat sich am Laternenmast festgehalten und sich aufgrund ihres körperlichen Gebrechens nicht drüber getraut.

    Ich habe etwas abgeholt und sie stand noch immer da, hat es mehrfach versucht und sich nicht getraut. Ich war schon wieder im Auto, weil ich es zuerst nicht wirklich gecheckt hat. Bin dann wieder ausgestiegen und auf sie zugegangen und habe ihr geholfen.

    Sie hat sich soooo gefreut und mir erzählt, dass sie so stark gehbehindert ist, dass sie Angst hatte die Straße zu überqueren, weil sie so langsam ist.

    Es war ein schönes Gefühl und sie hat sich wirklich sehr gefreut.

    Achja – da waren viele Menschen rund um uns herum!

    lg
    Maria

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