Archiv des Monats “Dezember 2015

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Minimalismus & mehr – Jahresrückblick

© stockpics - Fotolia.com

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In der letzten Woche des Jahres kehrt bei mir auch wieder die Ruhe ein. Ich habe Montag den letzten Tag für dieses Jahr gearbeitet und mache mir in diesem Artikel ein paar Gedanken darüber, wie das Jahr 2015 im Bezug auf Minimalismus verlaufen ist.

Das Medieninteresse im Allgemeinen an Minimalismus war dieses Jahr wieder sehr intensiv. Somit habe ich es auch mal wieder ins Fernsehen in ein paar Zeitungsartikel und ins Radio geschafft. Ich möchte allen Beteiligten dafür danken, dass ich auf einer größeren Plattform ein paar Worte über das Thema sagen durfte.
Die Medienauftritte findet ihr hier.

Auf Minimalismus Leben sind dieses Jahr über 100 Beiträge erschienen. Darunter so viele Gastartikel wie noch nie zuvor. Knapp 300 Leute haben den Newsletter aktuell abonniert und  die Anzahl der Facebook „Gefällt mir“ Angaben sind von knapp 1000 auf 3400 gestiegen. Ich habe auf Facebook eine eigene Minimalismus Gruppe gegründet, weil mir der raue Ton in vielen anderen Gruppen nicht mehr gefallen hat und bin froh für eine gute Moderation auch einige Administratoren gefunden zu haben, die mir helfen.

Der Minimalismus Podcast hat über 56.000 Downloads erreicht. Danke Daniel für die schönen Stunden mit und ohne Gästen am Mikrofon, über Skype, auf Stammtischen oder sonst wo. Wir haben dieses Jahr einen monatlichen Rhythmus nicht halten können, waren aber ca alle 2 Monate mit einer neuen Folge präsent. Ich freue mich auf neue spannende Gäste in 2016.

Unser Minimalismus Jahrstreffen im Sommer in Offenbach war ein großer Erfolg. Wir waren rund 60 Leute und haben uns intensiv ausgetauscht, neue Verbindungen geknüpft und eine tolle Zeit gehabt. Neben viel positivem Feedback gab es auch kritische Stimmen, die sich einen strukturierteren Ablauf gewünscht hätten. Diesem Wunsch werden wir 2016 nachkommen. Es wird natürlich auch wieder viel Raum für Begegnungen, persönlichen Austausch und gemeinsame Aktivitäten geben. Sobald der Termin für das nächste Jahrestreffen feststeht, werde ich in hier auf meinem Blog und in den sozialen Netzwerken bekannt geben.

Nachdem der erste Termin des Minimalismus Stammtischs in Köln in diesem Jahr eine ziemliche Katastrophe war (überfordertes Personal, zu viele Teilnehmer), haben wir im Café Kleks eine neue Heimat gefunden. Wir sind immer zwischen 10 und 15 Leute und treffen uns einmal im Monat. Das nächste Mal am Samstag den 9. Januar 2016 ab 14:00. Außerdem gab es viele andere Stammtische in Deutschland, die sich regelmäßig getroffen haben und deren Termine ich mit Svenjas und Daniels hilft im Netz verteilt habe. Wer gerne auf dem laufenden bleiben will kann sich auf der Seite zum Newsletter anmelden oder der Facebook Seite folgen(Facebook / Website).

Ich wünsch euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr

 

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Frohe Weihnachten

© Floydine fotolia.com

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Ich wünsche euch allen Frohe Weihnachten und ein paar ruhige Tage mit euren liebsten Menschen. Wer sich die Zeit gerne mit etwas Unterhaltung vertreiben möchte, kann gerne in eine neue Folge des Minimalismus Podcasts mit Marco (aka Mark Ritter) reinhören (Minimalismus-Podcast.de).

 

 

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Weihnachtsmarkt bewusst genießen

© StockPixstore - Fotolia.com

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Eine Sache habe ich ganz besonders in den letzten 5 Jahren gelernt, die ich mich mit Minimalismus beschäftige. Momente bewusst zu genießen.

Ich möchte euch deswegen einige Tipps geben, wie ihr gut über einen vollen Weihnachtsmarkt kommt und euch dabei etwas Regen auch nichts anhaben kann. Mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Fokus werdet ihr Spaß haben, egal ob ihr lange anstehen müsst oder es gerade Hunde und Katzen regnet.

Ich finde es erst einmal wichtig, eine klare Entscheidung zu treffen und sich selbst zu sagen. Ja ich will auf einen Markt, ich möchte die Lichter im dunklen sehen, mit Freunden diesen Besuch bewusst genießen und mich von einer gemütlichen Atmosphäre anstecken lassen, etwas leckeres essen und mich überraschen lassen von neuen Ständen und Ideen.

Gehe langsam, wenn du es eilig hast. In der Langsamkeit steckt so vieles drin. Wir können durch bewusstes langsames Gehen unsere Aufmerksamkeit konzentrieren und Dinge bewusster wahrnehmen. Gestern war ich mit meiner Mutter auf einem Weihnachtsmarkt, der viele Stände mit ganz eigenen Produkten hatte. An einem Stand gingen viele Leute einfach so vorbei. Mir hat der Mann dahinter etwas leidgetan und ich war Neugierig darauf, was er vertrieb. Es war Honig in ganz anderen Geschmacksrichtungen.

Meine erste Frage war: Vertreiben Sie diese Waren oder stellen Sie diese auch selbst her. Mit der Frage hatte ich ins Schwarze getroffen. Nicht ohne Stolz erzählte er mir darauf hin, dass er der Produzent ist und es diesen Honig in so einer Form nicht noch einmal geben würde. Ich habe mich dann entschieden Honig mit Wasabi zu probieren und auch eine kleine Menge mitgenommen. Qualität, Geschmack und Idee stimmten für mich und das nette Gespräch, wird sicher eine Anekdote werden, die ich öfter erzählen werde.
Das wäre mein zweiter Tipp.

Sei neugierig, auch wenn du diesen Markt und viele Stände vielleicht schon kennst. Gehe mit einer Haltung über den Markt, dass dies dein erster Besuch wäre und nimm die Dinge als neue Eindrücke auf.

Wenn es einmal voll wird und sich für einige Meter sehr drängt, mach dir einfach bewusst, dass du mit diesem Gefühl nicht alleine bist und es vielen anderen auch so geht. Nicht jeder kann damit umgehen und fährt vielleicht hier und da die Ellenbogen oder eine Schulter aus. Ich glaube nicht, dass dies nur aus Egoismus passiert, sondern einfach nur aus Angst und einem natürlichen Schutzbedürfnis. Wenn man die Dinge nicht ändern kann, sollte man immer versuchen die Sicht auf die Dinge zu ändern, denn dies haben wir wirklich in der Hand.

Manchmal muss man länger als gewöhnlich anstehen und merkt, wie man gereizt wird. Als Minimalist sollte man da ein wenig gelassener reagieren. Egal ob Crêpe , Reibekuchen oder Räucherlachs. Jedes Produkt hat seine eigene Garzeit und wir wollen auch alle, wenn wir an der Reihe sind, persönlich und freundlich bedient werden und nicht abgespeist . Außerdem ist doch eine lange Schlange auch meist ein Zeichen von Qualität. Ich weiß von einem Stand auf einem Kölner Weihnachtsmarkt, dass er die besten Reibekuchen hat und ich stelle mich dort einfach nur gerne an, weil ich bis jetzt nie enttäuscht wurde. Und nie heißt mehr wie 15 Jahre.

Jeder der diesen Artikel aufmerksam gelesen hat, weiß, das diese Tipps, etwas abgewandelt, auch allgemeingültig sind und Motivation bieten in Situationen, wo ihr die äußeren Umstände nicht beeinflussen könnt. Der Dalai Lama hat, meiner Erinnerung mal über Regen gesagt, dass es egal ist, ob die Sonne scheint oder es regnet, beides ist ein natürlicher Zustand. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Weihnachtsmarktbesuch und ein paar ruhige Stunden.

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Gastbeitrag: Wir sollten Maximalisten sein

happy family

© ricardoferrando – Fotolia.com

Wir haben uns mit unserem vergangenen Konsum an den ungünstigsten Ausgangspunkt manövriert: Einen Startpunkt mit Überfluss und unheimlich viel Zeug. Dann haben wir angefangen die Kleiderhaken umzudrehen, unliebsame Bekanntschaften aussortiert und in minutiöser Selektion eine CD nach der anderen wegminimalisiert. Wir haben gelernt, mit dem Trennungsschmerz umzugehen, den Verzicht zu lieben und das einfache Leben zu schätzen. Wir haben einen Ausgabenstopp ausgerufen, eine Konsumauszeit genommen … und sind danach wieder in die alten Kaufmuster zurückgefallen. Mit dem Unterschied, dass wir jetzt nachhaltig kaufen, regional, minimalistisch, plastik- und fleischfrei. So dass die nächste Runde des Aussortierens noch schwieriger wird, denn wir haben uns jetzt mit wohl überlegten, ganz bewusst gekauften Produkten umgeben. Die kloppt man nicht einfach in die Tonne. Von diesem Startpunkt aus quälen wir uns zum Ziel hin, von dem wir oft nicht einmal genau wissen, wie es aussieht. Nur irgendwie weniger.

Dabei ist dieser Minimalismus, ausgehend vom Überfluss, nur Materialismus mit umgekehrtem Vorzeichen, so wie das Schweigen eine Form von Kommunikation ist. Wir beschäftigen uns beim Aussortieren genau so intensiv mit Dingen, nur dass wir weniger statt mehr davon wollen. Wir lassen weiter zu, dass die Dinge unser Leben und unser Denken beherrschen, ob wir nun aussortieren oder ansammeln. Der Unterschied ist marginal. Statt Konsumterror dominiert kompetitive Asketenästhetik. Wir können nichts unbegründet lassen, wir können nicht einfach loslassen und genießen, können nicht einfach sein. Unsere kulturelle Programmierung lautet: Ohne Fleiß kein Preis. Also zählen und reduzieren wir, unterwerfen uns Challenges und subtrahieren so mühselig Stück für Stück vom Vorhandenen.

Steht da eine Philosophie dahinter wie bei Thoreau, eine Annäherung an Gott, wie bei schlicht lebenden Mönchen, oder was bezwecken wir mit dem Minimalisieren? Die Hoffnung auf ein besseres Leben? Unser Leben findet nicht irgendwann in ferner Zukunft statt, sondern heute. Hoffnung auf ein besseres zukünftiges Leben ist Verschwendung kostbarer Lebenszeit.

Schluss damit! Es wird Zeit, dass wir anfangen, zu addieren statt nur zu subtrahieren. Dass wir uns überlegen, was wir in unserem Leben haben wollen, nicht, was wir nicht haben wollen. Wie unser Leben aussehen soll, nicht, auf was wir noch verzichten könnten. Wir sollten die Perspektive wechseln. Uns nicht mehr darauf konzentrieren, was wir haben und loswerden wollen, sondern darauf, was wir tatsächlich brauchen. Von Null anfangen und alles in unser neues Leben packen, was wir zum glücklich sein brauchen. Nur das, aber das alles.

Wir sollten Maximalisten sein: Ein Leben anstreben, dass maximal angefüllt ist mit Abenteuern, Glücksmomenten, Aufregung, Spaß, Liebe und ganz viel *HACH-ist-das-Leben-schön*. Wir sollten ein erfülltes Leben anstreben, auf das wir mit Stolz und Freude zurückblicken können, ein Leben, dass wir MAXIMAL erlebt haben und in dem wir auf nichts verzichtet haben, was uns wichtig ist. Materialismus war gestern. Her mit dem schlichten aber wilden, dem einfachen aber wertvollen Leben als Maximalist.

10522905_925163784163417_3720430630602475151_nSandra bloggt auf It´s your Life über Ideen zum Leben.  Wie kann man  glücklich leben? Itsyour.life bietet dazu Gedanken an: Mal philosophisch, mal praktisch geht es um Ideen zum Leben – weil jeder Tag zählt!

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AppleWatch – Mein Fehlkauf des Jahres

digital clock on a man's hand

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Innerhalb der #Konsumauszeit wurde es jetzt auch einmal Zeit über vergangene Fehler zu reflektieren. Der größte dieses Jahr war der Kauf einer AppleWatch.

Ich muss dazu erst einmal sagen, dass ich vom Konsumentenprofil zur Gruppe der early adopter gehöre, die gerne neue Technologien vom Start weg ausprobieren und daher anfällig war für diesen Kauf.

Ich trage seit Jahren eigentlich keine Uhr mehr, weil Zeitanzeigen immer omnipräsent sind. In der U-Bahn auf dem Auto Armaturenbrett, auf dem Receiver meines Kabelfernsehbetreibers, auf dem PC und natürlich auch auf dem Smartphone.

Ich fand die Idee, Nachrichten und Benachrichtigungen über das Handgelenk zu bekommen wirklich gut und wollte dies selbst einmal ausprobieren.
Nach einiger Zeit habe ich aber gemerkt, dass mein Handgelenk vor lauter Benachrichtigungen mich ständig aus meiner eigentlichen Arbeit gerissen hat.

Zugegeben, das leichte Klopfen war vom haptischen Gefühl her wirklich angenehm, aber es signalisierte auf der anderen Seite wieder eine Benachrichtigung. Egal ob SMS, Email, WhatsApp, Facebook, auf jeden Fall etwas, was zu überprüfen war.

Mein Smartphone ist auf der Arbeit in der Regel lautlos und ich schaue ab und zu darauf. Den Rhythmus bestimme aber ich.
Für jemanden, der wenig mit anderen kommuniziert und auch nicht sehr aktiv in sozialen Netzwerken auftritt, ist die Uhr bestimmt eine tolle Sache. Für mich hat sie ein Stück weit mehr Stress bedeutet. Diesen habe ich dann wieder reduziert und dabei auch die Uhr. Außerdem habe dadurch einiges über mich gelernt.

Ich werde in Zukunft nicht mehr mit jeder Welle vorweg reiten, sondern warten bis diese vor dem Strand bricht und schauen, was davon übrig bleibt.
Ich werde mich an diesen Fehlkauf erinnern und reflektieren, ob ich nicht gerade in die gleiche Falle tappe.
Ich werde in Zukunft auch weiter darüber schreiben, wenn ich mir einen Fehltritt wie diesen geleistet habe. Wir sind alle nicht perfekt und jeder, der online dieses Attribut in Anspruch nimmt, hat für mich schon einiges an Kredit verloren.

Was war euer Fehlkauf des Jahres?