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muss ich wirklich?

© Gina Sanders Fotolia.com

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Letzten Montag  stellte ich mir einmal wieder die Frage ob ich wirklich allem und jedem gerecht werden muss. Den Samstag davor  war diese Woche noch wie ein weißes Blatt Papier und auf einmal habe ich jeden, wirklich jeden Tag, bis auf Sonntag etwas vor. Und wo ist da meine Zeit für den Sport? Den müsste ich noch morgens vor 5:40 in meine Routine einfügen.

Diese Woche hat mir mal wieder schonungslos vor Augen geführt, wie schnell aus einer freien Woche eine verplante Woche wird. Ich fühle mich gerade, obwohl ich auf jede einzelne Veranstaltung Lust habe, eingeengt. Ich habe zu wenig freie Zeit, zu wenig Zeit für mich und für das, was mir wichtig ist.

Ich bin in die „da ist ja noch Luft“ Falle getappt. Ihr kennt das bestimmt auch. Auf einmal ist der Terminkalender voll und Ihr habt vergessen, die wirklich großen Dinge hineinzupacken. Für diese Woche ist das Kind in den Brunnen gefallen. Ab nächster Woche wird es nur noch einen freien Abend in der Woche geben, den ich auswärts verbringen werde. Dann bleiben 2 Abende für das Training locker frei und ich stehe nicht an einem Dienstag da und denke, dass mir die Woche um die Ohren fliegt.

In so einem Fall ist es, denke ich gar nicht so verkehrt feste Regeln einzuführen, wenn Sport gesetzt ist, gilt dieser Tag einfach nicht mehr als frei, es ist ein fester Termin wie alles andere. Neue Gewohnheiten einzuüben fällt mir, wie den meisten wirklich schwer. Ich vertraue dann immer darauf, dass es nach 4 Wochen deutlich einfacher wird.

Wieder hilft an dieser Stelle der Minimalismus. Man muss sich fragen, was ist mir wichtig? Wofür sollte ich Zeit haben, wofür will ich Zeit haben und wie will ich diese Zeit verbringen.

Mein Musiklehrer hat immer nur gesagt üben, üben, üben. Ich glaube, das ist auch das Erfolgsrezept. Und vor allem sich nicht entmutigen lassen, wenn mal etwas dazwischen kommt. Einfach weiter machen und es als Ausnahme ansehen und nicht als finalen Beweis für die eigene Unfähigkeit Dinge zu ändern.
Man spricht ja in dem Zusammenhang auch gerne mit dem Klick im Kopf. Wenn der Schalter dort nicht umgelegt ist und man das Vorhaben wirklich will, braucht man nicht damit anzufangen.

Wie geht ihr damit um, wenn euch euer Zeitmanagement um die Ohren fliegt?

15 Kommentare

  1. Miss Coolblue

    Ich glaube, dass ich es schon einmal auf deinem Blog erwähnt habe. Für mich gilt jeden Tag maximal ein Termin nach der Arbeit. Dabei ist es egal ob es sich um ein Essen mit Freunden, Arzttermin oder mein persönliches Hobby (Sport,Malen etc) ist. Auch am Wochenende setze ich einen festen Termin pro Tag an. Vorher und nachher habe ich Luft, so bin ich flexibel und kann ein Treffen auch ausdehnen oder wenn etwas früher abgehakt ist abends doch noch spontan mit Freunden in eine Kneipe. Wenn ich ganz viel Wochenenden immer unterwegs war und nichts für meine Hobbies tuen konnte, dann nehme ich mir ein ganzes WE frei und lass mich treiben. Da werden Verabredungen spontan getroffen oder stundenlang gemalt.

    LG

  2. Mein Zeitmanagement fliegt mir gottseidank nicht mehr allzu oft um die Ohren, aber wenn (gerade im Sommer) dann heißt es bei mir Augen zu und durch und gleich mal gucken, wann ich das nächste freie Zeitfenster nur für mich habe. Ich kündige das dann auch so überall an und denke mir schon mal Sachen aus, die mir Spaß bringen und meine Energien wieder aufladen. Da hab ich schon mal ein bisschen Vorfreude im Gepäck und dann wirds leichter durchzustehen.

  3. Du könntest dir doch 2 mal die Woche groß “ICH” in den Kalender schreiben. An dem Abend machst du nur dein Sportprogramm, kochen und Haushalt. Irgendwann hast du das verinnerlicht und brauchst es nicht mehr zu notieren. Bei mir ist es eher, dass ich innerlich nicht abschalten kann und mich dann mit putzen erde. Und eine Basis schaffe in meiner Wohnung. Mir ist dann nur noch nach Kapuze wie auf deinem Bild, schlechte Laune und alles zu viel. Meistens wenn ich zu schnell werde bei Projekten und zu viel auf einmal will und mache. Wie heute. Wir wollen zu viel in zu kurzer Zeit. Das lese ich ständig raus bei unseren Blogs. Auch bei den Vorsätzen fürs neue Jahr ist es mir aufgefallen. Dinge brauchen Zeit. Ich geh mal weiter putzen. Und viel Glück mit deinem ICH. 🙂 Die Pendler, die ich kenne, machen das einmal die Woche und liegen dann 3 Tage kaputt in der Ecke. Ich frage mich eh, wie du das alles schaffst.

  4. Ramona

    Als ich letzten Sommer angefangen hab zu arbeiten, merkte ich schnell, dass ich Sport als Ausgleich machen sollte. Ich hab mich dann bei verschiedenen Kurse angemeldet und eine Jahreskarte fürs Schwimmen gekauft. Die Kurse waren dann eh terminlich Festgesetzt und fürs Schwimmen hab ich mir zwei Tage in der Woche ausgesucht. Ich geh dann vor oder nach der Arbeit 30 min schwimmen, auch wenn ich eigentlich keine Lust hab. Zu wissen, dass ich mich danach besser fühl und es ja gar nicht so lange dauert hilft mir dabei.

    Ich notier mir meine privaten Termine zusätzlich noch ganz gerne in meinem Terminkalender auf der Arbeit. So weis ich, wann ich auch mal länger bleiben kann bzw. wann ich pünktlich Schluss machen muss.

    Gruß Ramona

  5. Du fragtest, wie ich mit meinem Zeitmanagement umgehe, wenn es mir um die Ohren fliegt?

    Früher ist dies öfters geschehen, da war ich noch perfektionistisch und fremdgesteuert unterwegs. Ich reagierte dann richtig panisch und sehr hektisch. Heute fliegt mir mein Zeitmanagement auch dann und wann mal um die Ohren. Und das ist auch in Ordnung.

    Ich treffe in diesen Fällen die pragmatischen Entscheidungen. Was ist mir wichtiger und mache das Wichtige. Habe ich später noch Zeit kann ich immer noch das andere tun.

    Warum fliegt mir mein Zeitmanagment nicht mehr so häufig um die Ohren?

    Nun das ist einfach. Ich habe meine Strategie und meine Zeitplanung geändert. Iim Kalender trage ich erst die privaten Termine ein (Kinder fahren, Treffen mit Freunden, Sport, usw.) Weiterhin gibt es bei mir im Kalender 1-2 feste berufliche Termine, den Rest lasse ich fließen. So ahbe ich für meine Kunden und mich mehr Zeit und ich bin ausgeglichener. Weniger Termine im Kalender befreit.

    Mit Freude und Respekt
    Ulrich Teichert
    ich helfe Dir deine Ziele endlich anzugehen

  6. Tobias

    Ich finde gerade im verplanen der Freizeit liegt bei vielen der Grund für die innere Unruhe das Gefühl gestresst zu sein. Wenn ich am Wochenende in den Supermarkt gehen und mitbekomme, wie die Leute gestresst und teilweise aggressiv sind, dann kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. Warum verplane ich mir einen Samstagmorgen so, dass ich mich aufrege, wenn es im Lidl an der Kasse etwas länger dauert? Mir ist es doch gleich ob um 12Uhr, 12:30Uhr oder 13:00 Uhr Mittag esse. Durch den Stress den sich viele machen, entsteht wiederum ein schlechtes Gewissen, nicht alles geschafft zu haben. Alles ganz ohne Not.
    Dabei heißt es doch so schön, man muss sich Zeit nehmen. Nehmen ist immer etwas aktives, also muss man auch aktiv sagen, ich trinke Samstagsmorgens einfach eine Tasse Kaffee mehr und schaue dabei ne Stunde aus dem Fenster. Es ist meine Freizeit, keiner bezahlt mich in der Zeit und keiner bewertet mich, also kann ich auch tun was ich will.

    Gruß Tobias

  7. Mir fliegt nur sehr selten mein Zeitmanagement um die Ohren (das ist auch gut für jemanden, der früher mal Seminare zu dem Thema gegeben hat, oder? ) Es liebt aber mehr an meinen ganzen Minimalismusschritten. Ich mache einfach weniger und achte bewusst darauf so zwei Abende die Woche wirklich frei zu haben und zu Hause zu sein. Ich verplane meist max. 40 – 50 Prozent meiner freien Zeit mit Terminen mit anderen Menschen, alles andere schlaucht mich einfach zu sehr.
    Mir passiert es nur manchmal, dass ich etwas doppelt zu sagen will, weil ich nicht in den Kalender geguckt habe und gesehen habe, dass ich schon einen Termin habe.

    Weniger ist mehr :o)

  8. Hallo Michael,

    seitdem mein letzter Terminkalender einen Wasserschaden erlitten hat, habe ich mir bewusst einen kleineren zugelegt. Der hat statt pro Tag für jede Woche eine Seite. Folglich kann ich nicht mehr so viel eintragen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  9. Ich bin auch dazu übergegangen, bestimmte Tage/Abende schon vorab im Terminkalender zu reservieren. Ich plane ungerne etwas ohne den Kalender und hab so auch immer den Überblick, wie voll die Woche so wird. Dein Vorhaben mit dem “festen Termin üben” kann ich also nur unterstützen. 🙂

  10. Ich mache maximal 2 Termine aus pro Woche – das ist wohl der umgekehrte Ansatz von Dir 😉

    Mir ist es wichtig Zeit alleine zu verbringen.

    Wenn es doch einmal ein zusätzlicher Arzttermin o.ä. sein muss, dann kombiniere ich das mit einem anderen Termin, den ich davor oder hinten anhänge, damit trotzdem 5 Tage frei bleiben.

    lg
    Maria

  11. Roger

    Als Vater von eine 16 Monate alten Kind und 90% Arbeitspensum bin ich mit Terminen im Moment noch minimalistischer als mit meinen Sachen… 😉 Ich glaube Minimalismus kann man auch im Denken, Handeln , Verabredungen, guten Vorsätzen usw. anwenden.

    Gruss
    Roger

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