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Minimalismus löst nicht deine Probleme

Minimalismus hat sich aus der Nische aufgeschwungen zu einem Lifestyle. Es ist in Mode gekommen seine leeren Wohngen zu zeigen, nicht gebrandete Kleidung zu tragen und mehr in Begegnungen anstatt in Materielles zu investieren.

Mittlerweile glaube ich allerdings, dass für viele Minimalismus auch zum Selbstzweck geworden ist. Es geht nicht mehr darum sein leben zu vereinfachen oder sich tiefer mit sich selbst auseinander zu setzen, sondern nur noch darum, auf der Oberfläche der Welle mitzureiten. Man müsste sich unbequemen Verhaltensmustern stellen und wirklich sein Leben ändern. Die damit verbundenen Schmerzen, die Mühe und die Anstrengung, die mit solchen Veränderungsprozessen einher geht wollen aber nicht alle Menschen erleben. Wie einfach ist es geworden, in einem rutsch Aussortieren, ein paar einfache Fragen an das Hab und Gut sowie eine Instagram taugliche „Challenge“ und welcome im neuen monochromen Minimalismus Himmel.

Ich finde es nicht schlimm, wenn man diese Fehler zu Anfang begeht. Es ist allzu menschlich nach einer Abkürzung und einem „Hack“ zu suchen um schneller ans Ziel zu kommen. Aber manchmal muss der Kopf ja auch hinterher kommen, während sich die Wohnung leert und Glaubenssätze aufgebrochen werden.

Was mir immer wieder geholfen hat, ist eine Bestandsaufnahme. Eine Revision, sowie man sie auch am ende des Jahres oder eines Projektes machen kann.

Deswegen möchte ich heute einfach ein paar sinnvolle Fragen mit euch teilen. Ergänzt oder beantwortet sie gerne in den Kommentaren.

 

„Warum hast du Angefangen dich mit Minimalismus zu beschäftigen?“

„Welche positiven Effekte hast du dir für dein Leben erhofft?“

„Sind diese Wirklich eingetroffen und wirken Sie auch nachhaltig fort?“

„Wo kommst du aktuell nicht weiter und wie willst du dies ab Heute angehen?“

 

Und zu guter letzt noch eine kleine Erinnerung in Form eines Zitates:

„What gets us startet does not bring us to the end !“

6 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Gabi sagt:

    Minimalismus als Lifestyle in den Socialmedia-Welten finde sehr befremdlich. Gehts da noch um einen Lebensstil oder vielleicht doch mehr um Selbstinszenierung, Suche nach Aufmerksamkeit, Klicks und Linkes?

    Ich verstehe es sogar, wenn es sich jemand einfach machen will mit dem einfachen Lebensstil. Bei mir war es nicht so, es wäre mir auch viel zu langweilig. Challenges haben mich nie gereizt. Das Leben hat genügend Challenges, gerade stecken wir wieder mitten drin…

    Erhofft habe ich mir anfangs nichts. Ich wollte nur nicht weiter den Stress mit Konsum kompensieren. Was sich daraus entwickelt wusste ich nicht, weiß ich bis heute nicht so genau. Ist mir auch egal. Interessant sind letztlich die Prozesse, der Weg, die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen, der Austausch mit Gleichgesinnten und die Unabhängigkeit, die man damit schrittweise gewinnt.

    1. Michael Klumb sagt:

      Gabi, dem kann ich nur zustimmen. Viele sehen den Prozess nicht, sie sehen Minimalismus als etwas, was man abarbeiten kann und dann hat man es erreicht. Und dann ist man damit „fertig“ und es geht weiter.

      Der Austausch mit anderen bereitet mir immer wieder große Freude und ich bin froh, dass wir uns auch über dieses Thema kennengelernt haben.

  2. Tanja Joost sagt:

    Angefangen habe ich mit dem Projekt 333. Ich habe einen kompletten 3 Meter Schrank für mich alleine gehabt. Voll bis unters Dach mit Klamotten. Über dieses Thema bin ich mit dem Thema Minimalismus in Berührung gekommen. Ich habe meine Großeltern gepflegt und jetzt nach der Trauer Phase bin ich bereit mein Leben zu vereinfachen. Minimalistin bin ich noch lange nicht. Aber ein erster Erfolg tut sich bereits auf. Denn ich komme das ganze Jahr mit 80 Teilen Klamotten aus. Klar es ginge auch weniger, aber im Moment noch nicht.

  3. Aura sagt:

    Mit dem Minimalisieren habe ich damals angefangen, weil ich vollgestopfte und reizüberflutete Umgebungen sehr unangenehm finde – und auch ineffizient sowie unästhetisch. Reizarme Umgebungen hingegen empfinde ich als sehr angenehm und mir gefällt auch die Ästhetik.

    Für mich hat der minimalistische Lebensstil vieles vereinfacht. Umziehen geht super schnell und quasi zu Fuß. Putzen und aufräumen ist einfacher und im Allgemeinen spare ich sogar Geld.

    Wo ich aktuell „hänge“ ist eher der mentale, psycho-soziale Bereich. Ernährung ist auch eine Baustelle. Minimalismus geht irgendwann auf andere Bereiche über und die Herausforderung wächst – das finde ich sehr spannend. Solange man sich noch mit Dingen und dem Ausmisten von Dingen befassen kann ist es relativ einfach. Aber was kommt nach dem Ausmisten?

    Richtig: Die Selbstkonfrontation. Das Leben mit sich, das Mit-Sich-Allein-Sein. Achtsamkeit, zur Ruhe kommen, Akzeptanz und Annahme dessen, was JETZT gerade ist.

  4. Aurelia sagt:

    Mit Minimalismus hab ich gar nicht bewußt angefangen, sondern mir ist irgendwann klar geworden, daß es zu meiner Lebenseinstellung tatsächlich eine Bezeichnung gibt 🙂
    Ja und so bin ich dann 2015 auch unter die Blogger gegangen, um andere zu inspirieren was so möglich ist. So hatte ich dich ja damals dann auch gefunden, wie so viele andere Minimalismus Blogger auch. Und dieser Austausch ist nach wie vor sehr bereichernd.

    Liebe Grüße
    Aurelia

  5. Philipp sagt:

    Hallo Michael,

    weißt du, was mir an Minimalismus am besten gefällt? Seine Vielfältigkeit.

    Er lässt sich in keine Schublade packen. Er passt sich den Umständen an. Er ist nicht dogmatisch, sondern schlichtweg höchst individuell.

    Sowohl mein Partner als auch ich mögen es lieber minimalistisch. Dennoch haben wir äußerst verschiedene Vorstellungen davon, was nötig sei und was die Wohnung nun wohnlicher oder zugerümpelter macht. Entsprechend sind unsere Umstände ganz andere als die des solo umherziehenden Philipps. Mit Haustieren oder Kindern sähe die Situation wahrscheinlich noch einmal ganz anders aus. So wie sich unsere Leben verändern, wandeln sich auch unsere Lebensformen.

    Trotzdem findet Minimalismus stets einen Platz, denn wir können unabhängig von den äußeren Umständen reflektieren:
    – Brauche ich das?
    – Nützt es mir?
    – Bereitet es Freude?

    Diese Fragen lassen sich auf materiellen Besitz ebenso anwenden wie auf Verpflichtungen, negative Gedanken und Beziehungen.

    Lieber Gruß
    Philipp

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