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ein Buch die Woche

© LoloStock - Fotolia.com

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Wie schafft man es, ein Buch die Woche zu lesen, obwohl man schon nicht genug Zeit hat, für den Sport, das Treffen mit Freunden, den Haushalt und wichtige Briefe?
Ich kenne viele Menschen, die es schaffen im Jahr 50 Bücher zu lesen und ich habe mich eine lange Zeit gefragt, wie sie es schaffen.Wenn ich einmal herunterbreche, wie viel Zeit so etwas in Anspruch nimmt, komme ich auf ca. 4-5h die Woche an Lesezeit, wenn ich 45 Seiten in der Stunde lese und ein durchschnittliches Buch 200-300 Seiten hat.

Was braucht es also zum Lesen? Ein Buch und deine Aufmerksamkeit. Ich sehe überall Menschen auf Bildschirme starren. Wieso nicht diese Zeit nutzen, um ein Buch zu lesen oder einen eBook Reader in die Hand nehmen. Natürlich ist der ideale Fall, wir sind zu Hause, machen uns eine schöne Tasse Tee oder Café. Nehmen auf unserem Lieblingsmöbelstück platz, eine Decke über die Beine, Telefon aus, Smartphone aus und dann haben wir ablenkungsfreie Zeit. Schönes Bild oder? Es entspricht aber weder meinem und wahrscheinlich auch nicht deinem Alltag. Wir stehen auf, machen uns fertig, frühstücken und machen uns dann auf den Weg zur Arbeit.Die Pausenzeit nutzen wir für einen Spaziergang, das Mittagessen oder andere Dinge und nach dem Rückweg nach Hause, steht das Treffen mit Freunden, Fernsehen (nicht bei mir), Haushalt, kochen und einiges anderes auf dem Plan.

Trotzdem gibt es Wege ein Buch die Woche zu lesen. Ich bin kein Freund von Speedreading. Dieses Konzept habe ich einmal in einem Buch von Tim Ferriss gelesen und es ausprobiert. Ja, man kann die Lesegeschwindigkeit erhöhen, zahlt aber auch einen Preis dafür. Lesen wird anstrengender und es gehen teilweise Details verloren. Die Zeit fürs Lesen liegt in unseren Wegen von und zur Arbeit und vor dem Einschlafen verborgen. Abends noch einmal 30 Seiten vor dem Einschlafen und auf dem hin und Rückweg zur Arbeit noch mal 50 Seiten. So lesen wir entspannt ein Buch in der Woche. Außerdem kennt bestimmt jeder von uns eine Person, die immer ein Buch in der Hand hat. Ich kann mich noch gut an jemand aus der Schulzeit erinnern. Sie hatte immer ein Buch, egal ob in der Bahn oder in der großen Pause. Es ist also ohne Weiteres möglich.

Eine Alternative zum Lesen eines klassischen Buchs sind für mich Hörbücher. Die Büchereien sind voll damit und es gibt auch einige Anbieter, die Hörbücher im Abo anbieten, bequem auf dem Smartphone. Für mich ist das eine Prima Sache, aber ich kenne viele, die es nicht schaffen einem Hörbuch zu folgen. Sie schlafen dabei ein oder können zum Beispiel während einer Autofahrt diese Art der Ablenkung nicht ertragen.

Wir sollten uns auch auf keinen Fall einem Ziel unterwerfen. Wenn wir uns den Vorsatz machen ein Buch in der Woche zu lesen, ist dieses Ziel viel zu hochgesteckt. Wir werden daran scheitern. Wir sollten daher nur als Ziel formulieren, mehr zu lesen und schauen, wo wir dieses mehr einbauen können. Hören wir in der Bahn nur Musik? Schauen wir 100 mal am Tag auf unser Smartphone? Diese Zeit können wir nutzen. Ich nutze zum Beispiel in einer vollen Bahn die Kombination aus Musik und einem eBook Reader.Schauen wir 100 mal am Tag auf unser Smartphone? Diese Zeit können wir nutzen. Ich nutze zum Beispiel in einer vollen Bahn die Kombination aus Musik und einem eBook Reader.

Ich höre dann etwas Entspanntes, Ruhiges über die Kopfhörer und lese dabei. Streaming Dienste wie Spotify und Co haben extra Listen für Musik, die zur Entspannung oder Konzentration auf eine Tätigkeit geeignet ist. Das ist aber eine sehr individuelle Sache und jeder muss schauen, wie er sich die Umgebung schafft, die er zum Lesen als angenehm empfindet. Kleine Anekdote von heute Morgen noch zum Schluss. Ich konnte heute eine Frau beobachten, die auf der Rolltreppen gelesen hat.

Wie schafft Ihr es, mehr zu lesen? Welche Tipps könnt Ihr ergänzen?

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Wenn die Welt einstürzt…

© Mik Man - Fotolia.com

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… baue ein Gerüst. Auf dem Rückweg von der Arbeit fahre ich oft über die Rheinbrücke in Leverkusen. Sie ist seit geraumer Zeit für Lkws gesperrt und baufällig. Kein Wunder, diese Brücke wurde gebaut in einer Zeit, wo man sich nicht vorstellen konnte, wie viele Autos in Deutschland durch die Gegend fahren. Außerdem hat der Güterverkehr zugenommen und die Last pro Lkw ist auch deutlich gestiegen. Diese Dauerbelastung mach dem größten Bauwerk aus Stahl und Beton zu schaffen, egal wie sauber es einmal geplant, konstruiert und gebaut worden ist.
Genau, wie eine Brücke nach 50 Jahren schon einmal etwas wackelig werden kann, kann uns Menschen die Summe der Ereignisse eines Lebens aus der Bahn werfen.
Wir stehen unter Strom, sind angespannt und stört einfach die Fliege an der Wand. Jeder kennt diese Situationen und weiß manchmal keinen Ausweg, außer sich Luft zu machen und seine miese Stimmung an anderen Menschen abzuarbeiten. Dies macht zwar nichts besser, aber wenigstens sind die anderen auch etwas schlechter drauf als zuvor.

Ein andere Weg, mit dieser Last umzugehen, ist, sich auf das zu besinnen, was die Basis ist. Das Gerüst, auf dem alles andere aufbaut. Es ist wichtig zu verstehen, was seine Basis ist, sein Rückzugsort. Für mich ist es eigentlich meine Wohnung. In den letzten Wochen war ich allerdings so viel unterwegs, teils, weil so viel zu tun war und teils, weil ich dem Chaos zu Hause entfliehen wollte. Ich habe mich abgelenkt und Zerstreuung gesucht, ohne diese wirklich finden zu können.
Gestern Abend bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass Prio Nr. 1 nun ist. Meine Wohnung aufzuräumen, alle Flächen zu leeren und sie zu der klaren Struktur zurückzuführen, die sie hat, kurz bevor mal wieder jemand mit einer Kamera vorbei schaut oder zum Beispiel meine Mutter zu besuch kommen würde.
Das soll jetzt nicht heißen, dass es bei mir aussieht wie in einer Messie Wohnung. Aber es ist der Punkt überschritten, zu sagen. Ich fühle mich wohl.
Wenn eurer Rückzugsort oder eure Basis nicht die Wohnung ist, sonder etwas anderes, könnt ihr diesen Prozess natürlich auch darauf anwenden.
Aus meiner Beschäftigung mit chinesischen Bewegungskünsten habe ich praktisch erfahren wie sehr das Äußere, das innere Beeinflussen kann und das die meisten Prozesse von außen nach innen ablaufen. Wir sprechen in einer Kirche leiser miteinander, weil der Raum hallt oder wir können uns in einem Fitnesscenter mehr auf Sport konzentrieren, weil die Umgebung dafür geschaffen worden, darin zu trainieren. Ich glaube das dieser Umstand so trivial ist, dass wir ihm gar nicht die richtige Bedeutung beimessen. Diese kann nicht zu hoch eingeschätzt werden.

Ich wünsche euch, dass ihr euer Fundament stützt und zurück zur Basis kommt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr eure Gedanken dazu in Form von Kommentaren, oder Emails an mich teilt.

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Minimalist(en) in München gesucht (!)

© DR - Fotolia.com

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Minimalisten aus München, meldet euch. Denn Nadine vom Sender AFK TV macht in Ihrem Praktikum einen Fernsehbeitrag zum Thema “Minimalismus” und suche deswegen jemanden, der minimalistisch lebt und Zeit und Lust für ein Interview in München hat.
Zu den Rahmendaten: Wir würden sehr gerne nächste Woche das Interview führen und drehen, aber von den Tageszeiten sind wir sehr flexibel und können uns gut an den Interviewpartner anpassen.

Es soll ein ca. 4-minütiger Fernsehbeitrag werden, der das Thema “Minimalistischer Lebensstil” beleuchtet, also warum hat man sich dafür entschieden, was hat sich seitdem verändert, wie reagiert die Umwelt darauf. Schön wäre es, wenn wir auch in der Wohnung des Minimalisten filmen könnten.

Meldet euch bitte direkt bei Nadine via Email an: redaktion@afktv.de

 

Danke für Eure Hilfe

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Sonnenfinsternis

© Ig0rZh - Fotolia.com

© Ig0rZh – Fotolia.com

Heute kann in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis verfolgt werden. Das heißt, der Mond schiebt sich zwischen  die Erde und die Sonne. Der früheste Beginn ist gegen 9:25. Zwischen 10:30 und 10:50 wird je nach Standort das Maximum erreicht werden, es wird dadurch deutlich dunkler werden. Gegen 12:00 ist die Sonne dann wieder vollständig am Himmel zu sehen.

Ganz wichtig ist, dass ihr auf gar keinen Fall ohne Schutzbrillen in die Sonne schaut. Dies kann zu massiven gesundheitlichen Schäden führen, die euer Augenlicht nachhaltig beeinträchtigen. Ranga von Quarks und Co hat einen Tipp, wie man mit dem Smartphone dieses Schauspiel gefahrlos verfolgen kann. Das Video dazu findet ihr zum Beispiel hier.  Die nächste Sonnenfinsternis mit einer ähnlichen Abdeckung wird erst 2026 (in Deutschland) wieder stattfinden.

Wenn wir in der Zeit zurückreisen, stellen wir allerdings fest, dass dieses Wissen um eine kommende Sonnenfinsternis schon rund 550 vor Christus bestanden hat. Thales von Milet (bekannt vielleicht aus der Mathematik: Satz des Thales), hat laut Herodot die Sonnenfinsternis vom 28.5. 585 vor Christus vorhergesagt haben. Bis im Mittelalter war dieses Wissen allerdings wieder verschwunden.

Im Allgemeinen wurden mit der Sonnenfinsternis Unheil und Tod in Verbindung gebracht. Sei es den Angriff eines anderen Volkes, Krankheiten, wie die Pest oder den Tod eines Kaisers. Die Menschen suchten Zuflucht bei den Kirchen und im Gebet.

Wir sollten uns heute ganz bewusst machen, wenn wir dieses Ereignis erleben, dass Hunderttausende in Deutschland zur gleichen Zeit den Himmel betraten. Dass wir gemeinsam diesen Moment teilen. Und alleine das, macht es schon zu etwas Besonderem. Der Arbeitsalltag wird durchbrochen von einem Ereignis, welches alles andere als alltäglich ist.

Ich habe schon öfter geschrieben, dass man die kleinen Dinge wertschätzen soll. Heute möchte ich euch bitten, die großen Dinge Wert zu schätzen. Ich wünsche euch eine tolle partielle Sonnenfinsternis. Wir schauen alle dieselbe Sonne an.

weiterführende Links
Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt 
Sonnenfinsternisse des 21. Jahrhunderts (Wikipedia)
Mittelalterlexikon

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schreiben in Bars und Cafés

© Dangubic - Fotolia.com

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Nach 2 Wochen melde ich mich nun zurück. Ich möchte euch erst einmal für die vielen Kommentare und Beileidsbekundungen bedanken. Gerade sitze ich bei mir in der Nähe in einer Bar und blogge. Ich entspreche damit so ziemlich dem Klischee einer Generation, die online ist und irgendetwas mit dem Internet macht und sich dabei aber trotzdem draußen herumtreibt. Nach mehreren schlaflosen Nächten, habe ich mich für einen Tapetenwechsel entschieden und hoffe, in einigen Stunden einen erholsameren Schlaf zu finden. Das Konzept des Tapetenwechsels ist nicht neu und trotzdem möchte ich eine Lanze brechen für das Aufklappen des Laptops in einer ungewohnten Umgebung. Egal ob es im Park, in einer Bar, in der Bahn oder wo anders ist. Die Atmosphäre ist gedämpft. Ich höre Stimmen, Musik, Bildschirme flackern um mich herum, und ich bin trotzdem konzentriert und die Wörter fließen.

Ich denke der Hauptgrund dafür ist, dass ich den Entschluss gefasst habe einen Artikel zu schreiben, heute Abend, jetzt, und nicht eher diese Lokalität verlassen werde, bis das letzte Wort geschrieben und der Artikel für morgen früh fertig ist. Ich habe hier auch nur wenig andere Möglichkeiten. Ich könnte mit dem Chef über die Cocktailkarte Philosophieren oder den Videoclips nachhängen und mich einem Burger hingeben. Aber was mache ich? Ich schreibe!

Ich kann sehr gut verstehen, wenn viele sich eine Schreibroutine aneignen und jeden Morgen zur selben Zeit bis zu 5000 Wörter schreiben. Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft diese Routine zu entwickeln und bis dahin werde ich immer mal wieder den Ort wechseln um die Konzentration zu erhalten die ich brauche.

Von Daniel weiß ich, dass er gerne im UPH ist um einen Artikel zu verfassen, dort herrscht auch eine angenehme Atmosphäre, bei Getränkeflatrate und kostenlosen W-LAN sind alle Voraussetzung gegeben, um ablenkungsfrei zu schreiben.

Was man daraus für sein tägliches Leben lernen kann, ist, dass man sich eine Umgebung schaffen muss, in der es einem möglich ist, ablenkungsarm das zu tun, was gerade ansteht oder besser noch, genau das zu tun, was man machen möchte.  In welcher Umgebung könnt Ihr euch gut auf das Konzentrieren, was ihr tun möchtet.

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2 Wochen Blogpause

© Bernd S. - Fotolia.com

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“Leben und Tod sind eins, sowie der Fluß und das Meer eins sind. Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.” – Khalil Gibran

Wegen eines Trauerfalls in meiner Familie, wird es die nächsten 2 Wochen, keine Beiträge auf dem Blog geben.

Bitte schaut doch einmal auf die Archivseite oder im Bereich Presse, dort gibt es einiges zu entdecken. Der Minimalismus Podcast, den ich vor 2 Jahren mit Daniel ins leben gerufen habe, ist auch immer einen Besuch wert. Außerdem möchte ich auch noch einmal auf die Übersichtsseite aller Minimalismus Stammtische in Deutschland hinweisen. Ich brauche nun meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit um vieles zu erledigen, zu trauern und da zu sein.

Ich Danke allen für die große Anteilnahme.

Michael

 

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Gastbeitrag Jakobsweg Teil 1 – Packliste

© Jenny Sturm - Fotolia.com

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800km Weg, 6 Wochen, 1 Rucksack
Anfang Mai ist es endlich soweit. Ich werde den Jakobsweg 800 km von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela pilgern. Einen Probelauf gab es auf dem Rothaarsteig und seitdem sind einige Dinge aus meinem 45+10 Liter Rucksack geflogen und andere hinein gekommen. Ich empfehle jedem, der so eine Strecke mit Gepäck noch nie gelaufen ist, das vorher zu machen. Ich hätte nach 3 Tagen meinen Camino wegen Knieschmerzen abbrechen müssen.

Nun habe ich Einlagen, die meinen Fuß stützen und noch mehr Gewicht reduziert. Manche sagen man kann auch mit weniger Liter Volumen auskommen, aber oft haben diese Menschen auch in recht teure Ausrüstung investiert, die sich nicht jeder auf einen Schlag leisten kann. Sehr zu empfehlen ist das Buch „Jakobsweg im Smoking“. In diesem Buch wird erklärt, wie ein absoluter Trekking Neuling sich schlau macht und direkt in Ultra Light Trekking einsteigt. Da ich aber nur ein begrenztes Budget zur Verfügung habe, mussten einige normale Dinge angeschafft werden.

Meine Packliste
• 1 Rucksack
• 1 Schlafsack
• 1 Paar Trekkingschuhe
• 2 T-Shirts
• 1 langärmliges Shirt
• 3 Paar Trekking Socken
• 3 Unterwäsche
• 2 Trekkinghosen mit Zip
• 1 Fleecejacke
• 1 Regenjacke
• 1 Regenhose
• 1 Handtuch (Peshtemal)
• 1 Paar Flip Flops
• 1 Erste Hilfe- und Medikamentenset
• 1 Handy mit Ladegerät
• 1 Digicam mit Ladegerät
• 1 Tagebuch mit Stiften
• 1 Brille mit Etui 1 Sonnenbrille mit Etui
• 1 Schirmmütze
• 1 Buff
• 1 Paar Handschuhe
• 1 Thermoleggins
• 1 Stirnlampe
• 1 Reiseführer
• Geldbörse / Bauchtasche(Ausweis, EC Karte, Krankenkassenkarte,Pilgerausweis)
• 1 Kulturbeutel mit dem Nötigsten
• 1 Paar Trekkingstöcke
• 2 Flaschen für Wasser
• den Stein für das Cruz de Ferro
• and last but not least … die Pilgermuschel

© Ms CoolBlue

© Ms CoolBlue

Mit diesen Dingen werde ich ca 5-6 Wochen auskommen müssen. Allerdings ist noch ein kleiner Luxus dabei, denn einige nehmen nur 2 Sets Wäsche( Socken, Unterwäsche,T-Shirt) mit und waschen daher jeden Abend. Das Internet bietet viele Packlisten für den Jakobsweg und manche haben dann eventuell noch normale Freizeitkleidung mit. Da jeder aber individuell erfahren muss, was er tragen will und braucht und was nicht, wird von manchen das ein oder andere zurück geschickt oder einfach in den Herbergen gelassen. Die Herbergen bieten auch nur das nötigste an Luxus. Wer spät kommt, duscht eventuell kalt und die Schlafsäle sind nicht immer beheizt. Man kann nur eine Nacht in den Herbergen verbringen, es sei denn man hat ein ärztliches Artest. Sonst heißt es egal wie das Wetter ist, man muss laufen. Wie weit man läuft liegt im eigenen Ermessen und viele gehen dabei an ihre körperlichen Grenzen. Leider kann nicht jeder so lange frei nehmen um den Weg in Ruhe zu gehen. Es ist wirklich ein Privileg, dass ich das machen darf. Einige wenige können sogar von der Haustür aus starten. Wer nur einen Urlaub zur Verfügung hat, macht zum Teil eine sportliche Herausforderung daraus. Das ist für mich aber nicht der Sinn des Pilgerns. Wer dennoch die begehrte Compostella haben möchte braucht dafür eigentlich „nur“ die letzten 100km gehen oder 200km mit dem Rad oder zu Pferd zurücklegen.
Ich freue mich schon sehr drauf diesen Weg gehen zu können. Ich werde sehen was mir wirklich fehlt und was nicht. Ich vermute es gibt Dinge an denen ich mich sehr erfreuen werde, wenn ich wieder komme, wie meine leichten Sneaker und ein richtiges Bett, vielleicht auch meine Badewanne. Das ist sicher alles ein Luxus, den die meisten haben und den ich nur kurzzeitig entbehren muss, danach aber umso mehr zu schätzen weiß.

Danke Mareike für Deinen Gastbeitrag!