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[Köln] – Minimalismus Stammtisch 22 August 2015

Kranhaus Köln

© www.grasser-photography.com

Nach langer Zeit gibt es nun wieder einen Stammtisch Termin in Köln.

Dieser wird ab jetzt auch wieder regelmäßig einmal im Monat stattfinden. Ich bitte euch um verbindliche Anmeldungen.

Ich habe aktuell 15 Plätze auf Michael reserviert. Ich kann die Anzahl aber natürlich noch erhöhen.
Anmelden könnt Ihr euch einfach hier auf dem Blog durch einen Kommentar oder bei der Facebook Veranstaltung

Wir treffen uns
Samstag den 22.8.2015
Café Kleks – Irmgardstraße 19 – 50969 Köln
15:00 Uhr 

Anfahrt

Wenn ihr nicht aus Köln kommt und mit der Bahn Anreist hier der Weg vom HBF mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Ihr steigt am Hauptbahnhof entweder in die Linie 5 Richtung Ossendorf und fahrt zur Haltestelle Friesenplatz oder mit der Linie 16, 18 bis zum Barabarossaplatz und von da aus dann jeweils mit der Linie 12 Richtung Zollstock bis zur Haltestelle Gottesweg. Von da aus sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zum Café Kleks.

Für alle Autofahrer

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Gastartikel: der neue Luxus heißt Raum

white chest of drawers with flower pot in bright interior

© ronstik – Fotolia.com

Eines Nachmittags sass ich in meiner kleinen Stube auf dem Sofa. Auf dem Tisch vor mir stand das Laptop und der Cursor blinkte. Die Balkontür stand halb offen. Sie liess sich nur halb öffnen wegen dem Regal an der Wand. Auf dem kleinen grünen Teppich vor dem Tisch lagen Haselnussschalen, die durch den Luftzug heruntergefallen waren. Der Boxsack hing rechts neben mir von der Decke und berührte das Sofaende.
Vor mir blinkte der Cursor im jungfräulichen Dokument. Ich wollte hineinspringen und dieses leere Blatt mit Worten füllen. Aber mir fiel nichts ein. Die Enge im Raum bedrückte mich. Ich fühlte mich wie ein in die Enge getriebener Kater. Alles schien mir zu klein. Zu eng. Zu erdrückend. Kein Platz zum denken. Zum atmen. Zum leben.
Ich schob den Tisch beiseite. Dann zog ich den Überzug vom Sofa. Beim Versuch das Sofa durch den Türrahmen zu schieben, scheiterte ich kläglich.
Selbst der Türrahmen war zu eng!
Die Befreiung vom Sofamonster und Ikeatisch
Ich drehte das Sofa um und schlug die kleinen Holzfüsse ab. Dann presste ich es hinaus. Dort wo das Sofa stand, lag Staub auf dem Boden. Und Flusen. Ich stieg über das Sofa und zerrte es von der anderen Seite zur Tür hinaus. Polternd zog, schob und bugsierte ich es die drei Stockwerke in den Flur hinunter.
Wow! War das ein befreiendes Gefühl! Heut Nacht würde ich dieses Sofamonster raus auf den Sperrmüll schmeissen.
Wieder oben räumte ich den kleinen Ikeatisch sauber. Dann demontierte ich ihn und stellte ihn nebenan in die Abstellkammer. Den Teppich klopfte ich über dem Balkon ab und schaffte ihn ebenfalls in die Abstellkammer. Dann schnappte ich den Sofaüberzug und die Decken und steckte das Zeug in die Waschmaschine. Alles, was mir spontan unter die Fuchtel kam, räumte ich in die Abstellkammer.

Das ist Luxus! Raum ist Luxus!
Anschliessend kehrte ich das Zimmer aus. Dann machte ich einen Eimer voll mit Wasser und gab etwas Putzmittel mit Fichtennadelduft hinein. Ich wischte den Raum und den Balkon blitzeblank.
Von meinen Balkonpflanzen zupfte ich ein paar verwelkte Blätter, zog das Unkraut raus und säuberte die Blumentöpfe. Auch meine Pflanzen hatten ein Recht auf mehr Luft zum Leben! Dann ging ich hinaus in die Küche und machte mir einen Kaffee.
Als der Boden getrocknet war, ging ich zurück. Ich stellte mich in den leeren Raum mit meinem Kaffee und bewunderte mein vollbrachtes Werk. Ja Mann! Das fühlte sich gut an! Diese herrliche Leere. Alles war nun sauber. Keine sperrigen Sofamonster. Keine Haselnussschalen auf dem Teppich. Kein Teppich, der den Blick auf die schönen Steinfliessen verdeckte.
Das Sonnenlicht flutete durch die weit geöffneten Balkontüren den Raum. Ich setzte mich inmitten des Zimmers auf den Steinboden und genoss den Moment der Befreiung.

Das ist Luxus! Raum ist Luxus!
Seit meiner Jugend fand ich materiellen Ballast erdrückend. Manchmal häuft er sich wieder an. Wenn er mir die Luft zum atmen nimmt, passieren solche Sachen, wie mit meinem Ex-Sofa.
[An der Stelle wo das Sofa stand, platzierte ich später ein Sitzkissen. Den Tisch ersetzte ich gegen einen zusammenklappbaren Schreibtisch. Das Regal neben der Balkontür platzierte ich unter das Hochbett. Die Balkontür lässt sich nun weit öffnen. Ich bin immer noch froh, dass ich das Sofa entsorgt habe. Und würde es wieder tun.]
Zen und warum Raum so attraktiv ist
Hast du schonmal was von Zen gehört? Weisst du was ein Dojo ist? Dojos sind Räume, in denen Kampfkünste praktiziert werden oder in denen Zazen (Zen Meditation) geübt wird. Diese Räume sind leer und ruhig. Sie haben klare Linien. Sie wirken aufgeräumt und haben etwas Heiliges an sich. Man betritt sie respektvoll.
Der Dojo gewährt den Raum, in dem sich unser Geist öffnen kann. Oder in dem wir an unseren Fertigkeiten üben können. Ein Dojo ist zweckmässig und besticht durch einfache Schönheit. Man läuft barfuss. Die klaren Linien unserer Körperhaltung beim Zazen fügen sich in den Raum. Alles ist sehr einfach. Alles ist ästhetisch. Seit ich das erste Mal einen Dojo betrat, war ich fasziniert von dieser einfachen Schönheit des Raumes.
Diese Schlichtheit lässt sich auch auf den Alltag übertragen. Im Zen heisst es nicht umsonst: „Der Alltag ist der Weg.“
Ein Diamant ist schlicht, klar und attraktiv.
Eine Jeans und ein weisses T-Shirt sind schlicht, klar und attraktiv.
Ein Mac ist schlicht, klar und attraktiv.
Ein leerer Raum ist schlicht, klar und attraktiv!

7 Ideen wie du mehr Raum in deinen Alltag bekommst
1. Verzichte auf den Fernseher
Der Fernseher beansprucht nicht nur Platz im Sinne von Raum. Er stiehlt dir auch Zeit. Die Zeit, die du vor dem Bildschirm verbringst, läuft ungenutzt durch deine Lebenssanduhr. Anstatt fernzusehen, kannst du lesen, Gitarre spielen, dich unterhalten oder schreiben.
2. Befreie dich von Nippes / Entrümpele deine Wohnung
Du brauchst nicht gleich einen Container bestellen und beginnen Dinge endgültig zu entsorgen. Du kannst dich aber nach und nach von Dingen befreien, indem du, wenn du das Haus verlässt ab und zu was mit hinaus nimmst. Wenn dir zum Beispiel jedes Mal beim Küchenschrank öffnen die Tupperbehälter entgegen fallen, welche du sowieso nie verwendest. Dann überleg dir, sie deiner Schwiegermutter zu schenken. Sie hat sicher Verwendung dafür.
Pack allen überflüssigen Nippes in Kartons. Schaff diese in die Abstellkammer. Next step -> Entrümpele deine Abstellkammer.
3. Trenn dich von Möbeln
Ja, ich weiss. Ich bin ein Freak in der Beziehung. Meine Freundin hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass wir, wenn sie bei mir ist, auf dem Boden sitzend essen. Die japanische Lösung ist nicht jedermanns Sache. Und wenn ich bei ihr bin, geniesse ich auch die schönen Momente auf ihrem Sofa 😉 Man muss eben einen Mittelweg finden. Wenn es bei dir zu Hause zu eng wird, sieh einfach mal, auf welche Möbelmonster du verzichten kannst. Wenn du zu viele Stühle hast, kannst du einige in der Abstellkammer aufbewahren und nur dann herausholen, wenn du Besuch hast. Oder du kannst sehr grosse Möbel gegen kleinere ersetzen.
4. Trenn dich von Gardinen
Gardinenmonster sind ganz übel. Sie nehmen Platz weg. Sie sind Staubfänger. Und sie verhindern, dass Sonnenlicht und Luft in den Raum kommen. Verschenke sie oder mach Putzlappen draus. Oder wirf sie einfach in den Container. Diesen Schritt wirst du sicher nicht bereuen.
Weniger Gardinen. Mehr Raum zum Leben. Mehr Licht. Mehr Luft.
5. Trenn dich von zu grossen Teppichen
Vielleicht liegt ja ein schöner Steinfussboden darunter. Wenn nicht, kannst du einen kleineren Teppich wählen oder Laminat auslegen.
Teppiche sind Staubfänger. Wenn du weniger Teppiche hast, musst du weniger staubsaugen. Dein Raum wird grösser und heller.
6. Raumgestaltung
Durch eine bewusste Raumgestaltung kannst du einiges an Platz gewinnen. Wenn du nur eine kleine 1-Zimmer Wohnung hast, kannst du ein Hochbett hinein zimmern. Oben schläfst du. Und unten hast du jede Menge Stauplatz für Dinge, die sonst an anderen Stellen in der Wohnung herumliegen würden. Oder konstruiere einen Klapptisch an die Wand. Wenn du ihn herunterklappst, hast du mehr Raum.
7. Stelle Pflanzen in deine Wohnung
Ja richtig. Das ist mal ein Punkt, wo du dir ruhig mal was hineinstellen kannst, anstatt es wegzuräumen.
Lebendige Pflanzen verleihen deiner Wohnung Leben. Entferne ein Möbelstück und platziere dort eine Pflanze. Sie muss nicht mal gross sein. Ich habe im Wohnzimmer eine kleine Peace Lily. Und auf dem Balkon meinen Kaktus und einige andere Pflanzen.
Pflanzen geben dir nicht mehr Raum. Aber sie hauchen dem Raum Leben ein.
Fazit
Auf einem überbevölkerten Planeten. In überfüllten Grossstädten mit überhöhten Mieten, ist Raum der wahre Luxus. Gönne dir den Luxus einer leeren Wohnung.
Denn:
Ein leerer Raum ist schlicht, klar und attraktiv!
Wie sieht deine Wohnung aus? Findest du auch, dass Raum der wahre Luxus ist?

 

copyright XYZ

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Hi, ich bin Mike. Seit 10+ Jahren lebe ich in meiner Wahlheimat Südspanien. Ich bin Gründer und Autor des alfa ZENtauri Blogs. Auf meiner Reise nach alfa ZENtauri gehe ich den weglosen Weg und lade Dich ein, mich zu begleiten.

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Minimalismus Podcast Folge 18 – Zeit

MK

MK

Heute Morgen ist eine neue Folge des Minimalismus Podcast online gegangen.  Daniel und ich haben uns wieder eine halbe Stunde zusammen gesetzt und über das Thema Zeit gesprochen.

Ihr könnt die Folge online hier hören. Oder via iTunes oder über eure Lieblings Podcast App abonnieren.

Wie denkt Ihr über das Thema Work-Life-Balance. Was hat sich bei euch durch Minimalismus geändert? Wie verbringt ihr eure Freizeit?

Minimalismus Podcast bei Facebook

Website des Podcasts

 

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Niemand sieht den Seifenblasenmann

Seifenblasen in Hamburg

© Michael Klumb – minimalismus-leben.de

Neulich war ich mit meiner Freundin in Hamburg unterwegs. Wir hatten wirklich tolles Wetter und haben uns in den 2 Tagen einiges erlaufen.

Eins meiner Highlights neben dem Essen mit Frau Ding Dong & Herr Ding Dong und meinem ersten FooFighters Konzert (weiterhin gute Besserung Dave), war die Begegnung mit dem Seifenblasen Mann.
Jeder kennt bestimmt Schausteller und Künstler, die auf öffentlichen Plätzen etwas anbieten um sich einige Euros zu verdienen. Dieser Künstler nun hatte einige Seile an Stöcken befestigt und machte unglaublich tolle Seifenblasen. Doch was mir direkt auffiel, niemand schien sich dafür zu interessieren. Ich musste an Kafka und den Hungerkünstler denken ( „Hungerkünstler sind aus der Mode geraten..“ Danke an Herrn Dr. K., meinem Oberstufen Deutsch Grundkurslehrer, dass wir dieses Buch behandelt haben). Es stimmt aber nicht so ganz, dass sich niemand außer uns beiden für den Seifenblasenmann interessiert hat.

Es waren viele Kinder dort, die vor lauter Begeisterung den Blasen hinterher hechteten um sie eine weile zu bewundern und dann in Erdnähe mit ihrem Finger zum Platzen zu bringen.
Das ist eine grundlegende Eigenschaft, die wir Erwachsenen uns wieder zurück erobern müssen. Die uneingeschränkte Begeisterungsfähigkeit.
Vor einigen Jahren hat etwas ähnliches mein Tai Chi Lehrer zu mir gesagt. Schau dir mal die Kinder an. Wenn Sie von dir weglaufen, du ihnen hinterher rufst, wie sie sich dann herumdrehen. Das ist perfektes Tai Chi. Was er damit meinte ist, dass Kinder beim herumdrehen ihren gesamten Körper drehen und weiter in ihrer Mitte bleiben. Wo wir Erwachsenen nur den Kopf drehen würden bleibt das Kind natürlich stabil und optimal ausgerichtet. Beim Tai Chi, welches eine innere Kampfkunst ist, die viele nur als Entspannungsübung praktizieren, geht es auch darum wieder zu einer natürlichen Bewegung zu finden.

Für was hast du dich das letzte Mal richtig begeistert und dein Umfeld hat nicht darauf reagiert? Was hat dich ein Kind gelehrt, was du vergessen hattest.

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Minimalismus Treffen 2015 Frankfurt #MM15FM – nachlese

Skyline Frankfurt

© Jörg Hackemann – Fotolia.com

Letztes Wochenende war es wieder so weit. Minimalismus Treffen. Nicht irgendeins, sondern dass, was vor 4 Jahren auf meine initiative hin in Köln am 25.10.2012 begonnen hat. Damals waren wir einige Blogger und 2 Leserinnen zum Thema Minimalismus, am Wochenende waren wir rund 60 Menschen, die sich auf irgendeine Weise dem Minimalismus verbunden fühlen. Mich hat es sehr gefreut, viele Leute von den Stammtischen aus NRW zu sehen, die Gründung von 3 neuen Stammtischen mitzuerleben und eine tolle Zeit und intensive Gespräche zu führen.
Erst einmal möchte ich mich bedanken. Bei Finn für die Organisation der Location und die Arbeit der Vorbereitung der Räume und das Aufräumen. Bei Svenja für die Betreuung der Stammtisch Seite, über die auch das Treffen angekündigt wurde. Natürlich auch bei Sadfish für die Namensschilder, bei Andrea und Chris für die beiden Vorträge zum Thema digitales Nomadentum und leben ohne Kühlschrank. Bei Isabell für die Idee mit der Minimalismus Mindmap, die ihr im Artikelbild sehen könnt.
Die Räumlichkeiten von Fritz Deutschland e.V. haben uns einen tollen Rahmen gegeben für Gespräche und lockeren Austausch von 11:30 bis 18:30. Die Zeit verging wie im Flug und am Frühstückstisch am nächsten Morgen im Hotel kam die Idee auf, das Treffen nächstes Jahr an zwei Tagen stattfinden zu lassen, um den Vorträgen und Begegnungen einen größeren Raum zu geben.
Ich habe mich sehr gefreut viele neue Menschen kennenzulernen und zu Webprojekten nun ein Gesicht zu haben. Danke Nele, Barbara, Sascha, Julia, Miguel und die vielen anderen.
Es war wie ein kleines Familientreffen, bei der alle beteiligten sich auf ebenen ausgetauscht haben, die man im normalen Leben nicht direkt mit quasi fremden Menschen teilen würde. Wir hatten Gäste von London, Berlin, Wien, der Schweiz und den Niederlanden in unseren Reihen. Das war einfach unglaublich. Wer weiß, wer nächstes Jahr noch vorbei schaut.

Ich freue mich schon zu sehen, was aus den neu gegründeten Stammtischen in Berlin, Frankfurt und Mannheim werden wird. Für die Termine tragt euch einfach auf der Stammtisch Seite in den Newsletter ein. Dort werden wir auch wie in den Jahren zuvor die Beiträge zum Treffen sammeln.

Ich freue mich auf eure Kommentare. Wie hat euch das Treffen gefallen?