Alle Artikel in der Kategorie “Minimalismus

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ein Gerät für alles? Oder lieber mehrere?

Handsome businessman in classic shirt and eyeglasses is using a smart phone and smiling while working in office

© VadimGuzhva – Fotolia.com

Heute soll es einmal um digitalen Minimalismus gehen. Die Artikel der letzten beiden Tage werden so schnell wie möglich nachgereicht. Leider bin ich die letzten zwei Tage nicht zum schreiben gekommen. Ich hoffe ihr habt euch einfach in der Zwischenzeit die Artikel von Kerstin und Daniel angesehen

Früher hatte ich für viele Dinge immer ein eigenes Gerät. Einen separaten MP3 Player, eine Point and Shoot Digitalkamera einen Ebook Reader und ein Navi. Seit längerer Zeit nutze ich für diese Dinge nur noch mein Handy.

Für mich war es einfach der optimale Kompromiss ein Smartphone für all diese Aufgaben zu nutzen. Ich habe es meist immer dabei und griffbereit, es ist immer nur eine Anschaffung die ich tätigen muss, wenn ich dieses Gerät neu kaufe, habe ich dann aber auch immer in der Regel eine bessere Kamera gleich mit dabei.

Es gibt natürlich bei diesen multifunktionalen Geräten auch Grenzen. Der Akku ist meist etwas zu schwach und perfekte Tonaufnahmen bekommt man mit dem Gerät auch nicht hin. Für den Hausgebrauch reichen die Fotos auf jeden Fall, aber professionelleren Ansprüchen genügen Sie natürlich nicht immer. Trotzdem überwiegen für mich einfach positiven Aspekte.

Deswegen hat sich rund um das Smartphone und den Laptop noch ein wenig an Peripherie angesammelt. Das Podcast Mikrofon, ein Mikro fürs Handy, sowie ein LED Licht und eine Powerbank. Eine Halterung für Auto und mindestens 3 Ladekabel (Arbeit, Auto, zu Hause).

Ich bin mir natürlich bewusst, dass dies nicht für jeden Funktioniert und wenn ihr ambitionierter Fotografieren wollt, werdet ihr schnell an eure Grenzen stoßen. Ich finde es in solchen Fällen ja auch völlig in Ordnung für das Hobby öder den Beruf andere, einzelne Geräte zu nutzen, die in Punkten wie Qualität, Geschwindigkeit und Individualisierung deutlich besser abschneiden als mein „digitales“ Schweizer Taschenmesser.

Wie ist es bei euch? Setzt ihr mehr auf Kompromisse oder habt ihr mehr separate Geräte

 

Hier findet Ihr die Beiträge von Kerstin und Daniel

 

 

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Mein Minimalismus Traum

A couple of people are watching a film in a movie theater

© LoloStock – Fotolia.com

Heute sind es eigentlich 4 Türchen die auf einmal aufgehen, oder ein etwas größeres, weil sich hinter der Eingangsfrage noch mehrere weitere Verstecken. Ich bin schon sehr gespannt zu lesen, was Kerstin & Daniel dazu geschrieben haben. Die Links zu ihren Artikel findet Ihr wie immer unten.

Wie würdest du gerne leben?
Noch etwas freier, selbstbestimmter und intensiver!

Wo würdest du gerne leben?
Das ist eine Gute Frage. Auf der einen Seite mag ich sehr die Ruhe, wie ich sie aus jahrelangen Urlauben mit meinen Eltern aus der Kindheit kenne. Wir sind immer nach Ostfriesland gefahren. Es ist einfach unglaublich schön sich den Wind auf dem Deich durchs Gesicht wehen zu lassen, spazieren zu gehen, im kleinen Fischerdorf einzukaufen und dort eine gewisse Zeit zu verbringen.
Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch ein Großstadtkind. Ich mag den Puls der Großstadt, die Möglichkeiten und die Menschen. Tatsächlich glaube ich, dass ich beides gerne haben möchte. Die Möglichkeit nach Rückzug und Ruhe, sowie, bei bedarf das quirlige Treiben der großen Stadt.
Vielleicht wäre der Kompromiss eine kleine Wohnung nahe eines Parks in Köln.

Wie möchtest du arbeiten?
Ich möchte auf jeden Fall weiter irgendwas mit Menschen machen. Vielleicht noch direkter. Aktuell habe ich die Kunden meist am Telefon oder schule sehr selten auch mal interne Kollegen. Und ich würde dann auch gerne nur noch 4 Tage die Woche arbeiten.

Und wie deine Zeit verbringen?
Ich würde gerne mehr Zeit in persönliche Weiterbildung stecken. Es gibt so viele Dinge die mich einfach interessieren. Egal ob ich gerne eine Kampfkunst erlernen möchte, oder regelmäßig Stunden im Bereich Stimmbildung und Sprechertraining nehmen möchte. Generell einfach etwas mehr Zeit zu haben, tiefer in Themen rein zu gehen, die mich interessieren.
Und ich möchte gerne Menschen inspirieren.

 

Beitrag von Kerstin

Beitrag von Daniel

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Was ist Minimalismus für dich!

Back view of handsome young businessman in casual clothes and eyeglasses writing in his notebook while lying on couch at home

© VadimGuzhva – Fotolia.com

Ganz kurz zur Einleitung: Ab heute gibt es einen Adventskalender auf Minimalismus leben! Und weil 3 Türchen pro Tag besser sind wie eins, gibt es auch jeden Tag einen Beitrag zum gleichen oder einem anderen Thema bei Kerstin und Daniel auf dem Blog. Ich freue mich sehr das beide mitmachen und bin gespannt auf Ihre Beiträge. Und nun wünsch ich euch viel Spaß beim lesen.

Was ist Minimalismus? 

Für mich ist Minimalismus ein Weg, am Anfang ging es darum, Dinge loszuwerden. Es fing also auf einer äußeren Ebene mit dem aussortieren und aufräumen an.

Ich habe aber schnell gemerkt, das sich Inneres und Äußeres gegenseitig stark beeinflussen . Durch das mehr am Platz in der Wohnung habe ich mich direkt auch innerlich freier gefühlt. Außerdem hat es viele Dinge vereinfacht. Wie, zum Beispiel, die Auswahl des täglichen Outfits oder auch des nächsten Buches, welches gelesen wird.

Minimalismus beschränkt sich nicht auf Dinge. Für mich war es einfach der erste Schritt in Richtung eines freieren, selbstbestimmteren und reflektierten Lebens. Die Fragen, die mich nach dem Aussortieren am meisten beschäftigen sind: Wie will ich leben?  Und: Was macht mich glücklich? Mittlerweile kann ich zu der letzten Frage ergänzen, das Glück ein ganz  schön großes Wort ist und ich es lieber mit zufrieden ersetzen möchte.

Ich finde es schwer eine allgemeine Definition zu geben. Die Grenzen zu anderen Themengebieten wie Nachhaltigkeit, Konsumkritik, einfachem leben,Zero Waste und Achtsamkeit im Alltag sind fließend. Wenn mich jemand fragt, ab wann er sich Minimalist nennen kann, dann sage ich ihm, wenn er sich mit dem Wort identifizieren kann und es für sich, ganz persönlich, mit leben füllen kann.

Es geht also nicht darum, unter 100 Dinge zu haben, asketisch zu leben oder ortsunabhängig zu arbeiten. Zumindest nicht für mich. Ich finde es gerade eine Bereicherung, das diese Begriff von jedem einzelnen, ganz persönlich gefüllt werden kann.

Für mich ist es definitiv ein Weg, der mit Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, bewussteren Entscheidungen und einem reicheren Leben einhergeht. Ich habe mich am Anfang nicht gefragt, ob ich damit ein Konsumkritiker bin, oder die Welt rette, weil ich bewusstere Kaufentscheidungen treffen. Ich habe einfach gemerkt, das ich viele Dinge geändert habe und es mir gut tut.

Wie definierst du, für dich, Minimalismus ?

 

Hier findest du die andern Türchen für heute

Beitrag von Kerstin    //   Beitrag von Daniel 

 

und .. .nicht vergessen. Der erste Dezember ist Welt Aids Tag. Macht mit und zeigt Schleife

 

kreative Upcycling-Sitzbank und -Tisch aus Paletten
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Themenwoche: Die eigenen 4 Wände

Diese Woche möchte ich einmal über verschiedene Aspekte unseres Wohnraums schreiben. Durch Minimalismus haben sich viele meiner Ansichten geändert und ich stelle heute vieles in Frage, was ich früher noch als ganz normal angesehen habe. Es war natürlich, dass man einen Couchtisch, eine Couch, ein separates Bett, einen Schreibtisch einen Esstisch, Regale, eine Schrankwand und einen geräumigen Kleiderschrank besitzt.

Durch das Weggeben von Dingen, ist viel Raum freigeworden, die Schränke sehen leer aus und vielleicht wünscht man sich auch schon länger, den Raum, seinem Leben anzupassen.

Darum geht es in den nächsten Tagen

Minimalismus heißt für mich, Dinge in Frage zu stellen. Bei der Einrichtung und vermeintlich elementaren Dingen, mag dies zuerst etwas verstörend wirken, aber es geht wirklich nur um eine Sache. Festzustellen, was man wirklich braucht und sich in den eigenen 4 Wänden danach wieder wohl zu fühlen. Ich bin weder Innenarchitekt, noch Designer, trotzdem möchte ich euch Anregungen geben, was ihr ändern könnt um euch euer zu Hause wieder zu eigen zu machen.

Ich freue mich schon auf den Regen Austausch in den Kommentaren und unter den folgenden Artikeln.

In den  nächsten Tagen, werde ich alle Artikel unter diesem Leitbeitrag verknüpfen.

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Gastbeitrag: Woran Nachhaltigkeit schon scheitert

Als ich das erste Buch zum Thema Nachhaltigkeit in der Hand hielt, wurde mir bewusst, dass die nachhaltige Forstwirtschaft ein eigenes Studium ist. Nachhaltige Forstwirtschaft betrifft zwar nicht jeden, aber nachhaltige Stromerzeugung schon eher. Es ist offensichtlich, dass die Frage, ob nachhaltige Stromerzeugung in Deutschland möglich sei, davon auch abhängt wie viel erzeugt werden kann und wie groß der Bedarf ist.

Der erste Schritt (den jeder gehen könnte) wäre zum Beispiel, dass man sich informiere wie viel nachhaltiger Strom überhaupt nach aktueller Lage jeder Person in Deutschland zur Verfügung stehen würde, denn dann könnte man zu mindestens in Erfahrung bringen, ob der eigene Verbrauch von dieser Stromerzeugung aktuell gedeckt werden kann. Sollte dies nicht der Fall, so kann man zum Beispiel seinen Konsum überdenken oder es sich ganz einfach machen und hoffen, dass in Zukunft der Konsum gedeckt werden kann. Die erste Entscheidung wäre mit Vernunft begründbar, aber die zweite eben nicht. Sollte man aber glauben Strom nachhaltig zu verbrauchen, dann sollte man folgendes bedenken: Solarzellen und Windräder erzeugen zwar Strom, aber sie speichern ihn nicht! Wem dies nicht klar ist, der könnte seinen Verbrauch erneut hinterfragen: Kann man zum Beispiel den größten Teil vom Strom verbrauchen, wenn die Sonne strahlt oder der Wind weht? Dies würde die Speicherproblematik erleichtern. Einfache Überlegungen und einfache Schritte, nichts Wildes. Unvernünftig wäre es erneut, wenn man glauben würde, dass in der Zukunft alles besser sein wird und man sein Verhalten nicht ändern muss. Dann kann man auch alles mit einem Gott begründen, der sich irgendwann mal zeigen wird. Das Thema Elektroauto und deren Batterieproblematik lasse ich an dieser Stelle mal weg.

Als Mathematiker möchte ich auf zwei Personen der Mathematik verweisen: David Hilbert und Alexander Grothendieck. Hilbert hat den Ruf (noch vor Gauß und Newton!) der größte Mathematiker aller Zeiten zu sein und nicht weit davon folgt ihm Grothendieck. Beide verbindet, dass sie eine nachhaltige Veränderung anstreben wollten. Hilbert nutze seine Bekanntheit aus um die Mathematik nachhaltig zu reformieren. Er setzte sich für strenge Beweisführungen, exakte Definitionen und allgemein akzeptierte Axiome ein. Dies war nämlich zu der Zeit von Gauß nicht so, was zu falschen Beweisen führte. Hilbert hatte Erfolg und bis heute profitieren Mathematiker von seinem Programm. Der Erfolg von Hilbert war nicht unrealistisch. Er hatte zu seiner Zeit den höchsten Ruf. Sollte sich sein Programm durchsetzen, so hätte man leichter zu lesende Artikel und weltweit die gleichen Definitionen sowie Axiome. Die Mehrheit der Mathematiker sah ein, dass diese Reformation vernünftig wäre.

Der Nobelpreisträger Bertrand Russel wirkte an dieser Reformation mit und kommentierte dies mit dem Satz: „Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch.“ Nach David Hilbert stach der Mathematiker Alexander Grothendieck heraus. In den 60’ern (nach seinen Verdiensten in der Mathematik) wollte Grothendieck seine Bekanntheit ausnutzen um auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen. Er war unter anderem so konsequent gegen Atomstrom, dass er den Strom komplett in seinem Haus abschaltete. Auch wies er auf die Gefahr hin, dass der Einsatz von Antibiotikum resistente Keime hervor bringen könnte. Grothendieck hatte die Hoffnung, dass er die Mathematiker gewinnen kann sich einer Umweltbewegung anzuschließen, da sie doch Logiker sind. Trotz seiner Argumente blieb das Interesse aus.
Jeder Versuch einer Bewegung mit Vernunft die Gegenseite zu überzeugen, muss scheitern, wenn die Gegenseite den Argumenten nicht folgen kann. Selbst wenn die Gegenseite den Argumenten folgen kann, kann sie immer noch sagen „Mir egal“ oder auf eine bessere Zukunft hoffen. Was spricht dagegen nur noch Fleisch zu essen, was aus Tierhaltungen stammt, welche kein Antibiotikum einsetzen umso die Züchtung von resistenten Keimen zu verhindern? Sachliche Gegenargumente begegneten mir nie, aber durchaus Desinteresse oder der Glaube, dass es immer bessere Behandlungsformen geben wird. Vielleicht werden die Bilder von sterbenden Kindern, die sich bei dem Verzehr von Hamburgern mit super resistenten Keimen angesteckt haben, alle wach rütteln. Vielleicht! Sollte dies eintreffen, dann werden manche diese Maßnahmen ergreifen. Es wäre dann weniger ein Sieg mittels Vernunft, sondern einer mittels Gefühlen und Emotionen. Wir sollten uns vor Augen halten, dass solche Methoden funktionieren können, selbst wenn das rationale bzw. vernünftige Denken etwas anderes sagt.

Die Preise mancher Produkte sind ja auch nicht mit dem Preisleistungsverhältnis rational begründbar, dass sie aber trotzdem Absatz finden, ist dem Umstand geschuldet, dass die Produkte unsere Gefühle ansprechen und man uns Wissen vorenthalten will. So planen manche Modemarken bewusst ein, dass ihre Produkte überteuert angeboten werden, damit Käufer glauben, dass sie ein Schnäppchen machen können, wenn die Preise reduziert werden. Gefühle können das rationale Denken zur Seite schieben und daher werden sie gerne angesprochen, aber man darf nicht vergessen: Gefühlsmethoden können sich abnutzen (egal ob man damit gutes oder falsches bezwecken möchte), aber 1 + 0 = 1 gilt immer. Man solle sich nun keine Hoffnung machen, falls die Psycho- und Gefühlspolitik gescheitert ist, dass am Ende die Logik und die Vernunft übrig bleiben werden. In einer relativierten Welt wie wir sie leben, ist die Logik und Vernunft eh längst relativ. Angela Merkel kritisierte Gerhard Schröder einst dafür, dass er gegen den Irakkrieg sei, weil er damit die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass der Krieg tatsächlich eintreten würde.

Danke Chris für deinen Beitrag

Kaffeebecher Macbook und Notizbuch auf einem Schreibtisch
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Beim Bloggen geht es um Dich

Ich lese immer wieder Fragen zum Thema bloggen, die darauf abzielen Mehrwert für den User zu generieren. Texte werden SEO optimiert, gestylt und mit Keywords versehen, damit auch noch die Suchmaschine ihre helle Freude hat.
Ich finde diese Überlegung grundsätzlich falsch. Die ursprüngliche Idee eines Blogs ist immer noch ein online Tagebuch, in dem Du Dinge festhälst, die Dir persönlich passiert sind.

Wenn ich einen Blog lese, will ich durch die Zeilen den Menschen sehen. Mitfühlen, miterleben, mit dabei sein, ungefilterte Emotionen, Erkenntnisse, Umbrüche, Höhen und Tiefen.
Ich will etwas Ehrliches.

Ehrlichkeit ist selten geworden in einer Welt, in der es darauf ankommt, welchen BMI man hat, welche Klamotten man trägt und welchen Lifestyle man pflegt.

Das heißt natürlich nicht, dass alles auf dem Blog egal ist und es nur auf die geschriebenen Wörter ankommt. Ich freue mich darüber, wenn ein Blog klar strukturiert ist. Wenn sich jemand Gedanken über das Design, die verwendeten Farben, die Menüstruktur und seine Social Media Kanäle gemacht hat.
Zu wider sind mir diese ganzen anderen Überlegungen. Meld dich jetzt an für meinen Newsletter und du erhälst mein Ebook XY in 10 Schritten zu mehr … bla bla….

Ich sehe diese verschiedenen Kanäle immer nur als Angebot, die Inhalte über einer anderen Platform nutzen zu können. Ähnlich wie das bereit stellen eines RSS Feeds. Du willst die Seite nicht immer ansurfen? Dann Aboniere sie, dort wo du bist. Egal ob als E-Mail. Facebook Seite, TwitterAccount oder bei google+ .

Angebote wie Pinterest und Instagramm sehe ich als Erweiterung an. Hier geht es nicht darum nur dein Artikelbild zu pushen, sondern weitere Einblicke zu geben. In dein Leben, deine Interessen und passend zu Themen, die dich interessieren.

Was für Blogs lest ihr gerne und wie seht ihr massive Werbung und zu starke Optimierung?

Cashewnüsse aus dem Vorrat
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Gastbeitrag: Was fehlt dem Minimalisten noch zu seinem Glück?

Oder wie ein Minimalist wohl eher sagen würde: Was habe ich noch zu viel zu meinem Glück?
Stellt euch mal vor, in eurem Badezimmer liegt statt einer Shampooflasche, einer Duschgelflasche, einer Handwaschseife, einer Flasche Rasierschaum und einer Gesichtsreinigungslotion nur ein einziges Stück Seife. Klingt das nicht wie ein minimalistischer Traum?

Es sind ja schließlich nicht Dinge, die einen Minimalisten glücklich machen, sondern viel mehr, sich von unnötigen Dingen zu trennen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Was aber bleibt, wenn die Wohnung ausgeräumt ist und alle Schränke entrümpelt sind? Der Unort des reduziertesten Haushaltes ist versteckt unter der Spüle in der Küche – der Hausmüll. Denn selbst der konsumreduzierteste Mensch wird sich in unserer Gesellschaft in mindestens zwei Bereichen weiterhin versorgen müssen: Körperpflege und Lebensmittel. Und diese zwei Bereiche reichen aus für ein völlig unkontrolliertes Chaos in der Tonne. Einmal einkaufen und der Mülleimer ist wieder voll. Die wirkliche, minimalistische Vollendung kann also nur finden, wer auch diesen Ort unter Kontrolle bringen kann.

Zero Waste ist das Stichwort. Zero Waste macht nicht nur vor, wie man im Badezimmer aus fünf Plastikflaschen Eins machen kann, sondern auch wie Vorräte von Toilettenpapier, Papiertaschentüchern, Küchenrolle und Frischhaltefolie der Vergangenheit angehören. Solche Einwegprodukte durch Mehrwegprodukte auszutauschen spart neben Müll auch Geld, Einkaufsaufwand und Platz in der Schublade. Alleine dadurch wird der Mülleimer schon ein ganzes Stück übersichtlicher.

Bei Lebensmittel ist es die Verpackung, die den Unterschied macht. Betrachtet man die Verpackung selbst als Produkt, so hat dieses Produkt einen klaren Nutzen, wie die Plastiktüte an der Kasse. Ihre Lebensdauer ist aber so gering, dass sie ökologisch nur schwer zu rechtfertigen ist. Wieso also die Verpackung nicht einfach selber mitbringen? Bei Obst, Gemüse, Käse, Brot und auch Kaffee ist das kein Problem. Spätestens auf dem Wochenmarkt oder in der Kaffeerösterei ist alles lose erhältlich und geht in die eigenen Stoffsäckchen, Dosen oder Gläser. Milchprodukte und Getränke nutzen ihre Verpackung einfach mehrmals, im Pfandsystem. Nur die trockenen Lebensmittel wie Reis, Linsen, Nudeln und Co haben es in sich. Paradoxerweise würde man denken, dass solche Lebensmittel am wenigsten Verpackung benötigen, aber genau sie sind es, die am meisten Kunststoff oder Aluminium mit sich bringen. Im normalen Einzelhandel haben wir da keine Chance.

Wie gut, dass endlich auch durch Deutschland eine Welle schwappt, die diesen Wahnsinn beenden kann und den Einzelhandel rück-revolutioniert. In bereits mehr als 20 sogenannten „Unverpackt-Läden“ gibt es alles lose aus großen Lebensmittelspendern zum selber abfüllen in die eigenen mitgebrachten Gefäße und Beutel. Kiel hat es vorgemacht und Berlin und viele andere folgten dem Beispiel. Nur wir in Köln sitzen in unserer Wohnung immer noch auf 25 Kilo Lebensmittel-Pappsäcken. Der minimalistische Teil meines Herzens wird durch dieses Hamsterverhalten immer wieder auf die Probe gestellt. Der umweltbewusste Teil aber kann nicht mehr zurück zur Kunststoff-Kleinpackung aus dem Bioladen.

Deshalb machen wir nun endlich Schluss mit dem entscheiden und eröffnen den Unverpackt-Laden für Köln jetzt selbst Mit „Tante Olga“ werden wir noch diesen Spätsommer eröffnen. Ohne fremde Hilfe schaffen wir dieses ambitionierte Ziel aber nicht und haben ein Crowdfunding gestartet, um Spenden zu sammeln. Das tolle am Crowdfunding ist, niemand muss viel Geld haben, aber wenn viele wenig Geld haben und nur ein bisschen davon abgeben, können solche tollen Projekte Realität werden. Deshalb rufe ich jedes minimalistische Herz dieser Nation auf: Unterstützt unsere Kampagne mit einem noch so kleinen Beitrag auf www.tante-olga.de und teilte sie mit möglichst vielen Menschen.

Über die Autorin:

Olga Witt lebt mit ihrem Mann Gregor Witt seinen drei Kindern und bald erwartetem weiteren Nachwuchs so müllfrei wie es ihnen möglich ist. Seit mehreren Jahren bloggt die Kölnerin über ihr Leben mit Zero Waste (www.zerowastelifestyle.de) und gibt Workshops und Vorträge zu dem Thema, um es anderen Menschen näher zu bringen und eine wirkliche Veränderung in der Gesellschaft anzustoßen. Um auch selbst an unverpackte Lebensmittel, als letzten fehlenden Baustein ihres müllfreien Haushaltes zu kommen, eröffnet sie mit ihrem Mann und ihrer Partnerin Dinah Stark im Sommer 2016 den 1. Kölner Unverpackt-Laden (www.tante-olga.de).

Feeling free in nature.
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Gastbeitrag: Wie das Gefühl der Dankbarkeit dein Leben verändern kann

Empfindungen und Emotionen haben zweifelsfrei einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden. Dankbarkeit gehört dabei zu den schönsten Gefühlen, die wir erleben können! So steigert bewusst gelebte Dankbarkeit die Lebensqualität innerhalb weniger Augenblicke und relativiert negative Gedanken sofort. Um von den Vorzügen einer dankbaren Grundhaltung profitieren zu können, bedarf es allerdings einiger Übung…

Warum wir die Tugend der Dankbarkeit verlernt haben

In unserer westeuropäischen Kultur fristet das Gefühl der Dankbarkeit leider ein Schattendasein. Demzufolge stößt man mit Bekundungen der Dankbarkeit nicht selten auf Unverständnis: „Ich bin dankbar für meine Wohnung.“ – „Aber dein Balkon ist doch so klein!“, „Ich komme mit meinem aktuellen Gehalt hervorragend aus.“ – „Aber du verdienst doch viel weniger als der Durchschnitt!“ Wir halten fest: Wer seine Dankbarkeit für den Ist-Zustand zum Ausdruck bringt, muss sich häufig dafür rechtfertigen!

Aber woher kommt diese irritierte und fast schon ablehnende Haltung gegenüber Dankbarkeit und Zufriedenheit? Eine große Rolle spielt hier vermutlich unsere Erziehung. So werden wir in Industrienationen wie Deutschland oft bereits in jungen Jahren zum permanenten Streben nach Verbesserung erzogen. Darüber hinaus beherrschen Leitsätze wie „Stillstand ist Rückschritt“ unsere Wirtschaft und Arbeitswelt. Aufgrund dieser gesellschaftlichen und sozialen Prägung erfordert es regelmäßiges Training, um unser Gehirn wieder auf eine dankbare Grundhaltung zu „programmieren“.

Wie du Dankbarkeit als festen Bestandteil in dein Leben bringen kannst

Viele Menschen verstehen Dankbarkeit lediglich als ein Ritual der Höflichkeit. Das klassische „Danke!“ benutzen wir regelmäßig beim Empfang von Wechselgeld im Supermarkt oder in anderen Alltagssituationen. Dieser häufig bedeutungslose Ausspruch hat aber nichts mit einer dankbaren Lebenshaltung zu tun. Dementsprechend müssen wir ein wenig Disziplin aufbringen, um unser Leben mit dem „echten“ und wohltuenden Gefühl der ehrlichen Dankbarkeit zu bereichern: Im Idealfall richtest du dir zu diesem Zweck einen fixen Zeitraum ein, in dem du dich immer wieder bewusst auf Dinge konzentrierst für die du dankbar bist. Durch diese Übung wirst du Schritt für Schritt dankbarer für das Leben im Hier und Jetzt, wodurch du dem ungesunden „Dauerdrang“ nach Verbesserung aktiv entgegen wirkst.

Momente der Dankbarkeit sind erfüllend und machen glücklich!

Selbstverständlich kann man in fast allen Lebenssituationen das bekannte „Haar in der Suppe“ finden. Mit einer positiven und somit auch dankbaren Grundeinstellung lebt es sich aber definitiv gesünder und angenehmer! Das heißt keinesfalls, dass du nichts mehr hinterfragen sollst oder keine Pläne für die Zukunft machen darfst. Es bedeutet ganz einfach nur, regelmäßig den Blick auf die Dinge zu richten, die schon heute dein Leben bereichern! Das können sowohl immaterielle als auch materielle Dinge sein: Mach dir zum Beispiel bewusst, wie wertvoll deine sozialen Kontakte sind und wieviel Spaß dir deine Hobbys bereiten. Auch für scheinbar selbstverständliche Dinge wie dein gemütliches Bett oder die große Auswahl an leckeren Bio-Lebensmitteln im Supermarkt um die Ecke kannst du dankbar sein!

Sich einfach mal zurücklehnen und Dankbarkeit für das empfinden, was genau jetzt in unserem Leben ist, bringt eine spürbare Steigerung der Lebensqualität mit sich. Studien zufolge reagieren dankbare Menschen zudem gelassener auf Stresssituationen, fühlen sich körperlich wohler und schlafen besser. Wenn du dein Leben immer wieder mit dem Gefühlszustand der Dankbarkeit umrahmst, wirst du somit schrittweise glücklicher und zufriedener! Das ist ein Versprechen!

Du bist neugierig geworden?
Auf dankbar-leben.de findest du regelmäßig frische Impulse und Anregungen für einen dankbaren Lebensstil!

Danke Lennart für den tollen Gastartikel, Thematisch kam er wie gerufen.

Über den Autor:

13231137_593220510853770_553927486_nLennart Grams aus Hannover ist selbständiger Werbetexter und Solopreneur. Neben Textaufträgen für nationale und internationale Unternehmen schreibt er in Form eigener Web-Projekte auch über das Thema Persönlichkeitsentwicklung: Auf seiner Website dankbar-leben.de veröffentlicht Lennart regelmäßig bereichernde Texte, die zu einer positiven Lebenshaltung anregen.

Lavender soap and salt on rustic wooden board
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Umdenken bei Seife Shampoo Duschgel & Co

In der Vergangenheit habe ich eigentlich ausschließlich Produkte aus dem Supermarkt genutzt und mir keine großen Gedanken um Alternativen gemacht. Nach und nach bin ich aber durch die positiven Berichte verschiedener Freunde neugierig geworden und wollte es selbst einmal ausprobieren.
Als Erstes habe ich die Flüssigseife aus meinem Badezimmer verbannt und bin auf ein ganz normales Stück Seife gewechselt.
Was soll ich sagen, die ersten Tage war es etwas ungewohnt aber danach konnte ich keinen Unterschied zur Flüssigseife feststellen, außer vielleicht im Geldbeutel. Je nachdem, welche Maßstäbe man ansetzt, ist die Seife günstiger. Sie besteht außerdem oft aus weniger kritischen Bestandteilen und schont somit die persönliche Gesundheit und die Umwelt.

Festes Shampoo habe ich dann auch irgendwann einmal probiert und nutze aktuell eine Seife zum Duschen und Aleppo Seife für die Haare. Auch hier gab es nach ein paar Tagen der Umgewöhnung keine Probleme. Ich hatte zuerst die Befürchtung, dass es vielleicht nicht funktionieren wird, weil ich zu trockener Kopfhaut neige.
Ich habe jetzt immer ein Stück der Seife im Gebrauch und maximal eins im Vorrat. Das Schöne daran ist, man sieht viel einfacher, wieviel noch übrig ist und kann auch besser einschätzen, wie lange es noch halten wird.

Als Nächstes werde ich mich tiefer mit dem Thema Deo Creme auseinandersetzen. Die Berichterstattung über Aluminium und andere Partikel in Deo´s, die dort nicht hingehören, ist leider schon wieder etwas abgeflacht, trotzdem möchte ich auch hier eine bessere Kaufentscheidung als bisher treffen. Ich werde euch berichten, wie es mir dabei geht und vor allem meinem Umfeld.

Durch die bisherige Umstellung habe ich nun einige Produkte mehr in meinem Haushalt, die keinen Plastikmüll mehr verursachen. Wattestäbchen für die Ohren habe ich übrigens auch durch plastikfreie ersetzt.

Auf dem Minimalismus Stammtisch in Köln machen wir von Zeit zurzeit auch mal eine Sammelbestellung um die Portokosten und auch den ökologischen Fußabdruck pro Paket zu reduzieren. Vielleicht bietet sich das auch für dich und deinen Bekanntenkreis an.

In welchen Bereichen bist  du von einem Industrieprodukt auf ein einfacheres, natürlicheres gewechselt. Wie sind deine Erfahrungen und was kannst du empfehlen. Ich freue mich auf deine Kommentare.

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Gastbeitrag: Zufriedenheit

Minimalismus ist in aller Munde und einige Minimalisten messen sich indem sie die extremste Form ausleben. Sie bewohnen Tiny Homes oder sind digitale Nomaden. Manch eine Wohnung wirkt da schon eher steril als wohnlich.
Ich selber bin an einem Punkt angekommen an dem noch vieles aussortiert werden kann und ein Außenstehender meinen Lebensstil als normal ansehen würde. Minimalisiert habe ich nämlich nicht nur materiell. Es gibt Dekoration und ich will Bilder, Musik, Filme nicht nur in digitalisierter Form nutzen. Viele kreative Menschen mögen schöne Dinge und die Haptik von Material. Daher wird ein extremer Minimalismus nichts für mich.
Natürlich war ich zu Beginn auch angefixt von den Ideen sein Leben sehr frei gestalten zu können und sein eigener Chef zu sein. Ich war zu dem Zeitpunkt eh unzufrieden mit meinem Leben aber manchmal sind eben diese Ideen nur eine Art Fluchtgedanke und verbessern das Leben nicht, weil die eigentlichen Probleme nicht angegangen werden.
Heutzutage wird der Neid und das Vergleichen durch schöne Bilder auf Social Media Seiten geschürt. Aber man muss sich immer klar machen, dass das Leben jener Menschen auch seine Schattenseiten hat. Es läuft nicht alles perfekt und das Gras ist bestimmt nicht grüner auf der anderen Seite. Im hier und jetzt zu leben und sich hin und wieder seine Hirngespinste zu hinterfragen, ist der beste Weg sich wieder zu erden und Zufriedenheit in seinem Leben zu finden.
Ich will euch ein paar Beispiele aus meinem Leben nennen…

Ich reise furchtbar gerne. Aber möchte ich nur auf Reisen sein mit immer fremden Menschen um mich herum? Immer in Hotels schlafen und die Erlebnisse allein genießen anstatt die Freude zu teilen? Nein. Ich habe meine kleine Homebase hier im Sauerland. Ich liebe die Wälder, Berge und Seen. Natürlich gönne ich mir auch mal einen Tapentenwechsel in Form von Reisen in andere Länder. Aber die Art des Reisens ist für mich wichtiger geworden. So kann ich zu Fuß viel mehr von der Umgebung wahrnehmen und entschleunige mein Leben indem ich alles was ich brauche in einem Rucksack bei mir habe. Es muss auch nicht Übersee sein, denn in Europa gibt es genug für ein ganzes Leben zu entdecken.

Ja, so ein Wohnwagen auf einer grünen Wiese mit kleinem Nutzgarten wäre schon was feines… aber ich müsste die Finanzen haben und die Zeit. Ich hatte das Glück im Elternhaus eine kleine Wohnung einrichten zu können und vielleicht wird es irgendwann auch eine größere in selbigen. Warum soll ich mich auf extrem kleinen Wohnraum beschränken und finanzieren, wenn mir der Raum zur Verfügung steht… dazu noch ein Garten und unendlich viel Wald hinter dem Haus.

Ich bin sehr kreativ … tanze, male, schreibe, musiziere… Es ist natürlich ein Traum Kreativität zum Beruf zu machen aber dazu müsste ich mich auf eines festlegen. Das will ich nicht und ich weiß wie furchtbar schwer es ist auf Punkt kreativ zu sein. So kann es von Woche zu Woche schwanken ob ich mich mehr auf Tanz, Malen oder Schreiben konzentriere. Ich lebe in einem kreativen Flow von dem ich mich treiben lasse. Setze ich mich unter Druck blockiert mich das, deshalb gehören sogar kreative Auszeiten zu meinem Leben und ich konzentriere mich dann mehr auf andere Dinge, wie Ernährung, Sport etc.
Das gute an einer normalen geregelten Arbeit ist auch, dass ich meist pünktlich Feierabend machen kann und mich danach auch nicht mehr mit dem Job beschäftige. Als Selbständiger ist man ständig in Kontakt mit Kunden und nach dem Tagewerk muss auch noch die Buchhaltung erledigt werden.

Zufriedenheit kann man nicht erzwingen aber man kann sie sich Stück für Stück zurück holen indem man sich klar macht was einem wirklich wichtig ist. Nicht Trends oder Traumschlössern zu erliegen, sondern die Dinge auch anzuerkennen, die hier und jetzt glücklich machen anstatt neidisch auf das Leben anderer zu sein. Es kann inspirieren aber jeder Mensch ist anders und nicht jeder ist für dieses andere Leben geschaffen.

Danke Mareike für deinen Gastbeitrag.
Schaut doch mal auf Ihrem Blog vorbei:  „Weggefährte | ein Blog von Pilgern für Pilger